Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin - Topographie. I. Der Mecklenburgische Kreis, oder das Herzogtum Schwerin. Ämter, Güter und Dörfer. 1828

Aus: Geographische Beschreibung der Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz
Autor: Hempel, Gustav (?), Erscheinungsjahr: 1829
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Landesbeschreibung, Ortsbeschreibung, Städte, Ämter, Orte, Güter, Lübz, Wendisch Priborn, Gut Altenhof, Malow, Suer, Satow, Klocksin, Neustadt, Wöbbelin, Spornitz, Blievenstorf, Muchow, Vielist, Klockow, Torgelow, Grabow, Ludwigslust, Großen Laasch, Kummer, Eldena, Mallitz, Jabel, Eisenfabrik, Dömitz, Hagenow, Lübtheen, Kraak, Redefin, Picher, Toddin, Wittenburg, Vellahe, Döbbersen, Dreilützow, Camin, Prietzier, Körchow, Zarrentin, Walsmühlen, Gadebusch, Wedendorf, Rehna, Grevismühlen, Iserberg, Klütz, Dassow, Weitendorf, Zierow, Dorf Mecklenburg, Redentin, Insel Poel, Bukow, Hohen Lukow, Strömkendorf, Doberan, Heiligendamm, heilige Damm, Zisterzienser, Kloster, Diedrichshagen, Retschow, Sternberg, Sagestorf, Warnow, Crivitz, Stör, Elde, Elbe, Schwerin, Friedrichsmoor, Demen, Friedrichsthal, Mühlen-Eichsen, Stepenitz, Rosenberg, Grambow, Ivenack
1. Lübz, 11 4/7 Q.-Meilen*) groß, an beiden Seiten der Elde, erstreckt sich südlich längs der Preußischen Grenze, um die Ostseite des Plauer Sees, westlich und nördlich bis gegen Crivitz und um den Krakower See. Es hat fast durchgehend leichten Boden und Sand, viele Waldungen, z. B. die Karowsche Heide, und Gewässer. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1.240 auf 1 Q.-Meile. Das Domanialamt begreift in 31 Ortschaften 14 Kirchdörfer, 13 Landgüter, 6 Erbzinsgehöfte, 267 Bauern und 134 Büdner. Die ritterschaftlichen Besitzungen umfassen die größere Hälfte, und enthalten 45 Hauptgüter mit 15 Kirchdörfern, 68 Bauern, 3 Teer-Öfen, 1 Glashütte und 3 Kalkbrennereien. Darin:

Wendisch Priborn, Kirchdorf mit 29 Bauern, von denen 14 zum Gut Alten Hof gehören, 10 sind Eigentümer ihrer Grundstücke und Gehöfte, und die übrigen 5 Landesherrlich.

Walow, hübsches Landgut und Wohnsitz des Major von Flotow, dessen Besitzungen auf 45 Hufen 17 Ortschaften enthalten. Dazu gehören auch die beiden Pfarrdörfer

Stuer, mit Jahrmarktsgerechtigkeit und

Satow, mit einer Glashütte.

Klocksin, großes und regelmäßig gebautes Landgut, in einer bergigen, und mit Kieselsteinen gleichsam übersäten Gegend.

*) Bei den Flächeninhaltsangaben der Ämter sind 2.617.924 Q.-Ruthen auf die Q.-Meile gerechnet.


2. Neustadt, über 10 7/9 Q.-Meilen groß. Die Domänen an der Elde in der Umgegend der gleichnamigen Stadt belegen, machen den größeren Teil des Amtes aus. Sie haben nur Mittel- und Sandboden und bestehen in 34 Ortschaften, mit 13 Kirchdörfern, 6 Landgütern, 13 Erbzinsgehöften, 449 Bauern und 239 Büdnern. Bemerkenswert sind die Dörfer:

Wöbbelin, mit Theodor Körners Grabstätte unter einer Eiche; dabei ein in Eisen gegossenes Denkmal.

Spornitz, das größte Bauerdorf des Landes mit 43 Bauern und 72 Häusern.

