Geschichte der Stadt Greifswald - 16. Die Regierungszeit Karl XI., von 1660 — 1697.

Aus der Landesgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns
Autor: Hahn, J. C. (? - ?) Gymnasiallehrer, Erscheinungsjahr: 1860
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Pommern, Sitten und Gebräuche,
Während das ganze mittlere Europa und besonders unser deutsches Vaterland, das noch an den Wunden, die ihm der 30jährige Krieg geschlagen hatte, blutete und unter einem schwachen Oberhaupt und bei der Uneinigkeit seiner Fürsten einen nur geringen Widerstand leisten konnte, von dem Ehrgeize und der Ländergier Ludwigs XIV. fortwährend erschüttert wurde, genoss das schwedische Reich und mit demselben seine deutschen Erwerbungen einer beneidenswerten Ruhe und erholte sich sichtlich von den Leiden und Verlusten der vorhergegangenen Zeiten. Aber ehe noch Karl XI., dem sein Vater als fünfjährigen Knaben das Reich hinterlassen hatte, die Regierung selbst antreten konnte, hatte Ludwig XIV. durch Bestechung des schwedischen Reichsrates ein Bündnis zwischen Schweden und Frankreich zu Stande gebracht, 1672, dessen Zweck kein anderer war, als dem großen Kurfürsten, in welchem er nebst dem Erbstatthalter von Holland, Wilhelm von Oranien, seine gefährlichsten Feinde erkannte, einen Feind in seinem Rücken zu erwecken und ihn von dem Kriege am Rhein zur Verteidigung seiner eigenen Staaten abzuziehen. In Folge dieses Bündnisses rückten die Schweden im Jahr 1674 in die Mark Brandenburg ein und besetzten sie unter großen Bedrückungen. Sie erwarteten nicht, dass der Kurfürst seinem Lande bald werde zu Hilfe kommen können, und zerstreuten sich in weit auseinander liegende Winterquartiere. Darin wurden sie aber im Anfang des Sommers von 1675 überrascht und am 18. Juni bei Fehrbellin aufs Haupt geschlagen. Dadurch bahnte der Kurfürst sich und seinen Verbündeten, den Dänen, den Weg nach Pommern. Im Jahre 1678 lagerte er sich wieder vor Greifswald, das sich wiederum tapfer verteidigte, während Stralsund in Brand geschossen und eingenommen wurde.

Der schwedische Kommandant, Claus von Vieting, hielt die Stadt vom Juli bis in den November, wo ein grausames Bombardement, welches 144 Häuser in Asche legte, ihn endlich zwang, die Stadt zu übergeben. Der Kurfürst ließ sich hier, sowie in ganz Schwedisch-Pommern huldigen, aber er konnte seine Eroberung nicht behaupten, da er von dem Kaiser und seinen übrigen Verbündeten verlassen, der Macht Ludwigs XIV. allein nicht zu widerstehen vermochte. Im Frieden zu St. Germin 1679 musste er daher das eroberte Land an Schweden zurückgeben.

Die Universität hatte seit dem 22. Oktober 1663 zum Andenken an die Herzogin Anna von Croy, die letzte Sprössling in des ausgestorbenen Fürstengeschlechts, einen jährlichen Redeactus angeordnet. Derselbe wurde 1680 durch ihren Sohn Bogislav von Croy zu dem noch jetzt gefeierten Croyfeste erweitert. Dasselbe wird in jedem zehnten Jahre durch einen actus orationis begangen. Er schenkte laut seines Testamentes 1687 der Universität einige Andenken, nämlich den Siegelring Bogislaws XIV., eine goldene Kette, die er getragen hatte, und einen großen gewirkten Teppich, auf welchem das pommersche und kursächsische Fürstenhaus vom Jahre 1554 dargestellt ist. Diese Andenken werden bei der jedesmaligen Feier des Festes ausgestellt.

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Karl XI. (1655-1697) König von Schweden

Karl XI. (1655-1697) König von Schweden

Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) trug den Beinamen: der Große Kurfürst

Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) trug den Beinamen: der Große Kurfürst

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich um 1661

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich um 1661

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich 1674

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich 1674

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich, Münze

Ludwig XIV. (1638-1715) König von Frankreich, Münze