Abenteuerliche Tiere zwischen Wahrstorf und Pölchow bei Rostock

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 2
Autor: Von A. C. F. Krohn zu Penzlin, Erscheinungsjahr: 1862

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Wahrstorf, Pölchow, Rostock, Schwaan
An der Landstraße von Rostock nach Schwaan, ungefähr auf der Mitte des Weges, liegt das Bauerdorf Pölchow und kaum zehn Minuten von demselben entfernt und an derselben Straße der ritterschaftliche Hof Wahrstorf. Dieser war vor 70 Jahren auch noch ein Bauerndorf. Späterhin wurden die Bauern teilweise gelegt, teilweise nach dem nahegelegenen Dominialdorfe Huckstorf verlegt, vielleicht durch Austausch von Ländereien etc.

Noch vor nicht langer Zeit lebte in Huckstorf ein Bauer, dessen Vater in Wahrstorf ebenfalls Bauer gewesen war; in Wahrstorf selbst aber sind nur einzelne Benennungen als Erinnerung an jene Zeit, da es noch Bauerdorf war, geblieben. — Damals soll es in Wahrstorf viele Hexen und dergleichen gegeben haben, auch soll es zwischen Wahrstorf und Pölchow nie recht richtig gewesen sein.

Unmittelbar vor Pölchow, nach Wahrstorf zu, ist ein ziemlich langer und tiefer Hohlweg. Dort soll oft ein schwarzer Hund gelegen haben, der Niemand hat durchlassen wollen, so dass man immer genötigt gewesen ist, oben über den Berg zu gehen. Gradezu, querfeldüber hat man damals nicht wagen dürfen zu gehen, weil man dann immer irre geleitet ist, obgleich die Ortschaften so nahe zusammen liegen, dass man von einer fast in die andere hinein rufen kann. Hat sich dennoch Jemand einen Richtsteig gemacht, so hat er in der Regel einen dreifüßigen Hasen zum Begleiter gehabt, und hat man über die Zäune steigen wollen, so haben dort gewöhnlich Wehrwölfe gelegen und das Übersteigen verhindert.

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