Dambeck, Pfarrdorf mit Jahrmarktsgerechtigkeit, hat 40 Häuser.

Blievenstorf, großes Kirchdorf mit 67 Häusern.

Muchow, Pfarrdorf mit 55 Häusern.

Die ritterschaftlichen Güter dieses Amtes sind an der Müritz, um Waren und Penzlin gelegen, und haben zum Teil sehr ergiebigen Boden. Sie bestehen in 33 Hauptgütern mit 11 Kirchdörfern, 23 Bauern, 4 Teeröfen und 2 Glashütten. Letztere sind zu Vielist und Klockow.

Torgelow, hübsches Landgut an einem See, in welchem vortreffliche Brachsen gefangen werden.

3. Grabow, über 7 1/3 Q.-Meilen enthaltend, an der Elde und Rögnitz, und längs der Grenze der Priegnitz, hat viele Wiesen, Brüche, Sand und leichten Boden. Die neu angelegte Chausseestraße von der Preußischen bis zur Lauenburgischen Grenze beginnt hier, und zwar auf der Kremminer Feldmark. Der bei weiten größere Teil ist Domanial, und hat in 32 Ortschaften, 7 Kirchdörfer, 5 Landgüter, 29 Erbzinsgehöfte, 305 Bauern und 286 Büdner. Im Bezirke dieses Amts liegt der Marktflecken:

Ludwigslust, die gewöhnliche Residenz des Großherzogs, in einer ebenen sandigen Gegend, hat über 600 Häuser und 3.961 Einwohner. Das Großherzogliche Residenzschloss ist in einem edlen Stile erbauet, und von ansehnlicher Größe. Es bildet ein längliches Viereck, hat 3 Stockwerke und ein plattes Dach, auf welchem sich 12 steinerne Statuen, die Apostel vorstellend, befinden. Das Schloss enthält sehr schöne und aufs geschmackvollste eingerichtete Zimmer; besonders zeichnet sich darunter der sogenannte goldene Saal aus. Vor dem Schloss ist ein geräumiger Platz, der durch eine Kaskade, ein Meisterstück der Wasserbaukunst, begrenzt wird, wo das Wasser in 8 bis 12 breitet Doppelfällen mit lautem Geräusch hinströmt. Dann folgt eine breite Straße, mit einer doppelten Lindenallee, an deren Ende die Kirche liegt. Letztere ist nicht sehr groß, aber im Innern einfach schön geschmückt. Merkwürdig ist darin ein großes Fresko Gemälde, hinter welchem die Orgel angebracht ist, und das steinerne Grabmal*) des Herzogs Friedrich. Links vom Schloss nimmt die lange und breite Hauptstraße, ebenfalls eine doppelte Allee enthaltend, ihren Anfang, und von dieser gehen nun die übrigen Straßen ab. Alle Straßen sind gerade und breit, die Häuser von gleicher Höhe und sehr viele massiv. Unter den herrschaftlichen Gebäuden sind besonders die neu erbauten Marställe des Großherzogs und des Erbgroßherzogs zu bemerken.

Rechts vom Schloss und hinter demselben erstreckt sich in einem weiten Umfange der Schlossgarten und Park mit herrlichen Anlagen und Partien, mit Alleen, schattigen Gängen, mehreren Springbrunnen und kleinen Wasserfällen. In den Gehölzen des Gartens befinden sich eine Menge Hirsche und Rehe. Ferner sind im Schlossgarten belegen: die reich verzierte katholische Kirche zu St. Helenen, die Begräbniskapelle, worin der verstorbene Erbgroßherzog und seine erste Gemahlin, die Großfürstin von Russland, beigesetzt sind, das Mausoleum der Gemahlin des Großherzogs, ein Denkmal des Herzogs Friedrich auf einer Insel, das Schweizerhaus. Park und Garten werden vom Schloss aus, von der geraden und breiten Hauptallee durchschnitten. Ein, der Rögnitz abgeleiteter Kanal, versorgt die Kaskaden und Springbrunnen mit Wasser, und durchfließt den Ort selbst, und auch den Garten. Vor dem Hamburger Tore befindet sich der Erbgroßherzogliche Garten mit neuen geschmackvollen Anlagen und dem Erbgroßherzoglichen Familienbegräbnis.

