Landreise von Rügen bis Altona - Ruhetag in Rostock

Aus: D. Anton Friderich Büsching, . . . , eigene Lebensgeschichte, in vier Stücken.
Autor: Büsching, Anton Friedrich (1724-1793) evangelischer Theologe und Geograph, Erscheinungsjahr: 1789
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Büsching, Reise
Am 10ten Juli. Früh Morgens schickten wir ein Paar Briefe nach St. Petersburg auf die Post, und um 6 Uhr fuhren wir mit Postpferden zum Teil in einer Mietkutsche, zum Teil auf einem offenen Wagen, nach Rostock ab, dahin man von Stralsund 9 Meilen hat. Alle Gegenden, durch welche wir fuhren, gefielen unseren petersburgischen jungen Herren ungemein gut, wie sie denn auch schön waren. Kurz vor der ersten Station fuhren unsere Postillions zur Abkürzung des Wegs durch eine Wiese, wurden aber durch eine Anzahl Bauern, welche mit Stöcken herzueilten, angehalten, und die Bauern wollten die Pferde ausspannen. Ich fragte sie ernstlich, was sie wollten? ob ein Schaden von einem Schilling es wert wäre, dass sie so viel Lärmen erregten? Ich wollte ihnen 4 Schillinge schenken, allein sie gaben dieselben mit Verachtung zurück. Da fing ich an sie zu bedrohen, dass ich sie bei ihrem Edelmann wegen ihrer Grobheit verklagen wolle, und befahl dem Postillion fortzufahren. Solches geschah, und die bestürzten Bauern bekamen nun nichts.

Abends zwischen 8 und 9 Uhr trafen wir zu Rostock ein, und fanden am Markt abermals ein gutes Wirtshaus.

Am 11ten Juli. Wir machten diesen Tag zum Ruhetage, um uns von den Reisebeschwerden ein wenig zu erholen. Ich besuchte einige hiesige Gelehrte und meine jungen Begleiter wohnten der Vorlesung des Professors Becker über die Physik bei. Eben derselbige lud uns insgesamt auf den Abend zum Essen ein, bei welchem wir noch einige hiesige Professoren mit ihren Frauen antrafen. Vorher hatte meine Gattin auch einige Familien, bei denen ich Vormittags allein gewesen war, besucht. Die hiesige Universität ist jetzt in sehr geringen Umständen, sie soll aber doch noch mehrere Studenten haben als die Universität zu Bützow, durch welche sie ruiniert worden.

Den 12ten Juli. Zwischen 5 und 6 Uhr reisten wir abermals mit einer Mietkutsche und einem offenen Postwagen weiter, und legten die 6 starken Meilen, welche wir bis Wismar hatten, glücklich zurück.

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Rostock - Giebelhäuser bei der Nicolaikirche

Rostock - Giebelhäuser bei der Nicolaikirche

Rostock - Markt, Marienkirche und Blutstraße

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Hansestadt Rostock - Stadtansicht

Hansestadt Rostock - Stadtansicht

Rostock - Petrikirche mit Petritor

Rostock - Petrikirche mit Petritor

Rostock, Lange Straße, Marienkirche in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts

Rostock, Lange Straße, Marienkirche in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts