Geschichte der Stadt Rostock – Erstes Buch – Das Aufblühen der Stadt – 6. Rostock im hansischen Städtebund

Aus: 1. Teil. Von der Gründung der Stadt bis zum Tode Joachim Slüters (1532)
Autor: Koppmann, Karl (1839-1905) Stadtarchivar, Erscheinungsjahr: 1887

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Reformationszeit, Joachim Slüter, Wendenburg, Niklot, Warnow, Alt-Rostock
Der Bund der fünf wendischen Städte hatte durch den planmäßigen Kampf, den unter des Dänenkönigs Führung die norddeutschen Fürsten gegen die deutschen Ostseestädte in den beiden ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts richteten, sein Ansehen verloren und schien völlig gesprengt zu sein. Aber die gemeinschaftlichen Interessen und Bedürfnisse knüpften doch die zerrissenen Beziehungen und allmählich wieder zusammen. Im Jahre 1338 schlossen Lübeck, Rostock, Wismar, Stralsund und Greifswald mit mehreren Fürsten ein Landfriedensbündnis; im nächsten Jahr (1339) vereinigten sich Lübeck, Rostock, Wismar, Stralsund und Greifswald mit dem Grafen von Holstein zur Befriedung der See, zwei Jahre später (1341), nachdem Holsteins großer Fürst Gerhard III erschlagen und Waldemar Atterdag auf den dänischen Thron gekommen war, verbanden sich die fünf wendischen Städte mit dem Dänenkönig zur Bekämpfung der Söhne Gerhards; drei Jahre darauf (1344) wurde von ihnen ein Bündnis zum gemeinsamen Kampf gegen die Seeräuber mit König Magnus von Schweden geschlossen. Im Laufe eines Menschenalters hatte demgemäß der Bund der wendischen Städte seine alte Festigkeit zurückgewonnen.

Als im Jahr 1361 die Eroberung Wisbys durch König Waldemar den ersten Krieg der Hansestäste gegen Dänemark hervorrief, vereinigten sich Lübeck, Hamburg, Bremen, Kiel, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Anklam, Stettin, Kolberg mit den Königen Magnus von Schweden und Hakon von Norwegen. Durch den unglücklichen Verlauf desselben ward Rostock mit am härtesten getroffen, 1364 schmachteten noch 83 seiner Bürger und Söldner in dänischer Gefangenschaft und erst 1366 erhielt sein gefangener Hauptmann Ritter Barthold Stoltenberg seine Freiheit zurück. Der siegreiche zweite Krieg der Hansestädte gegen Waldemar von Dänemark und Hakon von Norwegen führte dagegen zu dem ruhmvollen Stralsunder Frieden vom 24. Mai 1370, durch den erst der hansische Städtebund seine volle Bedeutung, die unbestrittene Herrschaft auf der Ostsee und dadurch die Stellung einer nordeuropäischen Großmacht gewann.

Im ersten dieser Kriege bestanden die Kontingente der fünf Städte für Lübeck aus 600 Mann, für Rostock und Stralsund aus je 400, für Wismar und Greifswald aus je 200 Mann. Im zweiten Krieg, an dem sich 43 deutsche Städte beteiligten, war die Last, welche von den einzelnen Mitgliedern zu tragen war, nur halb so groß: von unseren fünf Städten wurden 800 Mann ausgerüstet, von Lübeck 300, von Stralsund 200, von Rostock 140, von Wismar 100 und von Greifswald 60 Mann.
Hansewappen

Hansewappen

Hanse Kogge

Hanse Kogge

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Lübeck Das Holstentor

Lübeck Das Holstentor

Greifswald Stadtansicht

Greifswald Stadtansicht

Stralsund Stadtansicht

Stralsund Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Hamburg, Flet in der Altstadt

Hamburg, Flet in der Altstadt

Bremen - Freihafen

Bremen - Freihafen