Tafel 469 - Kaiser Maximilian (*1459-†1519) ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation

Aus: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des Achtzehnten Jahrhunderts – Band 7
Autor: Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich Dr. von (1811-1903) Museumsdirektor, Altertumsforscher, Kunst- und Kulturhistoriker, Zeichner und Radierer, Erscheinungsjahr: 1886
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mittelalter, Deutschland, Sittenbilder, Sittengeschichte, Ritter, Turnier, Waffen
Kaiser Maximilian *1459 - †1519 – nach einem kolorierten Exemplar des Holzschnittes von Hans Burgkmaier. Im Original steht an demselben oben: Imp. Caes. Maximil. Aug. und unten: 1518 H. Burgkmaier. Dieser Künstler hat, wie A. Dürer, bekanntlich denselben Kaiser mehrfach in verschiedenen Stellungen und Kostümen nach dem Leben abgebildet; wir können daher kein in allen Einzelheiten zuverlässigeres Bildnis geben, als dieses; deswegen haben wir auch hier ausnahmsweise ein wenn auch seltenes, so doch schon durch den Druck bekanntes Bildwerk benützt, welches durch seine ursprüngliche Kolorierung noch besonders an Interesse gewinnt. Maximilian erscheint hier mit der vollständigen Plattenrüstung für Mann und Pferd, welche erst durch ihn selbst in Deutschland und anderen Ländern eingeführt und verbreitet wurde. Die Einzelheiten dieser Ritter- und Pferderüstung geben wir in unserem Werke mehrfach nach noch im Original erhaltenen Rüstungsteilen.

In dem bekannten Werke: „der Weiß kunig“ erscheint derselbe Kaiser in der Werkstätte eines Waffenschmiedes, wie er ähnliche Rüstungen fertigen lässt.

Auf dem Kriegshelm trug der Kaiser, wie die vornehmen Ritter, in der Regel den reichen Federschmuck. Hier erscheint aber ausnahmsweise die Helmzier mit der Helmdecke, welche sonst nur auf den Turnierhelmen vorkommt; sie besteht aus der Krone und dem Pfauenschweife, als Zeichen der Hoheit; auf der Brust trägt der Kaiser den Orden des goldenen Vließes. Auf dem vorderen Teil der Pferderüstung befindet sich das Wappenschild von Österreich unter der Ens: 5 goldene Wachteln in blauem Felde, auf dem hinteren Teil jenes des Erzherzogs Österreich: ein silberner Querbalken auf rotem Felde. In der Ambraser Sammlung zu Wien ist eine sehr ähnliche Rüstung Maximilians, doch in allen ihren Einzelheiten nicht mehr vom Ursprunge an zusammengehörig.

Die unserer Abbildung unter A, B und C in Umriss beigegebenen drei Helme des Kaiser sind nach einer im Museum zu Berlin befindlichen Handzeichnung von Albrecht Dürer; an dem Helm unter A, in welchem sich das Gesicht des Kaisers befindet, steht von Dürers Hans geschrieben: „des Kaisers Totenkopf“. Man nannte nämlich bis in die Zeiten des dreißigjährigen Krieges die Helme mit derartigem Ausschnitte für das Gesicht „Totenköpfe“.

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Tafel 469 Kaiser Maximilian (1459-1519)

Tafel 469 Kaiser Maximilian (1459-1519)

Kaiser Maximilian I. Von Hans Burgkmair

Kaiser Maximilian I. Von Hans Burgkmair

Maximilian als König 1502

Maximilian als König 1502

Maximilian als König

Maximilian als König

Kaiser Maximilian I. von A. Dürer

Kaiser Maximilian I. von A. Dürer