*) Aus einem einzigen Steine, der bei Gr. Laasch an der Elde gefunden, und auf der Schweriner Schleifmühle zerschnitten und poliert wurde. Seine Bearbeitung kostet über 6.000 Rthlr. —

Noch sind in Ludwigslust anzuführen: Die Bildergalerie auf dem Schloss, die lateinische Schule, das Landschulmeister Seminarium, und die Karton- oder Pappfabrik, welche allerlei Büsten und selbst Statuen verfertigt, dergleichen man auch mehrere im Schlossgarten antrifft. Übrigens ist die Residenz jetzt mit einer Mauer umgeben, und drei hübsche Tore zieren die Eingänge. Auch werden die, von der Natur nicht begünstigten, Umgebungen durch Kunst immer mehr verschönert. Eine, 2 3/4 Meilen lange Allee führt von Ludwigslust in gerader Richtung durch die Wiesen der Lewitz nach dem Großherzoglichen Jagdhaus Friedrichsmoor, und von da bis zum Forsthofe Bahlenhüschen. Auch der 4 Meilen betragende Weg nach Schwerin geht durch Alleen und Gehölze in meistens gerader Linie. Die Lage des Ortes ist 115 Fuß höher als die Meeresfläche.

Ludwigslust wurde vom Herzog Christian Ludewig II. angelegt, ist seit 1756 Herzogliche Residenz, und seit 1792 zum Flecken mit besonderer Gerichtsbarkeit erklärt. Das Schloss wurde vom Herzog Friederich von 1772 bis 1779 erbaut.

Großen Laasch, großes Pfarrdorf mit 74 Häusern.

Kummer, Dorf mit 56 Häusern.

Techentin, Dorf mit 53 Häusern.

Der ritterschaftliche Anteil dieses Amts besteht in 16 Hauptgütern mit 6 Kirchdörfern und 46 Bauern.

4. Eldena, an der Elde, Rögnitz und dem Krottin-Kanal, welcher beide Flüsse mit einander verbindet, enthält über 2 Q.-Meilen und ist ganz Domanial. Es hat in 17 Ortschaften 2 Kirchdörfer, 5 Landgüter, 8 Erbzinsgehöfte, I70 Bauern und 116 Büdner. Darin:

Eldena, großes Pfarrdorf an der Elde, hat 86 Hauser und hält 3 Jahrmärkte. Es war ehemals ein Kloster, welches 1230 von dem Bischof Gottschalk zu Ratzeburg gestiftet, und 1556 von den Herzögen säkularisiert wurde. Verschiedene Grafen von Danneberg sind hier begraben.

Mallitz, Landgut, dabei ein seit mehreren Jahren bestehendes Braunkohlen Bergwerk in den Bockuper Anhöhen.

5. Dömitz, an der Elbe, Elde und Rögnitz gelegen, umfasst 2 Q.-Meilen und ist ebenfalls Landesherrschaftlich. Durch Deiche und Dämme wird diese Gegend, die meistens aus Wiesenflächen, Brüchen und Heide besteht, gegen die Überschwemmungen der Flüsse geschützt. Das Amt hat in 27 Ortschaften 1 Kirchdorf, 5 Landgüter, 200 Bauern und 204 Büdner.

Jabel, Pfarrdorf, hält 3 Jahrmärkte.

Eisenfabrik, Papiermühle und Büdnerkolonie an der neuen Elde.

6. Hagenow, ein 6 1/3 Q.-Meilen großes, ebenes und niedriges Land, an der Sude und Rögnitz, besteht aus Sand-, Heide- und Moorboden. Es ist Domanial und begreift in 37 Ortschaften 5 Kirchdörfer, 6 Landgüter, 326 Bauern und 428 Büdner. Eine ansehnliche Waldung ist die Hagenower Heide.

