Die Blütezeit der Deutschen Hanse. Band 1

Hansische Geschichte von der zweiten Hälfte des XIV. bis zum letzten Viertel des XV. Jahrhunderts
Autor: Daenell, Ernst Robert Dr. (1872-1921) deutscher Historiker und Hochschullehrer, Erscheinungsjahr: 1905
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Hansebund, Hansa, Hansetag, Mittelalter, Bürgerstand, Koggen, Handel, Städtewesen, Bürgerleben,
Motto:

          Gii heren mogen mercken , wert
          de coppmann bedorffen, dar vorlost
          nymant mehr an, dan gy heren van
          den steden, want gy sind de
          coppmann.
              (Das hansische Kontor, d. Z. zu Deventer, 1452 an Danzig.)

                    Vorwort

Dem Pfingsten 1896 von der historischen Gesellschaft des Künstlervereins in Bremen erlassenen Preisausschreiben für eine Darstellung der Geschichte der deutschen Hanse vom Stralsunder Frieden 1370 bis zum Utrechter Frieden 1474 verdankt die vorliegende Arbeit die unmittelbare Anregung. Sie lag den Preisrichtern, den Herren Staatsarchivar Dr. von Bippen und Professor Dr. Dünzelmann-Bremen, Geh. Justizrat Professor Dr. Frensdorff-Göttingen, Stadtarchivar Dr. Koppmann-Rostock und Professor Dr. Freiherrn von der Popp-Marburg, nur etwa zu einem Drittel ausgearbeitet vor und fand ihre Billigung Pfingsten 1901.

Umstände persönlicher wie sachlicher Natur haben dann um vier Jahre die endgültige Fertigstellung der Arbeit verzögert. Doch dürfte für sie, wenngleich ein wesentlicher Grund der Verzögerung, das Erscheinen der Bände V und VIII (1899), IX (1902), VI (1905) des hansischen Urkundenbuchs von großem Vorteil gewesen sein. Denn der mannigfaltige, sehr wertvolle, zum Teil erdrückend reiche Inhalt derselben gehört vollständig in den zeitlichen Rahmen der Darstellung hinein.

Den in dem Preisausschreiben wie in dem Urteil von den Herren Preisrichtern ausgesprochenen Wünschen habe ich mich möglichst bemüht nachzukommen. Hinsichtlich des Umfanges ist mir dies nicht möglich gewesen. Ich habe deshalb statt eines übermäßig starken die Verteilung der Darstellung auf zwei handliche Bände vorgenommen.

Die eingehende Betrachtung, die ich besonders drei Dingen gewidmet habe, der hansischen Schifffahrt und Schifffahrtspolitik, dem Verhältnis der Hanse zum westlichen Europa und dem kommerziellen Aufschwung der Holländer, ist, wie ich hoffe, gerechtfertigt. Denn Schifffahrt und Schifffahrtspolitik der Hanse sind die Träger ihres Seehandels, ihrer Größe. In den Beziehungen der Hanse zu den westeuropäischen Mächten beruht ihre Weltstellung. Und die Holländer sind die einzigen, die schon in diesem Zeitraum einen wirklich gefahrdrohenden Wettbewerb für die Hanse entwickeln, von dem sie in den folgenden Zeiten allmählich überwältigt worden ist.

Gern danke ich auch an dieser Stelle Herrn Professor Dr. Kunze, Stadtbibliothekar in meiner Heimat Stettin, für die freundlichst mir ermöglichte Benutzung der Druckbogen zum 6. Band des hansischen Urkundenbuchs, Herrn Dr. de Gruyter, Inhaber der Firma Georg Reimer, für das stets bereitwillige Entgegenkommen gegen meine Wünsche, sowie derjenigen, der die Arbeit gewidmet, für viele im Verlauf ihrer Entstehung getreulich und gern mitgetragene Mühe.

D. Z. London, Oktober 1905.
Daenell.


Inhaltsverzeichnis - Erster Band

Erstes Buch. Die Hanse von der Erwerbung der großen Auslandsprivilegien bis zum ersten allgemeinen Statut c. 1356 bis 1418

I. Die Entstehung der Hanse 1356 — 1377


1. Einleitung. Veränderte Stellung des Ostseegebiets seit dem 12. Jahrhundert. Vorherrschaft der niederdeutschen Kaufleute im Handel und Verkehr des nördlichen Europa. Bedeutung Lübecks. Die deutsche Kaufmannschaft und das Ausland in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts

2. Die Hansestädte und Flandern. Bedeutung Flanderns und besonders Brügges für Handel und Verkehr in Europa. Fremde Kaufleute dort. Tuchindustrie und Maklergeschäft der Fläminger. Abhängigkeit von der Getreidezufuhr des Auslandes, besonders der deutschen Ostseeküsten, sowie von der Wollzufuhr Englands. Unterordnung der Niederlassung der deutschen Kaufleute zu Brügge unter die Gesamtheit ihrer heimischen Städte 1356. Verkehrssperre dieser gegen Flandern. Friedensschluss 1360. Garantierung der hansischen Privilegien durch den Landesherrn und die Städte Flanderns.

