Rostock - Die St. Marien-Kirche - Gitterwerk

Aus: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. I. Band
Autor: Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe, Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Hofrat, Erscheinungsjahr: 1898

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Amtsgerichtsbezirk Rostock, Hansestadt, Denkmäler, Bauten, Architektur, Kirchen, Kirchenmobiliar, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Denkmalsschutz, Geschichte, Geschichtsdenkmäler, Regionalgeschichte, Landesgeschichte, Stadtgeschichte, Kirchengeschichte, Marienkirche
Um die, jetzt an die Westwand des Turmes gestellte und vom Hauptgange im Mittelschiff her unter dem fürstlichen Chor hindurch sichtbare, alte bronzene Fünte vom Jahre 1290 herum sind Reste eines alten prächtigen Gitter- und Schrankenwerks aufgestellt, das einstmals vor dem Altar im Chor der Kirche verwandt war. Ein Teil desselben wurde im Anfang der vierziger Jahre des Jahrhunderts zur Ausbesserung von Kronleuchtern verwandt (s. o.). Das unmittelbar vor der Fünte aufgestellte Gitter mit einer Eingangstür zeigt ein prächtiges schweres Messingstabwerk im Mischstil der Spätgotik und Renaissance, dazwischen vier in Messing gegossene Pilasterhermen, die bereits ganz im Geschmack der Renaissance sind, und als Bekrönung über dem Gesims die vier Evangelistengestalten und zwischen diesen drei Christus-Medaillons mit einer von sitzenden Engeln gehaltenen Handeinfassung: alles das ebenfalls in Messing gegossen und ziseliert. Auch am Christuskopf links die Jahreszahl 15. . (die beiden entscheidenden Ziffern fehlen). Die hohe Renaissance-Brüstung hinter der Fünte (unmittelbar mit der Westwand verbunden) ist von Holz und mit sieben Heiligenfiguren bekrönt, die, etwa die h. Katharina ausgenommen, nicht mehr zu bestimmen sind und ursprünglich auch, wie der Stil zeigt, einem gotischen Schrein angehört haben werden. Außerdem noch an der Wand eine kleine Madonna mit dem Kinde in vergoldetem Messingguss, die wohl zum Schrankenwerk gehört haben wird.

      „Für Reinmachung des Messing’schen Schrankenwerkes vorm Altare item aller Stück Arm und Zwoer Kronen“ wurden nach dem Notabilienbuch der Marien-Kirche S. 1 den 21. Mai 1597 3 fl. 8 ß gezahlt. Es war also bereits vor 1597 vorhanden.
Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe und Kunsthistoriker, Direktor der Großherzoglich-Schwerinschen Kunstsammlungen

Schlie, Friedrich Dr. (1839-1902) Professor, Archäologe und Kunsthistoriker, Direktor der Großherzoglich-Schwerinschen Kunstsammlungen

Rostock. 026 Marienkirche, Rückwand der Taufe

Rostock. 026 Marienkirche, Rückwand der Taufe

Rostock. 26 Marienkirche, Vordere Gitterwand der Taufe

Rostock. 26 Marienkirche, Vordere Gitterwand der Taufe