Tafel 461 - Schützen, nach Figuren eines Ölgemäldes von 1514

Aus: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des Achtzehnten Jahrhunderts – Band 7
Autor: Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich Dr. von (1811-1903) Museumsdirektor, Altertumsforscher, Kunst- und Kulturhistoriker, Zeichner und Radierer, Erscheinungsjahr: 1886
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mittelalter, Deutschland, Sittenbilder, Sittengeschichte, Ritter, Turnier, Waffen

Schützen, nach Figuren eines Ölgemäldes, welches 1514 gefertigt wurde und sich, gleich der vorigen Tafel, auf einem Türflügel eines geschnitzten Seitenaltares in der Elisabethenkirche zu Marburg befindet. Dieses Gemälde stellt den Märtyrertod des heiligen Sebastian dar. Unsere drei Figuren (im vierten Teil der Originalgröße) erscheinen dabei als Kriegsknechte, welche Pfeile auf den Heiligen schießen, ganz nach der Art der ersten Jahres des XVI. Jahrhunderts. Ihr Oberster, auf einem Stuhle sitzend, legt einen Pfeil auf die Armbrust; der Landsknecht in der Mitte führt noch den Handbogen, welcher sich neben der Armbrust und sogar neben der Feuerwaffe noch lange Zeit, besonders in England erhielt.

Kaiser Maximilian I., welcher selbst bedeutende Verbesserungen bei der Armbrust und der Feuerwaffe einführte, übte sich auch nebenbei eifrig im Handbogenschießen. Der Krieger hier hat am linken Handgelenk ein Schildchen waren auch häufig aus Elfenbein gefertigt. Der Knieende ist im Begriff, mit der Zahnrad-Winde die Armbrust zu spannen, im Gegensatz zu der Flaschenzugwinde auf Tafel 440. Auf dem Boden liegt ein Köcher mit Pfeilen, nach damaliger Art oben mit Eisen beschlagen und unten in Schweinsborsten auslaufend, wie wir bereits ähnliche nach noch erhaltenen Köcher auf Tafel 306 und 319 darstellten.

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Tafel 461 Schützen, nach Figuren eines Ölgemäldes aus dem Jahr 1514

Tafel 461 Schützen, nach Figuren eines Ölgemäldes aus dem Jahr 1514

021 Armbrustschießen

021 Armbrustschießen

Armbrüste - Museum Christian Hammer Stockholm

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