Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin – Naturprodukte: pflanzlich, tierisch, mineralisch. 1828

Aus: Geographische Beschreibung der Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz
Autor: Hempel, Gustav (?), Erscheinungsjahr: 1829
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Landesbeschreibung, Ortsbeschreibung, Städte
Mecklenburg hat aus dem Tier- und Pflanzenreich eine Menge schätzbarer Produkte; desto ärmer aber ist das Mineralreich. Die vorzüglichsten Produkte sind:

1. Aus dem Tierreich: vortreffliche Pferde, vieles Rindvieh, Schafe in großer Menge, Schweine, Ziegen nur wenige, vieles Wildpret, als: wilde Schweine, Hirsche, Rehe, Hasen, Füchse, Iltis usw., zahmes und wildes Federvieh, darunter besonders die Mecklenburgischen Gänse berühmt sind, Seefische, als: Heringe, Dorsche, Butten, Schollen; Flussfische in erstaunlicher Menge, z. B. Hechte, Barsche, Aale, Schleien, Brachsen, Karauschen, Welse, Lachse, in der Elbe, Neunaugen, Karpfen, Elbkarpfen bis zu 20 Pfd. usw., Krebse, Krabben, Bienen.

2. Aus dem Pflanzenreich: Getreide, in großem Überfluss, als: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen; Erbsen, Linsen nicht häufig, Wicken; natürliche und künstliche Futterkräuter; Gartengewächse, besonders Kartoffeln in großer Menge und von guter Art; Obst ziemlich viel, besonders Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen; Rübsamen (Raps), Hanf, Flachs, Tabak in Menge, Hopfen; Laub- und Nadelwaldungen, Rohr, an den Teichen und Seen sehr häufig.

3. Aus dem Mineralreich: Kochsalz (in der Saline zu Sülze) ist hinlänglich vorhanden *), Braunkohlen in dem neu angelegten Braunkohlenwerke bei Mallitz, Gips ist in Menge bei Lübtheen entdeckt; Raseneisen und Alaunerde findet man in der Gegend von Ludwigslust und Dömitz; beide Produkte werden aber jetzt nicht benutzt; Kalk wird auf 20 Kalkbrennereien gewonnen, Mergel, Walkererde, Ziegel- und Töpferton, Bernstein findet man an einigen Orten, Torf gibt es fast überall, Mineralquellen zu Goldberg, Doberan, Stavenhagen und Parchim.

*) Die Salzquelle zu Sülze ist jetzt die einzige noch bestehende in Mecklenburg, und lieferte im Jahr 1824 174.709 Scheffel (à 54 Pfund) oder 85.766 Zentner Salz. — Früher gab es deren mehrere, z. B. zu Sülten bei Stavenhagen (1282), zu Neuenkirchen bei Bützow, zu Conow bei Eldena (noch 1680 im Flor), und zu Sülten bei Sternberg (erst seit 1770 gänzlich verfallen). Alaunerde steht in mächtigen Lagen bei Eldena, und wurde ehedem fabrikmäßig benutzt. — Man gewann in der Alaunsiederei zu Mallitz jährlich 500 Zentner Alaun. - In Neustadt und Dömitz gab es Eisensteinfabriken.
Bauern beim Dreschen

Bauern beim Dreschen

Kühe im Stall

Kühe im Stall

Mittagspause im Pferdestall

Mittagspause im Pferdestall

Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) mecklenburgischer Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, Sozialreformer und Musterlandwirt.

Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) mecklenburgischer Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, Sozialreformer und Musterlandwirt.

Schaf- und Ziegenhirtin

Schaf- und Ziegenhirtin

Mittagspause bei der Feldarbeit

Mittagspause bei der Feldarbeit