Both, Karl Friedrich v. (1789-1875) meckl. Jurist. Kurator der Uni Rostock. Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 3 (1876)
Autor: Mejer, Otto (1818-1893) deutscher Jurist, Kirchenrechtler, Erscheinungsjahr: 1876
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Both: Karl Friedrich v. B., geb. als Sohn eines Mecklenburgischen Gutsbesitzers aus dem ältesten Adel des Landes zu Demmin in Pommern 11. Febr. 1789, † als wirkl. Geheimer Rath zu Rostock 4. Mai 1875. — In Gotha, Heidelberg (1807) und Rostock (1809) gebildet, wurde er im Sommer 1810 bei der Justizkanzlei zu Schwerin angestellt, kam 1818 an die zu Rostock, und hat als zweiter (s. 1820), später erster (s. 1844) Vorsitzender dieses Obergerichtes mit Ruhm gewirkt, bis er durch Verlust des Gehörs veranlasst wurde, sein Richteramt niederzulegen (1851). Neben demselben war er schon bald nach den Carlsbader Beschlüssen Regierungsbevollmächtigter bei der Rostocker Universität geworden (1820), hatte, als dieselbe eine teilweise städtische zu sein aufhörte (1827), ihre Auseinandersetzung mit der Stadt Rostock vermittelt, und seit 1834 auch ihre Vermögensverwaltung geleitet. Ende 1836 aber ward v. Both, mit dem Titel Vizekanzler, Kurator der Universität, und behielt dies Amt, bis — nach 60jährigem Staatsdienste — auch sein Augenlicht so schwach wurde, daß es ihm die Fortführung der Geschäfte nicht mehr gestattete. Literarisch hat er durch Herausgabe einer Sammlung der Mecklenburg-Schwerin’schen Verordnungen seit 1802 und durch einige kleinere Arbeiten, namentlich zur Goetheliteratur, sich bekannt gemacht. Das Verdienst aber, durch welches vorzugsweise er einen Anspruch hat, unvergessen zu sein, liegt in seiner Tätigkeit für die Universität. Durch reiche Bildung, durch die edelste Humanität, durch eine Kenntnis akademischer Verhältnisse und Bedürfnisse, welche mittels eingehender Studien erworben war, dazu befähigt, führte v. Both sein Amt bei derselben mit einer selbstlosen Treue, welche sich niemals genug tat, und mit einer Liebes zu der ihm anvertrauten Anstalt, die nie ermüdete. Seinem Wirken verdankt Rostock seinen seit 1837 genommenen Aufschwung. v. Both ist ein leuchtendes Beispiel, was auch mit den beschränkten Mitteln einer kleinen Universität durch liebevolle Fürsorge eines geeigneten Leiters erreicht werden kann.

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