Geschichte der Stadt Rostock – Erstes Buch – Das Aufblühen der Stadt – 5. Rostock unter dänischer Herrschaft und Oberhoheit

Aus: 1. Teil. Von der Gründung der Stadt bis zum Tode Joachim Slüters (1532)
Autor: Koppmann, Karl (1839-1905) Stadtarchivar, Erscheinungsjahr: 1887

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Reformationszeit, Joachim Slüter, Wendenburg, Niklot, Warnow, Alt-Rostock
Der letzte Spross des Rostocker Fürstenhauses war Nikolaus das Kind, ein Enkel Heinrich Borwins III, der Sohn Waldemars. Auf den Rat des Fürsten Heinrich II von Mecklenburg hatte sich Nikolaus mit dessen Schwägerin, Margaretha, einer Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, verlobt, brach aber dieses Verlöbnis und vermählte sich auf Anraten des Fürsten Wizlaw von Rügen im Jahre 1299 mit Margaretha, der Tochter Bogislaws IV von Pommern-Wolgast. Das gab den Anlass oder den Vorwand zu einem Bündnis, dessen Seele Nikolaus von Werle gewesen zu sein scheint und das darauf hinaus ging, Nikolaus dem Kind sein Land abzugewinnen. Gegen die verbündeten Fürsten suchte Nikolaus Schutz ei König Erich Menved von Dänemark; am 22. Oktober 1300 nahm er Stadt und Land Rostock von ihm zu Lehn.

Im Juni 1301 kam König Erich nach Rostock, schloss aber bald darauf Frieden mit Nikolaus von Werle und teilte sich mit ihm in das Land seines Lehnsträgers. Ihrem verratenem Landesherrn getreu, leistete Rostock dem Dänenkönig Widerstand. Am 26. August 1302 aber schlossen vor der belagerten Stadt die Herzöge von Schleswig und Langeland, die Grafen von Holstein, die Fürsten von Rügen, von Werle und von Mecklenburg mit König Erich und den Markgrafen von Brandenburg einen Vertrag, nach welchem alle Teilnehmer dazu helfen wollten, dass König Erich Stadt und Land Rostock bekäme. Gegen Mitte September war Erich Herr der Stadt, in der nunmehr dänische Vasallen als Hauptleute des Landes Rostock die Rechte ihres Königs wahrnahmen.

Im Sommer 1311 brach zwischen dem Fürsten Heinrich von Mecklenburg und der Stadt Wismar ein Kampf aus. Die Stadt Rostock verschloss dem König Erich am 12. Juni ihre Tore und leistete trotz seines Verbots der belagerten Schwesterstadt Beistand. Am 6. September ernannte der König den Fürsten Heinrich zum Hauptmann des Landes Rostock.

Fürst Heinrich sperrte den Rostockern die See ab durch zwei Türme, die er bei Warnemünde zu beiden Seiten des Stromes erbaute; die Rostocker aber brannten den einen Turm nieder, zwangen die Besatzung des anderen zur Übergabe und erbauten ihrerseits einen Turm zur Bewahrung des Fahrwassers.

Am 30. Juni 1312 lagerte König Erich in Warnemünde und gegen die Mitte des September musste sich die Besatzung des Turmes nach elfwöchentlicher Belagerung ergeben. Nun begann der Kampf gegen die Stadt selbst. Am 7. Dezember schloss Rostock Frieden mit den Markgrafen von Brandenburg; am 15. Gelobten sie, dem Fürsten Heinrich zu Händen König Erichs den Treueid zu leisten.

Schon die Nachricht vom Fall des Warnemünder Turms hatte in Rostock einen Aufruhr hervorgerufen; das Versprechen der Huldigung führte zu einem neuen Aufstande und zum Umsturz der Stadtverfassung. Erst nach Jahresfrist gelang es dem Fürsten, in Folge eines Vertrages, den er mit acht vertriebenen Ratsmitgliedern geschlossen hatte, in die Stadt zu kommen, wo ihm am 19. Januar 1314 der wieder eingesetzte Rat die versprochene Huldigung leistete. Der unglückliche Fürst Nikolaus von Rostock, der dies Alles noch miterlebt hatte, starb bald darauf am 15. November 1314.

Fürst Heinrich von Mecklenburg, der bisherige Hauptmann des Landes Rostock, erhielt dasselbe am 7. Januar 1317 von König Erich zu erblichem Lehn. Diesem Lehnverband zuwider nahmen die Fürsten Albrecht und Johann am 8. Juli 1348 bei ihrer Erhebung zu Herzögen ihre Lande von König Karl IV zu Reichslehn; am 8. Mai 1350 verglichen sie sich aber mit König Waldemar von Dänemark dahin, dass sie sich bereit erklärten, sich von ihm mit dem Lande Rostock belehnen zu lassen.
Hansewappen

Hansewappen

Hanse Kogge

Hanse Kogge

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Wirtshausszene in der Hansezeit

Wirtshausszene in der Hansezeit

Flucht an Bord einer Kogge

Flucht an Bord einer Kogge

Stralsund Stadtansicht

Stralsund Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht