Noch ein Wort über den Kalk, dessen sich unsere Alten zu ihren Bauten in Mecklenburg bedienten. 1826

Aus: Freimütiges Abendblatt, Band 8 (1826)
Autor: Redaktion - Freimütiges Abendblatt: Flörke, Erscheinungsjahr: 1826
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Landesgeschichte, Baustoffe, Bauwirtschaft, einheimische Rohstoffe
Und über das, was der Hr. Korrespondent des Abendblatts in der Note (No. 364) über den schwedischen Kalt sagt.
Nachdem ich den Aufsatz, in der Überschrift näher bezeichnet, schon geschrieben hatte, ward mir, aus einer Chronik angeblich, mitgeteilt, dass man in Mecklenburg, in der Vorzeit den Segeberger Kalk zumZweck der Bauten habe kommen lassen.

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Es ist dies leicht möglich, dass, so wie wir es jetzt noch machen, auch unsere Vorfahren aus der Fremde kommen ließen, was sie in der Heimat ebenfalls hatten finden können, und wie man nun vernimmt, in hinreichender Menge. So soll unter andern auch ein nicht zu berechnender Vorrat des schönsten Kalks in der ganzen Richtung von Brothagen, bei Doberan, bis Brunshaupten vorhanden sein. Der Brothager Kalk ist ganz vorzüglich brauchbar, und man bedauert es in der ganzen hiesigen Gegend, dass von dorther lein Kalt zu beziehen ist, da, wie mir gesagt worden, nur so viel alljährlich bereitet wird, als nach geschehener Zimmerbesichtigung die Bauten im Umkreise des Amtes für ein Jahr erfordern.
Was auch der Herr Korrespondent sagt, so scheint mir der schwedische Kalt doch von andrer Natur, als der mecklenburgische, zu sein, welches daraus hervorgeht, dass der Brothäger Kalk z. B., so wie er gelöscht ist, gleich verarbeitet werden muss, sonst wird er zu einer Steinmasse. Der schwedische Kalt soll aber immer brauchbarer werden, je länger er gelöscht in den Kalkgruben liegt. Wenn aber auch der schwedische Kalt nach 500 bis 600 Jahren seine Bindekraft aufs schönste beurkundet, so ist es gleichwohl wahr, dass er, der Einwirkung der Atmosphäre ausgesetzt, zum Ausfugen und Verzwicken der Gebäude angewandt, nicht 2 Jahre ausdauert.

Noch erwähne ich, dass zuweilen, wie im letzten Sommer, gar kein schwedischer Kalk zu haben ist, so dass vorhabende Bauten wegen Mangel an Kalk aufgestützt werden müssen. Würden aber Vorräte von einheimischem Kalt im Lande angelegt: so könnte uns dies Material nicht fehlen, und würde auch vielleicht nicht teurer, aber gewiss besser zu haben sein, als wir solches bisher aus Schweden bezogen.
K. Mulsow. Flörke.

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Neubukow, Rathaus

Neubukow, Rathaus

Neubrandenburg, Rathaus

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Wismar, Rathaus

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Wismar, Wassertor

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