3. Die Hansestädte und der Norden. Ausfuhr- und Einfuhrartikel des skandinavischen Nordens. Deutsche Einwanderung in die Verkehrsplätze des Nordens seit dem 12. Jahrhundert. Stellung der dort angesessenen Deutschen in denselben. Eigenhandel der Skandinavier. Deutsche Handelsfaktoreien im Norden. Der deutsche Handel und Norwegen. Die Niederlassung der deutschen Kaufleute und die deutschen Handwerker in Bergen. Bedeutung Schönens, Heringsfang und Messe. Anteil der verschiedenen niederdeutschen Städtegruppen am Handel mit dem Norden. Wichtigkeit dieses nordischen Handelsgebiets für die Bevölkerung der wendischen Städte. Der Dänenkönig Waldemar IV. Atterdag und seine Politik. Sein Zerwürfnis mit den deutschen Seestädten. Unglücklicher Verlauf ihres Krieges gegen ihn 1362.

4. Weitere Festigung der Verbindung der Städte. Die Unterordnung der auswärtigen Niederlassungen unter die Leitung der Städte. Die ersten hansischen Statuten 1366

5. Die Erwerbung der Privilegien in Dänemark und Norwegen. Versuche einer Konföderation. Politik der wendischen Städte. Die Konföderation zu Köln 1367. Bündnisse mit Fürsten. Haltung der Binnenstädte. Der Krieg 1368/9. Der Friede zu Stralsund 1370. Die Städte im Pfandbesitz der vier schonischen Sund-schlösser. Politik Waldemar Atterdags in seinen letzten Lebensjahren. Der dänische Thronstreit und die Haltung der Hansestädte. Die Privilegien von 1376 38 — 46

6. Die Hansestädte und England. Handelsartikel Englands. Der englische Kaufmannsstand und die Fremden, insbesondere die Hansen. Die Unterordnung des Kontors zu London unter die Leitung der Hanse 1375. Auch in England die Wahrnehmung der hansischen Rechte fortan Aufgabe der Hanse.

7. Die neue Hanse der Städte. Grundlegende Bedeutung der beiden Jahrzehnte 1356 — 1377 für die Hanse. Lockerheit der Verbindung, Teilnahme an den Privilegien, Unklarheiten in der Zugehörigkeit zur Hanse. Hansische Urteile über ihre Privilegien. Die Aufgaben der Hanse. Die Stellung der wendischen Städte, insbesondere Lübecks, in der Hanse

II. Die Hanse und das Ausland von 1377 — 1418

1. Die Hanse und England. Stellung und Organisation der hansischen Kaufmannschaft in London und ganz England. Veränderungen in der Haltung der englischen Städte und Kaufmannschaft gegen die Hansen. Der englische Handelsstand will den Außenhandel seines Landes in seine Hände bringen. Das Haus der Gemeinen und die englische Handelspolitik. Zurückdrängung des englischen Handels in Norwegen und Schonen durch die Hanse. Der Aufschwung der englischen Tuchindustrie und das Vordringen der Merchant Adventurers ins Ostseegebiet. Stralsund und besonders Danzig die Hauptstätten ihres Verkehrs. Beschränkende Maßregeln gegen den Platzhandel der Engländer und Schotten dort. Der Versuch einer Navigationsakte und einer Beschränkung des hansischen Handels in England schlägt fehl. Schwäche und Finanznot der englischen Regierung. Schädigungen der Hansen und Gegenmaßregeln des preußischen Ordens und der wendischen Städte. Die Verträge von 1388. Festere Organisation der Merchant Adventurers. Englische Getreideeinfuhr nach der Ostsee bei Teuerungen. Steigende englische Tucheinfuhr dorthin. Allgemeiner Aufschwung des englischen Ostseehandels. Schlechte Behandlung der Hansen in England, Gewalttaten gegen sie auf See. Vorgehen des Ordens 1404 im Zusammenhang mit der dänisch-englischen Verbindung und seiner eigenen Verwickelung mit Dänemark. Die wendischen Städte schließen sich an. Mangelnde Einigkeit innerhalb der Hanse. Der Vertrag im Haag 1407 eine Niederlage der Hanse infolge der Verständigung zwischen England und Preußen. Die englische Tuchindustrie und die Merchant Adventurers. Stimmung in der Hanse gegen die Engländer.