Lübtheen, Marktflecken mit 124 Häusern und einem 1826 entdeckten Gipslager. Dasselbe befindet sich in einem Hügel nahe beim Ort, und es ist die Menge des Gipses zu 15 Millionen Kubikfuß berechnet.

Kraak, Kirchdorf und Landgut, war vormals eine Komturei des deutschen Ordens, die 1552 eingezogen wurde.

Redefin, Landgut an der Sude, mit dem Großherzoglichen Haupt- und Landgestüt. Die neue Chausseestraße berührt den Ort.

Picher, großes Pfarrdorf, hat 70 Häuser, hält 4 Jahrmärkte, und bildet mit noch 10 Ortschaften das größte Landkirchspiel Mecklenburgs, bestehend aus 4.300 Seelen.

7. Toddin, kleines Domanial-Amt bei Hagenow belegen. Es enthält auf 3/5 Q.-Meilen 8 Ortschaften mit 3 Landgütern, 27 Bauern und 32 Büdnern.

Toddin, Landgut mit der Großherzoglichen Stammschäferei.

Wittenburg, zwischen der Schaale und Sude, am Schaalsee und um die Stadt Wittenburg belegen, fast 9 ½ Q.-Meile groß, und an Beschaffenheit des Bodens dem Amte Hagenow ähnlich. Zur Domäne gehören nur 1 ½ Q.-Meilen mit 18 Ortschaften, 2 Kirchdörfern, 8 Landgütern, 112 Bauern und 86 Büdnern. Jahrmarktsgerechtigkeit haben die beiden Pfarrdörfer:

Vellahe und Döbbersen.

Zu den ritterschaftlichen Besitzungen gehören 47 Hauptgüter mit 8 Kirchdörfern und 162 Bauern. Darin die großen Landgüter und Pfarrdörfer

Dreilützow und Camin.

Pritzier und Körchow halten Jahrmärkte.

8. Zarrentin, Domanialamt am Schaalsee, hat auf 1 1/4 Q.-Meile 12 Ortschaften, mit I Kirchdorf, 4 Landgüter, 33 Erbzinsgehöfte, 59 Bauern und 106 Büdner. Der Marktflecken:

Zarrentin, am Schaalsee, ein vormaliges Kloster, mit 98 Häusern und dem Amtssitze. Das Kloster wurde 1216 von Gunzelin III., Grafen von Schwerin gestiftet, und 1555 von den Herzogen säkularisiert.

10. Walsmühlen, am Dümmersee und der Sude, ist Domanial, und hat auf fast 5/9 Q.-Meile 7 Ortschaften, mit 3 Landgütern, 49 Bauern und 42 Büdnern. Bei dem Dorfe:

Walsmühlen besiegte am 7 März 1719 der Herzogliche General Schwerin die Kaiserlichen Exekutionstruppen.

11. Gadebusch, in der Umgegend der gleichnamigen Stadt belegen, enthält über 4 2/3 Q.-Meilen meistens sehr fruchtbaren Boden. Ein Drittel, ist Landesherrlich, und hat in 22 Ortschaften 6 Landgüter, 85 Bauern und 47 Büdner. Die ritterschaftlichen Besitzungen bestehen in 19 Hauptgütern mit 5 Kirchdörfern und 70 Bauern. Darin:

Wedendorf, Landgut und Wohnsitz des Grafen von Bernstorf, dessen Besitzungen aus 16 Ortschaften mit 38 Hufen bestehen.

12. Rehna, am Radegastflusse, begreift fast 1 ¼ Q.-Meile vortrefflichen. Bodens, und ist Domanial. Es hat in 23 Ortschaften 1 Kirchdorf, 7 Landgüter, 166 Bauern und 47 Büdner.

13. Grevismühlen, ein über 9 ½ Q.-Meilen umfassender, äußerst fruchtbarer Landstrich, begreift den sogenannten Klützer Ort und die Umgebungen der Stepenitz bis gegen den Schweriner See. Auch gehört diese Gegend zu den bevölkertsten des Landes, indem über 2.100 Seelen auf die Q.-Meile kommen. Die Domänen bestehen mit den Vogteien Rüting und Plüschow in 59 Ortschaften Mit 6 Kirchdörfern, 23 Landgütern, 22 Erbzinsgehöften, 201 Bauern und 153 Büdnern.

