Das affenähnliche Ungeheuer im Schweriner See bei Schwerin.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 3
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1860
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Schwerin, Schweriner See, Fischer
Als vor vielen Jahren einmal ein Fischer auf dem Schweriner See seine Netze auswarf, gewahrte er plötzlich ein großes behaartes, affenähnliches Ungeheuer bei sich im Kahne, ohne bemerkt zu haben, wie dasselbe dahin und woher es gekommen.

Bewegungslos und kaum ein Zeichen des Lebens von sich gebend, hockte das Untier einige Stunden auf einer Bank in dem Kahn. Der hierdurch in nicht geringe Angst und Furcht versetzte Fischer setzte leise und zitternd seine Arbeit fort und wagte nur ab und zu, verstohlen nach seinem unheimlichen Gast hinüber zu schielen.

Da das Ungetüm aber noch immer nicht weichen, noch immer nicht den Kahn wieder verlassen wollte und dem Fischer schon Zeit und Weile lang wurde, so fasste er sich endlich ein Herz, ergriff das Ruder und schlug schnell auf seinen ungebetenen Gesellschafter los.

Mit einem gellenden Schrei stürzte sich das Ungeheuer sofort in den See, riss dabei aber den Kahn um, so dass auch der Fischer mitsamt dem ganzen Inhalt des Kahnes in das Wasser fiel, wobei der arme Mann sein Leben einbüßte und in der Tiefe des Sees sein kühles Grab fand.

Von dem also untergegangenen Fischer hat man nie wieder etwas gesehen, denn trotz alles Suchens wellte es nicht gelingen, seine Leiche aufzufinden. Wohl aber behaupteten schon öfter Leute, in mitternächtlicher Stunde ein Plätschern im Schilfe gehört zu haben, was von dem versunkenen Fischer herrühre, dem es dann nämlich erlaubt sein soll, in Begleitung jenes affenartigen Ungetüms an die Oberfläche des Sees zu kommen.

Auch soll sich dort im Schweriner See, wo der Fischer untergesunken, noch heute ein heftiger Strudel befinden, der jedes sich nahende Boot umzustürzen und in die Tiefe zu reißen droht.

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Dampferanlegestelle Annastraße in Schwerin, mit den Dampfschiffen Pribislaw, Niklot und Obodrit die auch nach Wiligrad verkehrten

Dampferanlegestelle Annastraße in Schwerin, mit den Dampfschiffen Pribislaw, Niklot und Obodrit die auch nach Wiligrad verkehrten

Schweriner See im Winter, Sonnenuntergang

Schweriner See im Winter, Sonnenuntergang

Schweriner Schloss

Schweriner Schloss

Schwerin - Totalansicht

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