Neubrandenburg, den 18. Februar 1825 – Selbstmord eines Arbeitsmanns wegen Rechtsstreit

Aus: Freimütiges Abendblatt, Band 8 (1826)
Autor: Redaktion - Freimütiges Abendblatt, Erscheinungsjahr: 1826
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Neubrandenburg, Selbstmord, Selbsttötung, Gerichtsurteil, Nachbarschaftsstreit, Sittenbild, Stadtgeschichte
Vor einigen Wochen verübte wiederum ein hiesiger Arbeitsmann, der sonst sein gutes Brot hatte und ein eigenes Häuschen besaß, einen Selbstmord an sich. Zwar ward ihm ärztliche Hilfe zu Teil, und die Wunde, welche er sich am Halse geschnitten hatte, wurde zugenäht; dennoch gab er nach 4 Tagen, die er noch verlebte, seinen Geist auf.
Mit seinem Nachbarn war er wegen des Rechts der Aus- und Abfahrt, welches dieser über seinen Torweg ausübte, in Prozess geraten, und das Urteil des hiesigen Gerichts war wider ihn ausgefallen.
Diesen Umstand, der seiner Erwartung und Überzeugung nicht entsprach, wie die Schwierigkeit, die Gerichts-, und Advokaturkosten aufzubringen, hatte er sich zu Gemüht gezogen, und dies hatte den Entschluss, sich zu töten, herbei geführt.

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Neubrandenburg, Rathaus

Neubrandenburg, Rathaus

Neubrandenburg, Stargarder-Tor

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Neubrandenburg, Dangel-Turm

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