Conchyliotogisches

Autor: Struck, C. (?) Lehrer, Erscheinungsjahr: 1871
Themenbereiche
Dieser Beitrag von C. Struck, entstammt dem „Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg“ 24. Jahrgang aus dem Jahr 1871.

Wenig ist bisher wohl von Mecklenburgern auf der Ostsee nach Conchylien mit dem Schleppnetz gefischt worden, wenigstens ist darüber nichts bekannt. Es war mir daher ungemein lieb, als der gründliche Kenner unserer Mollusken, Herr Hermann Freiherr von Maltzan auf Federow, mich zu einer solchen Excursion in diesen Hundstagen aufforderte.

Durch die Blokade unserer Küste war das Terrain, das abgedrakt werden konnte, allerdings ein sehr kleines und versprach eben keine große Ausbeute, allein es konnte doch dadurch festgestellt werden, was der Ostseebusen von Wismar bis Poel an Conchylien enthielt. Zu diesem Zwecke bestiegen wir am 15. August ein Segelboot, versehen mit einem ausgezeichneten Schleppnetz, das der Herr Professor F. E. Schulze-Rostock für den Freiherrn halte anfertigen lassen. Der Busen wurde in den verschiedensten Richtungen durchkreuzt und das Schleppnetz fleißig ausgeworfen. Es wurden damit Tiefen von 2 bis 25 Fuß — tiefere kommen wohl bis Poel nicht vor — abgesucht. Das Netz war fast immer angefüllt mit Sand, Moder und Pflanzen. Von den Pflanzen nenne ich: Zostera marina L., Ruppia maritima L. und R. rostellata Koch, Chara horridula Deth,, Furcellaria lumbricalis Rtz., Fucus vesiculosus L. und F. serratus L. (beide bedeckt von der scheibenförmig aufgerollten Serpula Spirorbis) und Desmarestia aculeata Lam.

Zwischen diesen Polstern fanden wir Syngnathus acus L, Carcinus maenas L., sowie kleinere Krustaceen in Menge. Häufig die Medusa aurita und spärlich Cyanaea capiliata. Vor allen Dingen durchsuchten wir aber die Pflanzen, den Moder und Sand nach Mollusken und erbeuteten in großer Menge zwischen den Pflanzen:

1. Neritina fluviatilis L. ß marina, die auch als N. baltica Beck. bekannt ist.
2. Paludina muricata Lam. (baltica thermalis etc.).
3. Littorina littorea Fèr.

Diese drei Arten fanden sich auch massenhaft an den Pfählen des Wendorfer Badesteges. Im Schlamm und Sand fanden wir:

4. Mytilus edulis L. und
5. Cardium edule L., auch die Form von C. rusticum. Beide, Mytilus und Cardium in allen Zuständen.
6. Tellina baltica L. (solidula Lam.) selten, die Schalen dagegen sehr häufig.
7. Mya arenaria L. nicht häufig und in kleinen Exemplaren, dagegen reichlich Schalen von ziemlicher Größe, die indessen schon sehr zerbrechlich waren.

Waren, den 1. Okt. 1870.

C. Struck.

.

.

.