Geschichte der Stadt Greifswald - 03. Das damalige Geld.

Aus der Landesgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns
Autor: Hahn, J. C. (? - ?) Gymnasiallehrer, Erscheinungsjahr: 1860
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Pommern, Sitten und Gebräuche, Greifswald, Handel, Hanse
Bei den Abbildungen handelt es sich nicht um die im Text beschriebenen Münzen. [Anmerkung der Redaktion]

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Um die Zeit des Ursprunges von Greifswald bezahlte man größere Geldsummen nicht in geprägter Münze, sondern man wog das Silber und nannte einhalbes Pfund eine Mark. Das Pfund hatte 32 Loth, und ein Loth wurde auch ein Schilling genannt. Wenn man in Marken Silbers zahlte, so gab man Stücken oder Stangen Silbers, die nach dem Markgewicht abgewogen wurden. Jetzt schlägt man aus einer solchen Mark reinen Silbers 14 Thaler preußisch Courant, wonach man den jetzigen Wert angegebener Verschreibungen berechnen kann. Zehn Mark Silbers sind gleich 140 Thaler jetzigen Geldes.

Das Silber war jedoch nicht in allen Städten gleich rein oder fein, daher man denn in den Verschreibungen die Stadt namhaft aufführte, nach derem Silbergehalt man rechnete, z. B. 30 Mark Lübisch. In Lübeck war das Silber damals 15 löthig; in Bremen 14 1/2 löthig, was sehr in Betracht kam.

Kleinere Summen anfangs und auch größere späterhin, wurden in Mark Pfennigen, d. h. in abgezählten gemünzten Stücken, berechnet und gezahlt. Unter Pfennigen, verstand man nicht bloß die wirklichen Pfennige, sondern gemünztes Geld oder Geld überhaupt, was noch aus der Redensart hervorgeht: „Er hat keinen Pfennig." Die Mark geprägten Silbers ward abgeteilt in 16 Schillinge, jeder zu 12 Pfennigen, enthielt also 192 Pfennige, Als geprägte Münze hatte man außer diesen Pfennigen Vierpfennigstücke oder Witten und später Schillinge oder Zwölfpfennigstücke. Diese Münzen waren sämtlich von Silber und hatten viel mehr Silbergehalt, als was man zu unseren Zeiten Pfennige, Witten und Schillinge genannt hat, von denen die ersteren, sowie die außer Gebrauch gekommenen Witten ganz von Kupfer sind. Große Münzen, wie Thaler und Gulden? wurden damals Hieselbst gar nicht geprägt. Da damals jeder Fürst und jede Stadt Münzen prägte, und es keine Norm gab, wie viel Kupfer er seiner Münze beimischen durfte, so musste der Wert der verschiedenen Münzen sehr ungleich ausfallen, welches im Handel und Verkehr sehr beschwerlich war und zu vielen Übervorteilungen der Unkundigen führte. Der allgemeine Gang der Münzveränderung war, dass man von Jahrhundert zu Jahrhundert die Pfennige immer mehr verschlechterte. Auf eine absichtliche Verschlechterung der Münze durch den vereidigten Münzmeister stand der Tod in siedendem Öl, welchen z. B. 1471 Meister Ludwig in Stralsund erlitt. Doch half dies wenig gegen die fortschreitende Verschlechterung der Münzen.

Unter diesen Umständen war es unerlässlich, bei einer Verschreibung die Art der Pfennige, in welcher gezahlt werden sollte, genau anzugeben. Man sagte also z. B. 10 Mark Sundischer Pfennige und setzte auch noch wohl hinzu: „So wie sie jetzt in Gang sind;" denn im nächsten Jahre konnten sie schon schlechter sein. Die Lübischen Pfennige waren die besten. Um 1250 schlug man zu Lübeck aus der Mark feinen Silbers zwei Mark Pfennige, und ein damaliger Lübischer Pfennig hatte also so viel Silberwert wie sechzehn jetzige Lübische Pfennige, Späterhin prägte man aus der Mark feinen Silbers drei Mark Pfennige, und noch später vier Mark, daher denn die Pfennige viel schlechter waren.

Zu Stralsund schlug man um das Jahr 1326 aus der feinen Mark vier Mark Pfennige, 1395 sieben, 1416 acht Mark. Eine Mark Sundischer Pfennige war 1241 wert 2 Thlr. 41 Schilling pommersch. Später sank sie noch weiter. Zu Greifswald verordnete Herzog Wartislav im Jahre 1325, dass die Mark feinen Silbers zu 4 1/2 Mark Pfennigen ausgeprägt werden sollte. Die Greifswaldischen Münzen, deren in der vom Kommerzienrat Pogge hinterlassenen Münzsammlung viele vorhanden sind, führen auf der einen Seite einen Greif, mit der Umschrift: moneta grypswoldensis, auf der andern ein Kreuz, in dessen Winkeln die Worte: da laudem deo, gib Lob dem Herrn, stehen.

Goldene Münzen, Goldgulden, zum Werte eines Dukaten, prägten die Lübecker seit 1341; in Pommern ließ erst Herzog Bogislav X. 1499 solche Goldgulden schlagen. Sie zeigen auf der einen Seite das pommersche Wappen, auf der andern die heilige Jungfrau mit dem Jesuskinde auf dem Arme und der Umschrift: conserva nos domina, d. h. erhalte uns, o Herrin!

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Mecklenburg, Reichsthaler 1681

Mecklenburg, Reichsthaler 1681

Mecklenburg, Zweidrittel-Thaler 1826

Mecklenburg, Zweidrittel-Thaler 1826

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1621

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1621

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1659

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1659

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1661

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1661

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1667

Brandenburg, Brakteat, Otto I. (1157-1184), 1667

Lübeck, Halber Reichsthaler 1620

Lübeck, Halber Reichsthaler 1620

Lübeck, Halber Schautaler 1531

Lübeck, Halber Schautaler 1531

Magdeburg, Brakteat 1494

Magdeburg, Brakteat 1494

Der Frieden ist das höchste Gut (Pax optima rerum) (R)

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