Rostock - Die St. Petri-Kirche zu Rostock. - Stations-Relief

Aus: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. I. Band
Autor: Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe, Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Hofrat, Erscheinungsjahr: 1898

Exemplar in der Bibliothek ansehen/leihen
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Amtsgerichtsbezirk Rostock, Hansestadt, Denkmäler, Bauten, Architektur, Kirchen, Kirchenmobiliar, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Denkmalsschutz, Geschichte, Geschichtsdenkmäler, Regionalgeschichte, Landesgeschichte, Stadtgeschichte, Kirchengeschichte, Marienkirche
Unter dem Bröker-Epitaphium ist ein alter Stationsstein in die Wand eingelassen, der früher in die Wand des frei vor dem Turm stehenden Wohnhauses eingemauert war und zu einer größeren Reihe von Stationen gehört hat, die von der Petri-Kirche am Clemensdamm entlang aufgestellt waren und also wohl zur Stätte der alten Clemenskirche hinführten.


Das Rostocker Etwas von 1740, S. 550, erwähnt noch zwei andere Bildwerke: „von der Ausführung (Kreuztragung?) und Kreuzigung selbst“, die zu dieser Reihe gehörten. Die Bildfläche des in der Kirche auf bewahrten Steines ist 94 cm hoch und breit und zeigt in erhabener Arbeit links den Pilatus auf einem Stuhle. Er wäscht seine Hände in einem Becken, das ihm ein Diener hinhält; zugleich neigt Pilatus sein Ohr einem anderen Knechte zu, welcher ihm die bekannte Botschaft seiner Frau bringt. Dieser Bote steht halb hinter dem Heiland, der auf dem Haupte die Dornenkrone, um die Lenden einen Schurz und über dem Rücken einen Mantel trägt. Einen Zipfel des Mantels hat ein Gewappneter gefasst. der mit dem Rücken gegen den Beschauer gewendet ist und mit geballter Faust die andrängenden schreienden Juden zurückzuhalten sucht. Dieser Haufe, unter dem auch zwei Gewappnete an ihren Helmen kenntlich sind, füllt die rechte Seite. Die Tracht, z. B. die Haube des Pilatus und die geschlitzten kuhmäuligen Schuhe desselben, verweisen den Stein in den Anfang des XVI. Jahrhunderts.

Von dem im Etwas 1. c. erwähnten Stationsstein mit der Darstellung der Kreuztragung ist ein Rest links neben der Tür des Diakonatshauses eingemauert. Die Abbildung zeigt Christus unter dem Kreuze niedergebrochen, Simon von Kyrene das Kreuz tragen helfend, einen Krieger, der den niedergesunkenen Heiland antreibt, und im Hintergrunde zwei verstümmelte Figuren. (R.-A. Crull.)

.

.

.

Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe und Kunsthistoriker, Direktor der Großherzoglich-Schwerinschen Kunstsammlungen

Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe und Kunsthistoriker, Direktor der Großherzoglich-Schwerinschen Kunstsammlungen

Rostock. 115 St. Petri-Kirche Stations-Relief

Rostock. 115 St. Petri-Kirche Stations-Relief