2. Die Hanse und Flandern. Höhepunkt der wirtschaftlichen Blüte Flanderns. Der Aufstand in Flandern seit 1379, Schlacht bei Roosebeke. Wirkungen des Kampfes auf den Handel. Vergebliche Verhandlungen der Hanse zum Schutz ihrer Kaufleute und Privilegien mit der flandrischen Regierung. Entgegenkommen des Grafen von Holland. Verkehrsverbot gegen Flandern, Mecheln und Antwerpen, Verlegung der hansischen Niederlassung von Brügge nach Dordrecht 1388. Stellung des Ordens und seiner Städte. Einlenken Flanderns gegenüber der Hanse. Der Vertrag zu Hamburg 1391. Die Minderung der Selbständigkeit der flandrischen Städte gegenüber der neuen burgundischen Landesherrschaft. Rückkehr der Hansen nach Brügge. Holland zieht die der Hanse 1389 verliehenen Privilegien zurück.

3. Der deutsche Handel mit Polen, Litauen und Russland. Das östliche Handelsgebiet der Hansen und seine Artikel, die hansische Einfuhr nach dem Osten. Die Handelsbeziehungen des Ostens. Bedeutung Lembergs. Berührung zwischen dem hansischen und italienischen Handel auch hier. Verfall dieser Beziehungen und des Handels in Lemberg. Das kommerzielle Verhältnis zwischen Preußen und Polen. Stellung Thorns. Verbot des Gästehandels in Krakau und Ausbildung des Krakauer Stapelrechts. Verkehrssperre des Ordens gegen Polen. Versuche Polens c. 1360 und 1390, die wendischen Städte zum direkten Handel heranzuziehen, neue Handelswege zwischen Polen und der wendisch-pommerschen Küste herzustellen. Anfänge des Thorner Stapelrechts 1403. Der Krakauer Stapelzwang vernichtet den preußischen Handel mit Ungarn und Ruthenien. König Sigmunds Plan der Herstellung einer Handelsverbindung der Hanse mit den Genuesen von Preußen aus zum Schwarzen Meer. — Beginn eines geregelten Verkehrs zwischen Preußen und Litauen. Der Vertrag zwischen dem Orden und Großfürst Witold auf dem Sallinwerder 1398. Stellung Kownos. Gründung einer hansischen Niederlassung dort. Handelsinteressen Danzigs in Litauen. — Der Handel Rigas im Dünagebiet und die hansische Niederlassung in
Polozk. Der Vertrag zwischen Riga und Großfürst Witold zu Kopussa 1406. Slawische Kaufleute in den östlichen Hansestädten. Ihre Verdrängung aus dem überseeischen Verkehr. Die überseeischen hansischen Kaufleute dort. Ihre Verdrängung aus dem binnenländischen Verkehr. — Die kommerzielle Stellung Nowgorods. Die deutsche Kaufmannschaft dort. Wisby, Lübeck, die livländischen und preußischen Städte und die Leitung des Kontors. Verbot des Ordenshandels. Monopol des preußischen Verkehrs zwischen Nowgorod und dem Westen. Die Lage des hansischen Handels in Nowgorod. Die Handelssperre 1388 — 1392. Der Friede. Wert Nowgorods für den überseeisch-lübischen Handel.

4. Die Hanse und der skandinavische Norden von 137 6 — 1412. Art der Politik Lübecks. Mecklenburg und Dänemark, Margrethe seit 1380 auch Königin von Norwegen. Die Hansestädte, der dänische Seeraub und die Königin. Die Rückgabe der schonischen Schlösser 1385. Ziele und Ergebnisse ihrer Verwaltung. Die Hanse auf Schonen. Politik Margrethes. Dänemark und Holstein 1386. Die Mecklenburger in Schweden. Krieg mit Margrethe. Schlacht bei Aasle 1389. Fortsetzung des Kampfes durch Mecklenburg. Belagerung Stockholms durch Margrethe. Die Vitalienbrüder. Stellung Rostocks und Wismars. Zurückhaltung der Hansestädte. Schädigungen des Seeverkehrs. Allgemeine volkswirtschaftliche Wirkungen des Krieges. — Das Eingreifen der Hansestädte in den Krieg 1393. Gründe, warum so spät. Die hansischen Privilegien in Norwegen seit 1380, in Dänemark seit 1387, nun auch in Schweden unbestätigt. Politische Absichten des Ordens. Stellung seiner Städte. Der Vertrag zu Lindholm 1395. Die Ostseestädte garantieren die Ausführung seiner Bestimmungen durch die Inpfandnahme Stockholms. Seebefriedungen der Städte gegen die Vitalienbrüder. — Margrethes Politik im Norden. Vertrag der Reiche zu Kalmar 1397. Die Haltung der Ostseemächte dazu. Mecklenburg und die Vitalienbrüder auf Gotland. Seebefriedung des Ordens 1397, Besetzung Gotlands1398. Auslieferung Stockholms durch die Städte an Margrethe und Bestätigung ihrer Privilegien im Norden zu Helsingborg 1398. Beurteilung der Haltung der Städte, insbesondere Lübecks, in den politischen Fragen der letzten zwei Jahrzehnte. — Streit zwischen Margrethe und dem Orden über Gotland. Die Haltung Mecklenburgs und die Bündnisse der wendischen Städte 1399 und 1402. Aufhören des Seeraubes in der Ostsee. Die Auslieferung Gotlands an Margrethe 1408 und die Hansestädte. — Margrethe und die Hanse nach 1398. Der Verkehr der Hansen am Sunde, in Norwegen. Die Hanse sucht in beiden Richtungen ein Monopol zu erreichen. Die wendischen Städte in Bergen. Münz- und Strandrechtspolitik Margrethes. Urteil über die Lage des hansischen Handels im Norden zu ihrer Zeit.

