Güstrow, den 31. Januar 1825 – Strenge Kälte forderte ein Todesopfer

Aus: Freimütiges Abendblatt, Band 8 (1826)
Autor: Redaktion - Freimütiges Abendblatt, Erscheinungsjahr: 1826
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Güstrow, strenge Kälte, Todesopfer, Eisbahn, Wintervergnügen, Schlittenbahn, Stadtgeschichte
Das neue Jahr hat uns keine bedeutende Veränderungen gebracht und der nun verflossene erste Monat desselben ist fast ohne alle Merkwürdigkeiten vorüber gegangen. Die gewöhnlichen Neujahrswünsche, eigennützige und uneigennützige, wie sie nun einmal sind, umflatterten auch diesmal das neue Gesicht des guten Janus; fanden jedoch, da er es noch immer mit keinem Goldschmucke bekleidet, weniger Befriedigung wie sonst.

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Dass er uns aber statt dessen noch für diesen Winter eine so barsche Kälte mitbringen werde, als er es getan hat und bereits von anderen Orten her gemeldet worden ist, hätten wir ihm nicht mehr zugetraut.
Indessen benutzen wir nun die, wenn gleich dürftige Schlittenbahn nach Möglichkeit, wiewohl es zu einem öffentlichen Aufzuge nicht kommen wollte.

Während der strengen Kälte erfror sogar ein Mensch hier in der Stadt, und zwar, was das Auffallendste ist, in seiner eigenen Kammer. Als Säufer und unbeschäftigter Herumtreiber von Profession war er auch jetzt wieder betrunken zu Hause gekommen, in seiner Kammer niedergefallen und wurde am andern Morgen dort tod gefunden. Die Leichenöffnung zeigte sein Gehirn in einen Eisklumpen verwandelt.
Güstrow - der Dom.

Güstrow - der Dom.

Güstrow im Jahre 1632.

Güstrow im Jahre 1632.

Güstrow - der Markt.

Güstrow - der Markt.

Güstrow.

Güstrow.