Plüschow, hübsches Landgut an einem See, wo sich der verstorbene Erbgroßherzog oft aufhielt.

Hambergen, kleines Dorf, dabei der 331 Fuß hohe Iserberg.

Die ritterschaftlichen Besitzungen begreifen den bei weiten größten Teil des Amtes; sie enthalten 74 Hauptgüter mit 7 Kirchdörfern und 261 Bauern. Darin

Klütz, ansehnlicher Marktflecken, 4 Meile von der Ostsee, gehört dem Grafen von Bothmer, der in 20 Ortschaften 58 Hufen besitzt. Dabei liegt das schöne und große Schloss Bothmer, der Wohnsitz des Grafen, mit einem sehr hübschen Garten und Tiergarten.

Dassow, Marktflecken an der Mündung der Stepenitz in den Dassower Binnensee, gehört dem Justizrat Paepke, und hat 104 Häuser mit etwa 900 Einwohnern. Der Ort liegt 103 Fuß höher als die nahe Ostsee.

Weitendorf, Landgut des Baron Gottlieb von Biel, mit einer vortrefflichen Stuterei. Nahe dabei, und unfern der Ostsee:
Zierow, Landgut des Baron Wilhelm von Biel, hat ebenfalls ein vorzügliches Gestüt, und ein sehr schönes neu erbautes Palais.

14. Mecklenburg, 5 Q.-Meilen groß, liegt am Schiffgraben und zerstreut zwischen dem Schweriner See und der Warnow. Der Boden ist zum Teil sehr ergiebig. Die Domäne besitzt nur den fünften Teil, und hat in 20 Ortschaften 3 Kirchdörfer, 4 Landgüter, 15 Erbzinsgehöfte, 44 Bauern und 44 Büdner. Der Amtssitz ist zu Wismar.

Mecklenburg, Pfarrdorf und Landgut unfern des Schiffgrabens. Dieser Ort, von dem das Land seinen Namen erhalten hat, war zur Zeit der Wenden ein großer und bedeutender Handelsplatz, wenn er gleich keine 2 Meilen im Umfange hatte, wie eine alte Tradition sagt, — und Wismar höchst wahrscheinlich sein Hafen war. In dem letzten Kampfe mit den Sachsen 1163, ging er ganz in Feuer auf, und ward nicht wieder aufgebaut, wiewohl die Fürsten von Mecklenburg noch eine Zeitlang dort ihr Hoflager hatten, und auch die Burg wieder aufbauten, welche letztere aber schon 1322 wieder zerstört wurde.

Die Ritterschaft besitzt in diesem Amte 42 Hauptgüter, mit 7 Kirchdörfern und 37 Bauern. Bei dem Gute Zurow ist eine Glashütte.

15. Redentin, ein fruchtbarer, sehr volkreicher Landstrich an der Ostsee, von etwas mehr als 1 Q.-M., ist Domanial. Es hat in 24 Ortschaften 1 Kirchdorf, 6 Landgüter, 98 Bauern und 68 Büdner. Ein Teil der Insel Poel gehört hierher.

Redentin, Dorf und Landgut mit dem Amtssitze.

16. Bukow, an der Ostsee in, der Umgegend der Städte Neubukow und Kröpelin belegen, über 7 Q.-M. groß, mit einem größtenteils sehr ergiebigen Boden, und einer Bevölkerung von mehr als 1.700 Seelen auf die Q.-Meile. Nur der fünfte Teil gehört zur Domäne, und begreift 31 Ortschaften mit 5 Kirchdörfern, 8 Landgütern, 104 Bauern und 106 Büdnern. Die ritterschaftlichen Besitzungen bestehen in 72 Hauptgütern, mit 10 Kirchdörfern und 87 Bauern. Darin:

Hohen Lukow, großes und wohl gebautes Landgut und Kirchdorf von 8 ½ Hufen.