5. Die Hanse im Jahrzehnt des Verfassungskampfes in Lübeck und ihr Wiederaufrichtung 1408—1418. Rückblick auf die letzten 30 Jahre der hansischen Tätigkeit. Aufschwung des Handels, Lübeck, Stralsund usw. Gemeinschaftsgefühl und Sonderungstrieb innerhalb der Hause. Das Bundesleben und Lübeck. Die revolutionären Bewegungen in deutschen Städten. Die Gemeinde und der Rat in Lübeck. Sturz des Rates. Ereignisse in Wismar, Rostock und Hamburg. Aufsehen in der Hanse, Wirkung auf das Bundesleben. Der Kampf zwischen dem alten und neuen Rat und die Haltung der deutschen Herrscher. — Veränderungen in der Machtstellung des deutschen Ordens. Beginnender Rückgang nach Winrich von Kniprode. Die Verbindung von Polen und Litauen. Politik Konrads von Jungingen. Kriegspartei im Orden. Schlacht bei Tannenberg 1410. Überraschende Wirkungen derselben auf das Verhalten der Ordensuntertanen und Gründe. Der Handel des Ordens und sein Verhältnis zum hansischen. Der Pfundzoll. Politische Haltung der preußischen Städte 1410. Friede zu Thorn. Vorgehen des Ordens gegen seine Städte. Der Orden und Polen in den nächsten Jahren. — Nachteile der Niederlage des Ordens für die Machtstellung der Hanse im Ausland. Stockung des Bundeslebens der Städte. Übergriffe des Auslandes gegen die Hansen. Vordringen der Engländer und Holländer im Ostseehandel. Der Ausgang des Verfassungskampfes in Lübeck und seinen Nachbarstädten. Neues Bündnis der wendischen Städtegruppe 1417. Die neugeeinte Hanse 1417 und 1418 und ihre Ziele. Die Hanse und König Sigmund. Die nordischen Angelegenheiten verhindern die energische Wahrung der hansischen Interessen im Westen.

Zweites Buch. Die Hanse im Kampf um die Handelsherrschaft auf den nördlichen Meeren. 1418 — 1474 (Fortsetzung in Band II)

Einleitendes. Die beiden Perioden innerhalb des ganzen Zeitraums. Einschnitt 1418. Zunehmende Abneigung gegen die nicht-hansischen Besucher der Ostsee. Richtungen und Aufgaben der hansischen Politik. Gepräge dieser Periode. Die Hansestädte und der Norden.

