Mecklenburgs kunst- und kulturgeschichtliche Museen

Autor: Redaktion Ostmecklenburgische Heimat, Erscheinungsjahr: 1928
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Güter, Bauern, Nachtwächter, Gutsfrau, Sittenbild, Sitten- und Kulturgeschichte, Landwirtschaft
Aus: Ostmecklenburgische Heimat. Halbmonatszeitschrift der „Teterower Nachrichten“ für ostmecklenburgische Heimatwerte und Landeskunde. Verantwortlich für den gesamten Inhalt: Studienrat Dr. Gerhard Böhmer. — Druck und Verlag von Hermann Decker, Teterow, Malchiner Straße 15. — Erscheinungsort Teterow. (Mecklenburgische Schweiz) 1. Jahrgang. 1928. [im Bestand des Stadtarchivs der Stadt Teterow]

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Eine Heimatzeitschrift „Ostmecklenburgische Heimat“ gab der Verlag Hermann Decker, Inhaber Ernst Vick, in den Jahren 1928 bis 1945 regelmäßig heraus. Die Auflage betrug 3000, später 4000 Exemplare.(Aus: Kurt Bernhard, Die Zeitungs- und Zeitschriften –Verlage in Mecklenburg, 1982/83) F. Herholz

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Unter diesem Titel gibt Dr. H. Reisserscheidt-Schwerin in Schmidts „Heimatbuch Mecklenburg“ ausführliche Berichte. Er bespricht zunächst unsere großen Landesmuseen und kommt dann, wie folgt, zu den kleineren Ortssammlungen:

Die übrigen kunst- oder kulturgeschichtlichen Sammlungen beider Mecklenburg sind Ortsmuseen und erfüllen im wesentlichen die Aufgabe, die Altertümer ihres Interessengebietes zu sammeln und der Nachwelt zu erhalten.

Rostockt: Altertumsmuseum. Sammlungen des Vereins für Rostocks Altertümer. Im oberen Stockwerk des Lindenhofes 1885 der Öffentlichkeit erstmalig zugänglich gemacht, seit 1903 mit der Gemäldesammlung des Kunstvereins, später noch mit einer völkerkundlichen Sammlung im eigenen Gebäude vereint. Gesammelt wurden: Vorgeschichtliche Altertümer des Stadtgebietes sowie Denkmäler zur Geschichte der Stadt und ihrer Kultur. Städtische Kunstsammlung: Schöpfung des 1814 gegründeten Rostocker Kunstvereins, 1859 eröffnet. Sie bietet ältere deutsche, niederländische, italienische sowie neuere deutsche Gemälde; vereinzelte Plastiken.

Wismar: Städtisches kulturgeschichtliches Museum. Es ist hervorgegangen aus den Sammlungen des 1863 gegründeten Altertumsvereins, die sich zunächst in einem Mietshause in der Dankwartstraße befanden; als städtisches Museum wurde von 1864 ab in den oberen Räumen der neuen Hauptwache, seit 1881 in der „Alten Schule“ untergebracht. Das Museum enthält außer einigen vorgeschichtlichen Altertümern in der Hauptsache Denkmäler kirchlicher und bürgerlicher Kultur Wismars.

Neubrandenburg: Städtische Kunstsammlung. Aus Vermächtnissen hervorgegangen und seit 1920 im Palais unter Einbeziehung von Zimmern „Dörchläuchting“ untergebracht und mit einer Fritz Reuter-Sammlung vereint, umfasst sie ältere und neuere Gemälde, kunstgewerbliche Arbeiten und Kupferstiche. Altertümersammlung (Treptower Tor) 1872 gegründet, enthält sie heimische vorgeschichtliche Funde, kirchliche, Zunft- und Haus-Altertümer, Foltergeräte, Wassen und Ausrüstungsstücke; außerdem Natura und Völkerkundliches.

Güstrow: Museum des Kunst- und Altertumsvereins. Ehemals am Domplatz seit 1924: in eigenen Räumen am Wall. Es beschränkt sich seit der Neuordnung aus Altertümer auf Güstrow und aus Güstrows Umgebung und enthält: Vorgeschichtliche Funde, Kirchliches, Bürgerlich-Bäuerliches und vor allem Gegenstände der alten Güstrower Innungen und Zünfte. Vorgesehen sind Räume für wechselnde Kunstausstellungen.

Doberan: Heimatmuseum. Vom Heimatbund 1913 begründet, jetzt in den Räumen der alten Bauhütte. Es enthält: Vorgeschichtliches, kirchliche, kleinbürgerliche und bäuerliche Altertümer, alte Wassen und militärische Erinnerungsstücke, Modelle und Nachbildungen aus der Bauhütte Möckels.

Schönberg: Heimatmuseum. Sammlungen des 1901 gegründeten Altertumsvereins für das Fürstentum Ratzeburg: Vorgeschichtliche, bäuerliche und kleinbürgerliche Altertümer, Zunftgegenstände und kirchliche Geräte in bescheidenem Umfange.

Warnemünde: Museum. Es enthält die vom Plattdeutschen Verein für Warnemünde und Umgebung seit 1914 gesammelten Warnemünder Altertümer.

Parchim: Im Rathaussaal befinden sich seit 1911 einige vorgeschichtliche Altertümer, Zunft- und Hausgeräte.

In unserer Ost-mecklenburgischen Heimat ist nun vor Jahresfrist auch Malchin in die Reihe der kleineren Städte mit Ortsmuseen eingetreten. Der 45jährigem eifrigen Sammlertätigkeit des Herrn Lehrer i. R. Berg in Malchin verdankt die Stadt in erster Linie ihr neues Heimatmuseum, dessen Lob bereits vielerorts in Mecklenburg erklingt. Die Stadt Malchin übernahm seine interessante und umfangreiche Sammlung, die manche sehr wertvollen Stücke enthält, käuflich und erweiterte sie. Drei Räume in dem schönen neuen Rathaus wurden zur Verfügung gestellt, und seit kurzem ist es Herrn Berg sogar gelungen, dem Museum in Gestalt eines großen Heimatmuseumsvereins für die Zukunft ein wirksames Rückgrat zu geben.

Die größere Stadt Teterow wird sich an diesem äußerst lobenswerten Vorgehen ihrer Nachbarstadt Malchin ein Muster nehmen. Schon vor Jahren wurde die Einrichtung eines Heimatmuseums lebhaft erwogen; aber leider ist es damals bei diesen Erörterungen geblieben. Nun haben Mitglieder des Rates, des Verkehrsvereins und etliche Privatpersonen einen Interessenverband zur Durchführung dieses Planes gebildet, dessen Verwirklichung nur noch eine Frage der nächsten Zeit sein dürfte.
Rostock Altstadt vom Steintor.

Rostock Altstadt vom Steintor.

Wismar - Markt.

Wismar - Markt.

Teterow.

Teterow.

Doberan Herzogl. Palais

Doberan Herzogl. Palais

Güstrow - der Dom.

Güstrow - der Dom.

Neubrandenburg - Stadttore.

Neubrandenburg - Stadttore.

Malchin - Marktplatz.

Malchin - Marktplatz.

Teterow, Rathaus (www.bergringfoto.de)

Teterow, Rathaus (www.bergringfoto.de)

Teterow, Malchiner Tor (www.bergringfoto.de)

Teterow, Malchiner Tor (www.bergringfoto.de)

Teterow, Stadtzentrum (www.bergringfoto.de)

Teterow, Stadtzentrum (www.bergringfoto.de)