Neu-Kirchen, Landgut und Pfarrdorf mit Jahrmarktsgerechtigkeit.

Kl. Strömkendorf, Dorf am Salzhaff, gehört den 4 Bauern daselbst.

Ilow, Landgut, ehemals eine feste Wendische Burg, und späterhin Residenz der Fürsten von Mecklenburg.

17. Doberan, Domänenamt an der Ostsee, fast 35 Q.-M. groß, und früher größtenteils der ehemaligen Abtei und Kloster gleichen Namens gehörig. Das Amt hat fast durchgehend einen sehr guten Boden, und gehört zu den bevölkertsten Gegenden des Landes, indem über 2.300 Individuen auf die Q.-Meile kommen. Es enthält 58 Ortschaften mit 8 Kirchdörfern, 13 Landgütern, 27 Erbzinsgehöften, 238 Bauern und 303 Büdnern. Darin der Marktflecken:

Doberan, mit mehr als 200 Häusern und 2.000 Einwohnern, ist besonders wegen der vortrefflichen Seebadeanstalt, der ältesten in Deutschland, berühmt, und hat auch zu Bädern benutzte Stahl- und Schwefelquellen. Doberan liegt 1/2 Meile von der Ostsee, am äußersten, südöstlichen Ende eines weiten Tales, welches fast von allen Seiten von Hügeln und Anhöhen umgeben wird. Der Ort besteht aus mehreren, zum Teil nur weitläufig mit Häusern besetzten, Straßen und Plätzen, ist nicht regelmäßig gebaut, hat aber doch ein freundliches Ansehen und viele ansehnliche und große Häuser. Das Großherzogliche Palais ist von mittlerer Größe, geschmackvoll und in einem edlen Stile aufgeführt, und im Innern mit den schönsten, im Lande verfertigten Möbeln geziert. Es liegt am sogenannten Kamp, einem mit lauter ansehnlichen Gebäuden besetzten Platze von ziemlich beträchtlichen Umfange, und wird an der hintern Seite von Englischen Gartenanlagen umgeben. Auf einer mit zu diesem Garten gezogenen wiesengründigen Ebene steht die Kirche, ein großes und stolzes Gebäude im gotischen Geschmack und in Kreuzform erbaut, auf dessen Mittelpunkte sich eine mäßige Turmspitze erhebt. Die Höhe des Gewölbes beträgt 80 Fuß, die Länge des Schiffs 220, und die Breite in den Kreuzgängen 100 Fuß. Im Innern befinden sich mehrere Altertümer, einige Reliquien und viele Monumente von den hier begrabenen Mecklenburgischen Fürsten, z. B. von den Herzögen Christian Ludwig und Karl Leopold. Nicht weit von der Kirche steht das Amtshaus mit parkartigen Anlagen. Am Kamp liegt auch das große und gut eingerichtete Logierhaus, und daneben das ansehnliche Schauspielhaus. In der Nähe befindet sich das Erbgroßherzogliche Palais mit einem Springbrunnen vor demselben. Eins der schönsten Gebäude Doberans ist noch das Stahlbad, ebenfalls unweit des Kampes belegen. Der Neue Markt ist ein mit hübschen massiven Häusern bebauter Platz, erst seit einigen Jahren angelegt.

Eine starke halbe Meile von Doberan, beim heiligen Damme befindet sich die eigentliche Seebadeanstalt. Den Weg dahin bildet eine gut unterhaltene auf einer flachen Hügelkette angelegte Chausseestraße. Das Badehaus, in welchem auch die Schwefelbäder enthalten sind, liegt etwa 50 Schritte vom Seeufer, ist zwar nur von einem Stockwerke aber 180 Fuß lang. An demselben grenzt ein angenehmes Gehölze in welchem Spaziergänge ausgehauen sind. Ein eigenes Gebäude enthält den großen Gesellschaftssaal und einige Erfrischungszimmer. In einem andern kleineren Hause werden an Arme unentgeldlich Bäder ausgeteilt. Zum Baden in der offenbaren See gibt es noch besondere Anstalten, so wie auch dazu eingerichtete Boote.