I. Die Hanse, der Norden und Holland bis um die Mitte des 15. Jahrhunderts.

1. Die Hansestädte und der Krieg um Schleswig. Dänemark und Holstein. Gereizte Stimmung der aufständischen Gemeinden der wendischen Städte gegen Dänemark, hemmt die Fortschritte der Dänen in Schleswig. Eingreifen König Erichs in den Verfassungsstreit in Lübeck. Gründe. Die Holsten und der Seeraub. Lübeck und Holstein. Bedenken dänischer Politiker gegen die Fortsetzung des Krieges um Schleswig. Der König und die wendischen Städte. Fortgang des dänisch-holsteinischen Krieges. Vermittlungsversuche der Städte. Abhängigkeit ihrer Politik von der dänen-feindlichen Stimmung ihrer Gemeinden. Ihre Politik bringt ihn um den endgültigen Sieg über die Holsten. Wachsende Erbitterung des Königs gegen die Städte. König Erich, der Orden und die wendischen Städte. Gereiztheit dieser über mangelhafte Beobachtung ihrer Privilegien im Norden. Ihre Beschwerden. Strandrechts- und Münzpolitik des Königs. Höchste Spannung zwischen dem König und den Städten und Ausgleich. Bündnis zwischen beiden 1423. Absichten der lübischen Politik, des Königs. Auslandsreise des Königs. Bündnis mit dem Orden. Lockerung der Verbindung zwischen diesem und den wendischen Städten. Münzvereinbarung zwischen Dänemark und den Städten. Tod und Charakteristik Jordan Pleskows. Zuspitzung des Verhältnisses zwischen Dänemark und Holstein, aber auch zwischen Dänemark und den wendischen Städten zum Kriege. Ausbruch des Krieges. Erwägungen über die Gründe der Städte. König Erichs Handelspolitik. — Bündnis der wendischen mit den sächsischen Städten. Abneigung der andern gegen ihre Kriegspolitik. Auslieger der Städte. Seemacht des Nordens. Flottenrüstung der Städte 1427. Niederlage im Sund. Wegnahme der Baiensalzflotte durch die Dänen. Einfluss des Krieges auf den Seeverkehr. Gang und Wege des Ostseeverkehrs. Gärung in den Städten wegen der schlechten Kriegführung. Umwälzungen in Wismar und Rostock. Falsche Rechnung des Königs. Flottenrüstung der Städte 1428. Belagerung von Kopenhagen. Seeverkehr 1428 und 1429. Tätigkeit der städtischen Auslieger. Bartholomäus Voet überfällt Bergen. Missglückter Anschlag der Dänen auf Stralsund. Verhandlungen 1429. Der Sundzoll. Ungünstige allgemeine Lage der Hanse. Hansetag 1430. Abfall Rostocks und Stralsunds vom Bündnis. Vergebliche Verhandlungen der andern Städte mit Dänemark. Unverminderter Kriegseifer der Gemeinden. Bartholomäus Voet und der Seeverkehr 1430. Eroberung Flensburgs 1431. Verdrängung der Dänen aus ganz Schleswig. Verkehrsbewegung 1431. Stillstand zu Horsens 1432. Freigabe der Schifffahrt. Lage des Seeverkehrs in den folgenden Jahren. England und Dänemark. Die Hanse in Bergen. Der Aufstand der Schweden gegen die dänische Herrschaft macht Dänemark unschädlich. Der Friede zu Wordingborg 1435. Beurteilung desselben. — Wirkungen des Krieges auf den Norden, auf den west-östlichen Verkehr. Salzhandel. Reederei. Wirkungen des erzwungenen Verkehrs- und Handelsmonopols der wendischen Städte. Ausgaben Lübecks für den Krieg.

2. Das Emporwachsen der holländischen Konkurrenz und die Hanse. Erstmalige Stellungnahme der Holländer in einem hansisch-nordischen Konflikt. Geographische Stellung Hollands, Gründe seiner langsamen kommerziellen Entwicklung. Verkehr der Fremden, besonders der Hansen, in Holland. Die innere Politik Herzog Albrechts. Vereinigung Hollands mit dem burgundischen Reich. — Kommerzieller und maritimer Aufschwung in Holland seit c. Mitte des 14. Jahrhunderts. Stellung Dordrechts. Die Lombarden in Holland. Handelsartikel Hollands. Bierbrauerei, Hamburger Bier. Tuchindustrie. Nordseehering. Zunahme und Richtungen der Schifffahrt, Bedeutung des Ostseeverkehrs für Holland. Charakter und Vorbilder der holländischen Betriebsamkeit. Erste Verordnungen der Hanse zur Bekämpfung und Beschränkung des holländischen Handels. Unterschied in der Haltung der wendischen und preußischen Städte. Die Holländer und die wendischen Städte während des Krieges um Schleswig. Wendisch-holländische Stillstände, Proteste des hansischen Ostens und Westens gegen einen Krieg mit Holland. Aufschwung des holländischen Verkehrs nach 1435. Ausbruch des wendisch-holländischen Krieges 1438. Die Haltung der andern Hansestädte. Wegnahme der preußisch-livländischen Baienflotte durch die Holländer. Gründe des Krieges. Wirkung desselben auf die holländische Überlieferung. Seestreitkräfte Hollands. Stärkung seiner Haltung durch die Zugehörigkeit zu Burgund. Ungünstige Umstände für Holland, günstige für die wendischen Städte bei Beginn des Krieges.

