Das Mistbüchlein oder des Bauern Goldgrube.

Mit einem Vorwort von: Babo, Lambert Josef Leopold, Freiherr von (1790-1862)
Autor: Metzger, Johann Christian (1789-1852), Erscheinungsjahr: 1853
Themenbereiche
Vorwort.

Das nachstehende Büchlein ist das letzte Vermächtnis welches der selige Gartendirektor Metzger unserem Bauernstande hinterließ, für welchen er sein halbes Leben lang mit größter Liebe, Eifer und Aufopferung gewirkt hatte. Man fand dasselbe nach seinem Tode unter seinen Papieren. Er schrieb es neben einer Masse von Dienstgeschäften und Arbeiten, welche ihm, dem bereits durch Krankheit hart bedrückten Manne, stets oblagen. Aber er konnte es nicht über das Herz bringen, er mußte seine Bauern noch einmal, wenn auch zum letzten Male, über einen Gegenstand gründlich belehren, welcher ihm immer als das Fundament, als die Grundbedingung ihres Wohlstandes erschienen war. Mögen diese sein Vermächtnis sich recht zu Herzen nehmen, und die Lehren ihres langjährigen Freundes und Vaters genau befolgen. Die Bezeichnung, Bauernvater, welche unserem seligen Freunde von vielen Seiten her gegeben wurde, passt auf niemand mehr so gut als auf ihn.

Die Form, in welcher er sein Büchlein schrieb, ist aber nicht reine Dichtung. Er hatte den Aufenthalt auf seinem Gutsbesitze in Neudorf im Auge, wo er ähnliche Besprechungen hielt, deren wohltätige Folgen in der dortigen Umgegend bereits überall zu bemerken sind.

Es ist zu hoffen, daß sich das Büchlein in seiner Wirkung aus den Bauernstand jener von Karl Will, Maria Flink dem Bauernspiegel und dem Gartenbuche anschließen wird, welche Werke des Verewigten in vielen tausend Exemplaren verbreitet sind und so viel Nützliches bereits angeregt haben. Dies wünschen wir von ganzem Herzen zum Wohle jener Klasse von fleißigen Bürgern, auf welchen das materielle Wohl des Staates doch immer vorzugsweise ruht. Das Denkmal, welches die Gemeinde Neudorf dem Peter Bauer setzte, passt ganz auf unseren Metzger. Möge auch nach 30 Jahren die Wirkung seines Strebens nicht allein in Neudorf, sondern in allen Gegenden unseres Vaterlandes, wohin sich seine Schriften verbreitet haben, ersichtlich und ins Leben getreten sein.

Weinheim, 26. Juni 1853.

Babo, Lambert Josef Leopold, Freiherr von 1790-1862

Babo, Lambert Josef Leopold, Freiherr von, Landwirt und Önolog, geb. 26. Okt. 1790 zu Mannheim, hörte Thaer in Berlin und Möglin, bewirtschaftete sodann seine Güter zu Weinheim. Babo wurde 1831 zum Vorstand der Kreisstelle des Badischen landwirtschaftlichen Vereins für den Unterrheinkreis erwählt. Er starb 20. Juni 1862 zu Weinheim, wo ihm 1869 ein Denkmal errichtet wurde. Einen ebenso bedeutenden Namen, wie als Landwirt, hat sich Babo als Önolog erworben, und die deutsche Weinkultur verdankt ihm eine ganze Reihe der wichtigsten Verbesserungen. Er schrieb: „Anleitung zur Anlage und Behandlung der Wiesen“ (Heidelb. 1836), „Der Weinbau nach der Reihenfolge der vorkommenden Arbeiten“ (Frankf. 1840-42; 4. Aufl. 1879), „Der Weinstock und seine Varietäten“ (ebd. 1843; neue Ausg. 1857), „Anleitung zur chem. Untersuchung des Bodens“ (ebd. 1843), „Ackerbauchemie für den Landmann“ (ebd. 1845; 2. Aufl. 1862), „Die Erzeugung und Behandlung des Traubenweins“ (ebd. 1846), „Die Hauptgrundsätze des Ackerbaues“ (ebd. 1851; 4. Aufl. 1874); mit Metzger zusammen „Die Wein- und Tafeltrauben“ (Mannh. 1836-38; 2. Ausg., Stuttg. 1855), „Der Ackerbau nach seinen monatlichen Verrichtungen“ (Frankf. 1852; 2. Aufl. 1862), „Anleitung zur Bereitung und Pflege des Weins“ (mit Änderungen und Zusätzen von A. von Babo, ebd. 1872; 2. Aufl. 1879), „Gespräche über landwirtschaftliche Gegenstände auf Spaziergängen eines Lehrers mit seinen Schülern“ (2 Bdchn., ebd. 1857-58; 3. Aufl.,3 Bdchn.,1878).

.

.

.