Die Umgebungen Doberans gewähren überall das Bild einer heiteren lieblichen Landschaft. Nahe bei der Kirche erhebt sich der mit Spaziergängen versehene Buchenberg, und auf einer andern Seite ebenfalls unmittelbar an Doberan der Jungfernberg (103 Fuß über die Meeresfläche) mit einem Pavillon. Von beiden Höhen hat man die interessantesten Aussichten, vorzüglich vom Jungfernberge aus, wo man das ganze Tal, an dessen Ende der Ort liegt, in tiefer Niederung vor sich sieht, und in der Ferne mehrere Dörfer, Rostock, Warnemünde und die Ostsee. Noch verdient die seit einigen Jahren wieder im Stande gesetzte katholische Kapelle zu Altenhof, 1/2 Meile von Doberan, erwähnt zu werden; ein angenehmer Weg führt zu derselben. —

Der heilige Damm gewahrt einen ganz eigentümlichen schönen Anblick, durch die ungeheure Menge verschiedenartig gefärbter glatter Kieselsteine, die das Meer hier ausgeworfen hat, und die einen Wall von beträchtlicher Breite und Höhe in der Lange einer halben Meile darstellen.

Die Anzahl der Fremden, die den Ort während der Badezeit besuchen, steigt gewöhnlich über 1.400. Größtenteils besteht diese Badegesellschaft aus Mecklenburgern, Preußen, Hannoveranern, Engländern, Hamburgern und Holsteinern. Auch der Großherzog verweilt jeden Sommer in Doberan. Die alljährlich während der Badesaison Statt findenden Pferde-Rennen bringen auch manchen Fremden hierher. Die Rennbahn ist 1/4 Meile vom Orte, links vom Wege zum heiligen Damme.

Doberan war ehedem eine Abtei und Mönchskloster, Zisterzienser Ordens, gestiftet 1173 vom Fürsten Pribislav II. und 1552 vom Herzog Johann Albrecht I. säkularisiert. Kloster und Kirche waren vormals mit vielen Reichtümern und Privilegien dotiert, und letztere stand durch mancherlei Legenden und Reliquien in großen Ansehen; so dass zu derselben sogar aus sehr entfernten Ländern gewallfahrtet wurde. Die Kirche ward von 1186 bis 1232 erbaut. Das Seebad legte der jetzt regierende Großherzog im Jahr 1793 an.

Diedrichshagen, kleines Dorf, eine Meile von Doberan und 3/4 Meilen von der Ostsee. Bei demselben befindet sich der Diedrichshäger Berg, der sich 502 Fuß über die Meeresfläche erhebt, und den dritten Höhenpunkt des Landes abgibt. Von diesem Berge hat man die herrlichsten und mannigfaltigsten Aussichten, indem man die weite Flache der Ostsee, die Holsteinsche Küste, die Inseln Femern und Laland, den Kreideberg auf Rügen, und landeinwärts Rostock, Kröpelin, Neubukow und Wismar nebst unzähligen Dörfern, bis in die Gegend von Schwerin, erblickt.

Retschow, Pfarrdorf und Landgut, auf der Straße von Rostock nach Wismar, bei welchem am 28sten August 1813 die Mecklenburger und Schweden einen Sieg über die französischen und dänischen Truppen erfochten.

18. Sternberg, an der Warnow und Mildenitz, enthält 3 2/3 Meilen aus Sand und leichtem Boden mit ansehnlichen Waldungen bestehend, und hat auf die Q.-Meile nur 1.100 Bewohner. Die Domäne begreift 15 Ortschaften mit 4 Kirchdörfern, 7 Landgütern, 6 Erbzinsgehöften, 27 Bauern und 31 Büdnern.