3. Der skandinavische Norden, die Hanse und Holland im Kriege 1438 — 1441. Der Aufstand der Schweden gegen die dänische Herrschaft. Verhandlungen. Aufstand in Norwegen, Unzufriedenheit in Dänemark. Der König ruft die wendischen Städte 1436 um Hilfe an. Deren Bedingungen. Zunehmende Spannung zwischen dem König und den dänischen Großen. Er siedelt 1438 nach Gotland über. Der Reichsrat und die Thronfolgefrage, beruft Herzog Christof von Baiern. Die Verträge zu Lübeck 1439. Dänemark verpflichtet sich u. a. zur Feindschaft gegen Holland. Wendisch-holländische Verhandlungen. Die Holländer zur See. Die Lage für die wendischen Städte durch den Zwiespalt in Preußen 1440 weiter verbessert. Ihre Verkehrspolitik. Der Krieg in Dänemark gegen den Anhang König Erichs. Dieser sucht Verbindung mit Holland. Absichten Hollands. Der Krieg konzentriert sich am Sunde. Veränderung in der Stellung Christofs zu den wendischen Städten, er sucht Verständigung mit Holland, der Orden und seine Städte gleichfalls. Die wendischen Städte müssen nachgeben. Die Verhandlungen und Abschlüsse zu Kopenhagen 1441. — Wirkungen des Krieges auf Holland. Der westöstliche Verkehr während des Krieges. Der Salzhandel. Kritik der Politik Lübecks. Ergebnisse der Kriegsbewegung der letzten 15 Jahre für die wendischen Städte, besonders für Lübeck. Interessengemeinschaft zwischen Holland und dem Norden. Christof Beherrscher der drei nordischen Reiche.

4. Die Hanse und der skandinavische Norden 1441 bis 1451. Auffassung Christofs gegenüber der Hanse. Verzögerung der Bestätigung der hansischen Privilegien in Norwegen und Schweden bis 1445. Christofs unsichere Stellung. Abneigung der Norweger gegen die Hansen. Verhalten des königlichen Vogts Olaf Nielsson in Bergen. Die Stellung der deutschen Handwerker und der hansischen Kaufleute in Bergen. Die Vorherrschaft der wendischen, besonders der Lübecker Bergenfahrer im Handel mit Bergen. Zurückdrängung der andern Hansen. Streben nach Monopolisierung des Handels. Die Ordonnanz von 1446. Die wendischen Städte zum alleinigen Stapel für den Stockfisch erklärt. Protest der Süderseer. — Klagen der Hanse über Beeinträchtigung in ihren Privilegien im Norden. Erneute Erhebung des Sundzolles seit 1447. Zusammenstoß zwischen Christof und Lübeck. Privilegien für Rostock in Opslo und Tunsberg. Tod Christofs. — Karl Knutson in Schweden. Erich auf Gotland und der Seeraub. Der Angriff Karl Knutsons auf Gotland beschleunigt die Königswahl in Dänemark. Wahl Christians von Oldenburg. Erich übergibt Wisby den Dänen. Rückzug der Schweden von der Insel. Die Haltung der Hansestädte. Die Lage im Norden. Streit um Gotland und Norwegen. Christian in Bergen. Zwist zwischen den Handwerkern und dem Kontor und Verhalten des Königs dazu. Entscheidung der Hanse. Die hansischen Privilegien im Norden noch immer unbestätigt, die Sonderprivilegien der Rostocker bestätigt. Spannung zwischen dem König und Lübeck, Annäherung zwischen dem König und den Holländern. Ausbruch des Krieges zwischen Dänemark und Schweden. — Die Lage für die Hanse im Westen. Die hansische Politik wendet sich nun nachhaltig diesem Handelsgebiet zu.

