Das Nordfenster auf dem Nicolaiturm zu Greifswald.

Aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen
Autor: Gesammelt von Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller, Erscheinungsjahr: 1840
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Pommern, Greifswald
Der Wächter oben auf dem St. Nicolaiturme in Greifswald muss des Nachts die Stunden durch Blasen anzeigen. Er bläst aber nur aus drei Fenstern des Turmes, nämlich aus denen nach Süden, Osten und Westen. Aus dem nach Norden darf er nicht blasen, das leidet der Teufel nicht. Was dieser dabei hat, da hat man noch nicht hinter kommen können; aber so viel ist gewiss, dass der Teufel einmal einen Wächter, der es wagte, aus dem Nordfenster zu blasen, plötzlich im Nacken ergriff und ihn von oben aus dem hohen Fenster warf, dass er Kopf unter Kopf über flog, und unten auf der Straße tot ankam. Seitdem hat es Keiner wieder versucht, aus dem Fenster zu blasen; der Magistrat soll es auch verboten haben. Wenn der Wächter in der Nacht nur den Kopf aus diesem Fenster zu stecken wagt, so kann er sicher darauf rechnen, dass er vom Teufel eine Ohrfeige erhält.

Mündlich

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Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller

Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller