Gedichte von Auguste Zinck (1821-1895) in Rostock geborene Dichterin

Aus: Vom Ostseestrand. Belletristisches Jahrbuch aus Mecklenburg herausgegeben von Eduard Hobein.
Autor: Zinck, Gustava Sophia Agneta, geborene Raddatz (1821-1895) Mecklenburger Dichterin und Schriftstellerin, Erscheinungsjahr: 1868
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Ostseestrand, Gedichte, Anekdoten
Hobein, Wilhelm Ludwig Eduard (1817-1882) mecklenburger Jurist, Schriftsteller und Herausgeber.(1839-1843) Studium an der Universität Rostock

Das deutsche Wort, die deutsche Kunst, sie sind das schöne Band,
Das ewig fest vereint und schmückt das deutsche Vaterland.
Und wie der Schönheit höchster Schmuck nur herrlicher gedeiht,
Wo Farb’ und Klang und Duft und Sang der Fülle Wechsel leiht:
So pflegt der Heimat Gärten nur in echter Eigenart
Mit Keimen voller Kraft und Mark, mit Blüten duftig zart, -
O Gott, was wird’s im deutsche Land ein lichter Jubel sein,
Wenn wie die Blüten frisch und schön die Früchte dort gedeihn!

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Mein Liebstes

Was ich am liebsten höre,
Ist deiner Stimme Laut,
Du hast die liebsten Augen,
In die ich je geschaut.

Du hast das liebste Lächeln,
Das je mein Herz erhellt,
Du bist für alle Zeiten
Mein Liebstes auf der Welt!

O wäre die Erinnerung

O wäre die Erinnerung
Ein Garten voller Blüten,
Da riss’ ich alles Unkraut aus
Und wollt’ die Blumen hüten.

Die Distel und den Dornenstrauch,
Die weiht ich dem Verderben, —
Du aber, meine Rose schön,
Sollst mir am Herzen sterben!

Die Hoffnung ein grüner Baum

Die Hoffnung ein grüner Baum
Am duft’gen Waldessaum
Mit Blüten so dicht, —
Der so viel uns verspricht.

Die Erinn’rung ein dürres Blatt,
Das man bewahrt sich hat
Im alten Buch. —
Es gab der Täuschung genug!
So wird auch dieser Tag vergehn

So wird auch dieser Tag vergehn,
Wie all’ die andern gingen,
Er wird mich nicht in Tränen sehn
Und auch kein Glück mir bringen.

Nichts Liebes um mich, nicht allein,
Kein Sonnenstrahl, kein Regen,
Nicht Tag, nicht Nacht, nur Dämmerschein,
Kein Fluch und auch kein Segen.

Ein Kahn, an festen Ring gelegt,
Kein Ruhen und kein Streben:
Ein Blatt, das welk der Baum noch trägt,
Kein Sterben und kein Leben!

Sieh den Bach, er eilt zum Strome

Sieh den Bach, er eilt zum Strome
Und der Strom, er zieht ins Meer,
Unter weitem Himmelsdome
Wolk’ an Wolke schwebt daher.
So will Eines mit dem Andern
In herzinnigem Verein
Glücklich sein und fröhlich wandern,
Ich nur bin allein!

Sieh den Berg, ihn küsst der Himmel
Und die Wolken küssen sich,
Schau der Blumen bunt Gewimmel
Sich umschlingen schwesterlich, —
Und der Mondstrahl küsst die Fluten,
Unsre Erde küsst das Licht. —
Nur mein Herz muss still verbluten, —
Denn du küss’st mich nicht!

Wir haben dich so lieb gehabt

Wir haben dich so lieb gehabt,
So lieb wie irgend Einen!
Nun scheidest du, nun gehst du hin,
Wohl aus dem Aug’, nicht aus dem Sinn,
Wir bleiben hier und weinen!