II. Die Hanse und der Westen bis 1476 (Fortsetzung in Bd. II)

1. Die Hanse und die Niederlande in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Hanse und Flandern seit 1392. Rückgang der flandrischen Tuchindustrie. Verbesserungsversuche des Zwijn. Äußere Störungen des hansischen Verkehrs mit Flandern und dem Westen überhaupt. Die Vitalienbrüder in Friesland seit 1395. Die friesische Politik Hamburgs, Bremens und Lübecks. Die lübisch-hamburgische Expedition 1422. — Der englisch-französische Krieg und der Seeraub im Westen. Politische Stellung Burgunds. Münzpolitik. Schwächung der Hanse durch den Verfassungsstreit in Lübeck. Verletzung ihrer Privilegien in Flandern. Die großen Städte Flanderns keine zuverlässige Stütze mehr für die Hanse gegenüber der Landesherrschaft. Streit zwischen der Hanse und den Schotten, Verhalten Flanderns und Hollands dazu. Zerwürfnis zwischen der Hanse und den Spaniern. Steigende Erbitterung der Hanse auf Flandern. Nachteile des schlechten Zustandes des Zwijn für den Verkehr. Kornhandelspolitik Flanderns. Ergebnislose hansische Gesandtschaft 1425. Der wendisch-nordische Krieg verhindert weitere Schritte gegen Flandern. Während desselben Vereinigung der niederen Lande unter burgundischer Herrschaft. Daraus folgende ungünstige Veränderung der Stellung der Hanse im Gesamtgebiet der Niederlande. Auffassung der burgundischen Regierung von den hansischen Privilegien. Zunehmende Ohnmacht der flandrischen Städte. Burgundische Wirtschaftspolitik, Verbot der englischen Tuche. — Der friesische Seeraub und die hamburgische Expedition 1433. Territorialstellung Hamburgs in Ostfriesland. Hansische Verhandlungen mit Flandern 1434. Kongress zu Arras 1435, Schwankung in der politischen Stellung Burgunds. Friede mit Frankreich und Krieg mit England. Bluttat in Sluys gegen die Hansen. Räumung Flanderns durch die Hanse. Aufstand Brügges und weitere Verminderung seiner Selbständigkeit. Die große Teuerung, 1437 — 1439, zwingt Flandern 1438 zum Friedensschluss mit der Hanse. Geringer Wert desselben. Friede zwischen Burgund und England 1439. Verschlechterung der verkehrsgeographischen Stellung Brügges. Zunahme des Verkehrs in Antwerpen. Die deutschen Kaufleute in Brabant. Streitigkeiten der Hanse mit Mecheln und Antwerpen. Die Freibriefe von 1393 und 1409. Die Merchant Adventurers in Antwerpen. Aufschwung Antwerpens seit der Trennung von Flandern. Privileg Antwerpens für die Hanse 1431. Der Messverkehr in Antwerpen und die eigene Handelstätigkeit der Antwerpener. — Neue Verschlechterung im Verhältnis der Hanse zu Flandern. Die Hanse und Sluys. Veränderungen in der Stellung Hamburgs in Ostfriesland. Beilegung der hansisch-spanischen Zwietracht. Neue Streitigkeiten zwischen der Hanse und Flandern. Besuch des Herzogs in Brügge 1440. Französische Seeräuber in den flandrischen Gewässern. Der Hansetag 1447. Ziele der hansischen Verkehrspolitik in Flandern. Verhandlungen der Hanse mit Flandern 1447/8. Einzelheiten zur Beleuchtung des Handelsbetriebs. Schlüsse auf die Veränderung der inneren politischen Verhältnisse in Flandern. Hansische Handelssperre gegen Flandern. Protest der preußischen Städte und des Ordens mit richtiger Begründung. Täuschung Lübecks über die Macht der flandrischen Städte und den Nutzen der Handelssperre

2. Die letzte hansische Verkehrssperre gegen Flandern 1451 — 1457. Die Hanse und Holland 1441 — 1461. Verlegung des hansischen Kontors nach Deventer. Opposition des hansischen Westens und Ostens gegen die Sperre. Lübeck kommt den preußischen Wünschen entgegen. Verletzungen der Sperre. Wirkung dieser auf die Tuchmanufaktur in den Nachbargebieten Flanderns. Aufstand Gents gegen den Herzog. Urteile des Herzogs und Gents über die Bedeutung der Hanse für Flandern. Verlegung des hansischen Stapels nach Utrecht. Friesischer Seeraub. Unglücklicher Krieg Hamburgs in Ostfriesland. Hamburg gibt seine Stellung dort auf. Hansisch-flandrische Verhandlungen. Unterwerfung Gents unter den Herzog. Forderungen des Herzogs und Absichten der Hanse. Der Ausbruch des Ordenskrieges 1454 vermehrt das Übergewicht Lübecks in der Hanse. Der Herzog bleibt unnachgiebig. Ausdehnung der burgundischen Herrschaft auf das Stift Utrecht. Bedeutung für die Hanse. Notwendigkeit des Friedensschlusses mit Flandern. Der Friede 1457 und seine Bedingungen. Privileg Antwerpens für die Hanse. Wert und Bedeutung desselben. Wirkungen des Handelskrieges auf Flandern. Für die Hanse verfehlte die Sperre in den wesentlichsten Punkten ihren Zweck, Förderung der Holländer durch sie. — Holland und die Hanse nach 1441. In Preußen verlieren die Holländer die bevorzugte Stellung vor den andern Fremden. Verschlechterung ihres Verhältnisses zu Danzig. Erfolgreiche Fehde Bremens gegen Holland. Verlängerung des Stillstandes zwischen Holland und den wendischen Städten 1451. Wirkung der hansischen Sperre gegen Flandern auf Handel, Schifffahrt und Industrie Hollands. Tuchindustrie, Heringshandel, Baiensalzgeschäft, Ostseeverkehr. Beziehungen zum skandinavischen Norden. Streit zwischen Dordrecht und den nordholländischen Städten über das Stapelrecht. — Holland und Hamburg. Verlängerung des Stillstandes mit den wendischen Städten 1461. Erneuerung hansischer Ordonnanzen.