Sagestorf, Landgut an der Warnow, über welche hier eine Brücke führt. Bei dieser sogenannten Sagestorfer Brücke wurden in altern Zeiten häufig Beratschlagungen zwischen den Fürsten und den Ständen gehalten, woraus späterhin die Landtage entstanden sind. (1485 war der erste allgemeine Landtag.) Der größere Teil des Amtes gehört zur Ritterschaft, 15 Hauptgüter mit 4 Kirchdörfern und 9 Bauern enthaltend.

19. Crivitz, zwischen der Warnow, Stör und Elde, 8 1/7 Q.-Meilen groß, hat ebenfalls einen sandigen, wenig fruchtbaren Boden und ansehnliche Waldungen mit 2 Teeröfen; auch gehört die Lewitz zu diesem Amte, welches auf die Q.-Meile etwa 1.230 Menschen nährt. Zur Domäne gehört die kleinere Hälfte, mit 30 Ortschaften, 14 Kirchdörfern, 9 Landgütern, 163 Bauern und 139 Büdnern.

Friedrichsmoor, ein Großherzogliches Jagdhaus in der Lewitz.

Demen, Pfarrdorf, hält ein Jahrmarkt.

Ritterschaftlich sind 33 Hauptgüter mit 11 Kirchdörfern und 34 Bauern.

20. Schwerin, an den Ufern des Schweriner Sees und der Stepenitz, und zwischen der Sude und Stör belegen, ein 11 5/6 Q.-Meilen großer Landstrich, hat zum Teil fruchtbaren Boden, meistens aber Sand, Heide und Waldungen. Der größere Teil ist Landesherrlich und umfasst in 56 Ortschaften 13 Kirchdörfer, 19 Landgüter, 26 Erbzinsgehöfte, 242 Bauern und 336 Büdner.

Friedrichsthal, Großherzogliches Jagdhaus am Neumühlschen See.

Wittenförden, Pfarrdorf mit 58 Häusern.

Banzkow, an der Stör, Kirchdorf mit 65 Häusern.

Die ritterschaftlichen Besitzungen bestehen in 26 Hauptgütern mit 9 Kirchdörfern und 65 Bauern.

Mühlen Eichsen, an der Stepenitz, Pfarrdorf und Landgut; nahe dabei

Großen Eichsen, Kirchdorf; beide haben Jahrmarktsgerechtigkeit.

Grambow, Landgut und Dorf mit einer Glashütte.

Rosenberg, Kruggehöft auf der Straße von Schwerin nach Gadebusch, in dessen Nähe Theodor Körner, im Gefechte den 26 August 1813, seinen Tod fand.

Im Schweriner See liegen die Inseln Lieps, mit einem Gehöft, Kaninchenwerder und Ziegelwerder mit Ziegeleien; sie sind Domanial.

21. Ivenack, an der Pommerschen Grenze belegen, und vormals zum Herzogtum Güstrow gehörig, im Jahr 1703 aber gegen das Amt Bakendorf vertauscht. Es gehört dem Grafen von Plessen, und enthält auf fast l ¼ Q.-Meile sehr fruchtbaren Bodens, in 10 Ortschaften, 47 Hufen, 26 Bauern und über 1.700 Einwohner. Darin:

Ivenack, sehr regelmäßig gebauter Flecken an einem See, hat 50 Häuser, ein Gräfliches Palais mit schönen Gartenanlagen, einen großen Tiergarten, und die ansehnlichste und berühmteste Stuterei Mecklenburgs. Ivenack war vormals ein Zisterzienser Nonnenkloster, welches 1232 gestiftet, und 1554 säkularisiert wurde.

.

.

.

Schwerin - Altes Schloss.

Schwerin - Altes Schloss.

Rehna um 1830.

Rehna um 1830.

Sternberg - Marktplatz.

Sternberg - Marktplatz.

Friedrichsmoor um 1880

Friedrichsmoor um 1880

Groß Luckow um 1880

Groß Luckow um 1880

Ivenack um 1880

Ivenack um 1880

Das Schloss in Ludwigslust um 1830

Das Schloss in Ludwigslust um 1830

Das Schloss in Ludwigslust um 1880

Das Schloss in Ludwigslust um 1880