Wir haben dich so lieb gehabt,
So lieb wie irgend Einen!
Jetzt fragen wir ganz kummervoll,
Wer ist’s, der dich ersetzen soll?
Wir wissen Keinen, Keinen!

Wir haben dich so lieb gehabt,
So lieb wie irgend Einen!
Doch bleibt uns noch, bist du auch fern,
Erinnerung — der helle Stern,
Der soll uns freundlich scheinen!

Ist dir das trübe Los beschieden

Ist dir das trübe Los beschieden,
Dass Böses man von dir geglaubt,
Bist du geächtet und gemieden, —
Nur um so stolzer trag’ das Haupt!

Sei still von deinen Kümmernissen
Und hab’ ein Lächeln stets bereit, —
Die dich gekränkt, lass nie sie wissen,
Wie tief dein Schmerz, wie groß dein Leid.

Doch flüchte mit dem wunden Herzen
Dich in die Stille ungesehn
Und bete: Herr, sieh meine Schmerzen, —
Lass diesen Kelch vorüber gehn!

Einer hochgeborenen Freundin

In bitterm Groll hatt’ es mich fort,
Aus aller Welt vertrieben,
Da lehrte mich dein freundlich Wort
Die Menschen wieder lieben.

Wohl gehst auf anderm Pfad du hin,
Und unsre Wege scheiden,
Ein andres Schicksal ist verliehn,
Ein andres Ziel uns Beiden.

Mit stolzer Flagge fährt dein Schiff,
Dir ebnen sich die Wellen, —
Mir kann am nächsten Felsenriff
Der morsche Kahn zerschellen.

Du schaust noch in den hellen Tag,
Und meine Sterne sanken,
Was uns vereint, ist nur — ein Dach
Und eines Hauses Schranken.

Darum halt’ ich mein Herze fest,
Das sich für dich will regen, —
Und doch, — wo du dich blicken lässt,
Da fliegt es dir entgegen!

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Aus dem Englischen

Nicht jung möcht' ich dich wiederseh’n

Nicht jung möchte’ ich dich wiedersehn,
Da ich nun selber alt, —
Nicht dass dir spurlos Lenze gehn,
Und dass ich selbst nun kalt.
Nein, seh’ auf deinem Antlitz ich
Des Alters Spur auch heut,
Wie süß erinnert Alles mich
An deine Jugendzeit.

Wenn auch des Auges lichter Schein
Nicht hell mehr strahlen mag,
Die Liebe spricht daraus so rein,
Wie einst am Hochzeitstag.
Dein Sang wie lieb und wenn er schon
Auch jetzt viel leiser klingt,
Es ist ja noch der alte Ton,
Der warm ins Herz mir dringt.

Sprich milde Worte!

Sprich milde Worte, denn ich weiß,
Wie heilend sie dem Schmerz,
Sie fallen oft wie Manna leis’
In manch gebrochnes Herz.

Wie’s Vöglein oft an wüsten Ort
Gar selt’nen Samen trägt,
Keimt Hoffnung auch von mildem Wort,
Wo sonst nur Leid gehegt.

Nimm die Muschel so hell —

Nimm die Muschel so hell
Aus der Heimat, der See,
Sie klingt von der Well,
Wohin sie auch geh’.
Nimm ein liebendes Herz
Von Heimat und Herd,
Es singt seinen Schmerz
Bis ans Ende der Erd’.

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Schweriner See bei Vicheln

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Bernitt, Schwarzer See

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Ostseebad Ahrenshoop

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Hünengrab Dobberworth bei Sargard auf Rügen (2)

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Penzlin, Stadt-See

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Rostock, Kröpeliner Tor

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Rostock, Universität

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Schlemmin, Felsensteinkirche

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Wolgast, Hafen 2

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Schwerin, Schloss 1

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Schwerin - Totalansicht

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Warnemünde, Strom, Hafen und Leuchtturm

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Pilze satt, reiche Ausbeute in Mecklenburgs Wäldern. (Okt. 2013)

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