3. Fortschritte und Veränderungen im hansischen Verkehr mit Frankreich und Südwesteuropa. Anziehungskraft Brügges auch auf den Verkehr der West- und Südwesteuropäer, Seeverkehr an der Atlantischen Küste Europas. Bedeutung von Oléron, Rochelle, Brouage. Seerechtsbildung. Einfluss des englisch-französischen Krieges auf die kommerziellen Verhältnisse dort. Verkehr der Portugiesen und Spanier nach Rochelle, England und Brügge. England sucht mit Gewalt den spanisch-flandrischen Handel zu vernichten. Aufschwung des spanischen nach Brügge im 15. Jahrhundert. Eisen und Wolle. Ankunfts- und Abfahrtszeiten der spanischen Flotten in Brügge. — Vordringen des hansischen besonders preußischen Verkehrs nach der atlantischen Küste. Aufkommen des Handels nach der Baie. Anteil der verschiedenen hansischen Städtegruppen daran, Frachtgeschäft der Holländer. Zeiten und Umfang des Verkehrs, Handel in der Baie. Bretonischer Seeraub. Privilegien Bretagnes für die Hansen. Hansi- scher Verkehr nach anderen Plätzen Westfrankreichs und zwischen diesen und England. Maßregeln Englands dagegen. — Der hansische Verkehr nach der Pyrenäischen Halbinsel. Anfeindungen durch die Spanier. Bruch 1419. Versuche zur Wiederherstellung des Friedens. Ziele Spaniens. Wirkung des Unfriedens auf den hansischen Verkehr nach Rochelle und der Pyrenäischen Halbinsel. Vertrag zwischen der Hanse und Spanien 1443. Privileg Portugals für die Hanse 1456, für die Engländer 1458. Das Zerwürfnis zwischen der Hanse und Kastilien hat die Verkehrsbeziehungen Kölns zu Arragon gefördert. Erneuerung des hansisch-spanischen Vertrages 1460. Veränderung in der politischen Stellung Spaniens zu England und Frankreich. Erneuerung des hansisch-spanischen Vertrages 1477. — Frankreich und die Hanse. Politische Beweggründe für die Begünstigung der Hanse. Frankreich durch die Eroberung der englischen Besitzungen seit 1452 Seemacht. Es sucht die Hanse in sein Interesse zu ziehen gegen England und zugleich durch sie seinen Seehandel zu fördern. Französisch-hansische Verhandlungen. Das Privileg von 1464. Wirtschaftspolitik König Ludwigs XI. von Frankreich. Störungen des guten Einvernehmens zwischen Frankreich und der Hanse. Französische Auslieger. Einlenken Frankreichs aus politischen Gründen. Zurückhaltung der Hanse. Fortgang der Feindseligkeiten, von hansischer Seite Danzigs gegen Frankreich. Die politische Lage im Westen 1469

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Hansewappen

Hansewappen

Hanse Kogge

Hanse Kogge

Lübeck Das Holstentor

Lübeck Das Holstentor

Braunschweig Stadtansicht

Braunschweig Stadtansicht

Bremen Marktplatz

Bremen Marktplatz

Greifswald Stadtansicht

Greifswald Stadtansicht

Goslar Stadtansicht

Goslar Stadtansicht

Elbing Stadtansicht

Elbing Stadtansicht

Berlin und Kölln

Berlin und Kölln

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Lüneburg Stadtansicht

Lüneburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Stettin, das Alte Schloss

Stettin, das Alte Schloss

Stralsund Stadtansicht

Stralsund Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Flet in der Altstadt

Hamburg, Flet in der Altstadt

Bremen - Einfamilienhäuser in der Olbersstraße

Bremen - Einfamilienhäuser in der Olbersstraße

Bremen - Freihafen

Bremen - Freihafen

Danzig - Frauengasse

Danzig - Frauengasse

Die Plünderung Wisbys

Die Plünderung Wisbys

Flucht an Bord einer Kogge

Flucht an Bord einer Kogge

Hamburg - Deichstraßenfleet

Hamburg - Deichstraßenfleet

Hamburg - Leitergasse

Hamburg - Leitergasse

Wirtshausszene in der Hansezeit

Wirtshausszene in der Hansezeit

Das Versteck im Ostseesand

Das Versteck im Ostseesand

Rudersklaven an Bord der Piratengaleere

Rudersklaven an Bord der Piratengaleere

Zweikampf um den Kapitänsposten

Zweikampf um den Kapitänsposten

Schatzgräber in den Dünen

Schatzgräber in den Dünen

Piraten fordern ihren Tribut von den Bewohnern einer eroberten Stadt

Piraten fordern ihren Tribut von den Bewohnern einer eroberten Stadt