Chronik der Insel Usedom - Von der Einwanderung der Slaven oder Wenden, von ihren Zuständen und Kriegen in den ersten Anfängen

Ein Beitrag zur Geschichte Vorpommerns
Autor: Gadebusch, Wilhelm Ferdinand (?) Königlicher Rentmeister und Amts-Rat, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Pommern, Landesbeschreibung, Land und Leute, Sitten und Gebräuche, Kultur-, Sitten- und Sozialgeschichte, Bildung, Lebensverhältnisse, Besitzverhältnisse
In tiefes Dunkel gehüllt ist die älteste Geschichte des großen und weit verbreiteten Volkes der Slawen*), aus welchem unsere Pommerschen Slawen oder Wenden hervorgegangen sind und sich demnächst abgezweigt haben. Bis zum 4. Jahrhundert war ihr Dasein unbekannt; zuerst gedenkt Jornandes ihrer unter den Nahmen der Slavinen als eines um das Jahr 376 in Europa wohnenden Volkes. Aus ihrem mutmaßlichen Stammlande im südlichen Asien von den Tartaren nach dem europäischen Osten gedrängt, haben diese Fremdlinge sich von den Ländern der unteren Donau, vom Bug und Dniester bis in die weiten Ebenen, der Weichsel gewälzt. Als ihre Bevölkerung dort ungeheuer angewachsen war, überschritten zahllose slawische Horden nicht allein die Weichsel, die Grenzen des alten Germaniens, sondern überschwemmten auch nach und nach dessen nordöstlichen Teil bis zur Oder und Elbe.

*) Der Name Slawen rührt von dem polnischen oder wendischen Worte Slava her, was Ruhm bedeutet. Daher findet man es in vielen alten Nahmen, als: Bogislaw, Voleslaw, Dobrislaw, Wartislaw u. A.

Das große Ländergebiet von der Ostsee bis zu den Karpathen, welches in der Völkerwanderung von der Mehrzahl seiner früheren germanischen Bewohner verlassen oder schwach bevölkert war, wurde von ihnen größtenteils eingenommen. In solcher grauenhaften, ruhelosen Zeit, wo von Wanderlust ergriffen, oder von Krieg und Hunger getrieben, eine barbarische Völkerschaft die andere verdrängte und der Stärkere sich mit ungezähmter Wildheit des Besitzes des Schwächeren bemächtigte, erschienen im Pommernlande die Slawen, von manchen Schriftstellern auch Sarmaten und Veneter, meistens aber Wenden*) geheißen. Sie selber sollen sich Volutabi genannt haben, wovon die Bedeutung verloren gegangen ist. Der älteste Name: Wenden ist nebst Wendland für ihre Wohnsitze bei den nordischen Völkern am gebräuchlichsten geblieben, daher wir uns dessen fortan bedienen.

*) Wenden wird von Wanda hergeleitet, womit in wendischer Sprache ein Hämen oder Fischbehälter bezeichnet wird. Georg Forster leitet den Nahmen von Woda, das Wasser oder Meer ab, weil sie sich gerne am Meer niederließen.

Die Zeit der Einwanderung der Wenden lässt sich nicht ermitteln, von einigen Geschichtsschreibern wird solche zu Ende des 5ten oder Anfang des 6ten, von andern erst im 7ten Jahrhundert angenommen. Noch weniger ist bekannt, wann sie die Meeresküste erreicht und sich auf der Insel festgesetzt haben, es mag zu Ende des 6ten Jahrhunderts gewesen sein. Wegen der geringen Subsistenzmittel, welche die durchgezogenen wüsten oder verheerten Länder boten, wird die Einwanderung in schwachen Zügen erfolgt sein, worauf sie sich nach der Ansiedlung in Stämmen zusammenscharrten; unzweifelhaft wird es dazu langer Jahre bedurft haben. Von dem Pfarrherrn Helmold*), dem ältesten eigentlichen Geschichtsschreiber der Wenden, werden als ein solcher Volksstamm oder Bund zuerst die Lutizier **) genannt, welche sich in Vorpommern oder Mecklenburg niedergelassen haben und in vier Stämme geteilt waren, nämlich: Rhedarier, Tollenser, Kissiner und Circipaner.***) Von diesen Stämmen hatten die Circipaner den Teil Vorpommerns von der Peene bis zum Meere mit Einschluss der Insel Usedom inne, auf dieser wurden jedoch die Bewohner gemeinhin Vinelier, auch Vinulier oder Vineter (lateinisiert: Vineti) genannt.

*) Helmold, ein Landpfarrer zu Bützow in Mecklenburg, gestorben 1170, ist Verfasser einer slawischen Chronik von 785 — 1170, welche Arnold Abt zu Lübeck bis zum Jahre 1200 fortgesetzt hat.

**) Der Name Lutizier soll von dem wendischen Luizos (Luizos) oder Tapfer herstammen; von sächsischen Annalisten werden sie Vilzen genannt.

***) Circipaner wird in wendischer Sprache richtiger Czcrzepani geheißen haben, nämlich Einwohner im Herzen oder umflossen von der Peene. Czcrze deutet das Herz.


Damals wurden die von den Lutizischen Stämmen eingenommenen Gegenden bis zur Swine von ihren slawischen Bewohnern Slabien geheißen, während Hinterpommern nebst der Insel Wollin schon damals den Nahmen Pomerze*) oder Pommern erhielt und führte. Oder und Swine bildeten also die Grenze zwischen beiden Teilen, insbesondere wurden durch letzteren Strom zwei verschiedene Stämme des Wendenvolks — auf Usedom die Vinetier, auf Wollin die Pomorjanen — schroff von einander geschieden.

Erst zu Anfang des 12. Jahrhunderts hörten diese Namens-Unterschiede auf, der Name Pommern wurde allgemein üblich und kam in Gebrauch, als nach dem Tode des Fürsten Swantibor im Jahre 1107 das Land unter seine Söhne geteilt wurde.

Im Strome der Zeiten war nun an der Odermündung das alte Reithgothland verschwunden und ein neues, Slavien, dafür aufgetaucht; an Stelle der gotischen Urbewohner war ein fremdes Volk getreten, das von jenen die vielleicht verbliebenen schwachen Überreste aufnahm und mit sich verschmolz. Damit wurde nicht allein die dem Polnischen nahe verwandte wendische Sprache hier wie im ganzen Pommernland herrschend, sondern auch wendische Sitten und Gebräuche einheimisch. Von solchen, sowie von den Wenden, ihrem Charakter, Religion und Zuständen haben die altern Geschichtsschreiber Helmold, Crantzius u. A. mancherlei Nachrichten aufbewahrt, welche von Neueren nachgeschrieben, hier nicht übergangen werden können, soweit sie sich im Wesentlichen auf unsere Inselbewohner anwenden lassen.

Die frühesten Berichte stimmen darin überein, dass die Wenden bei der Einwanderung weder Nomaden, noch Krieger, sondern friedliche Landbauer waren. Sie werden als ein kräftiger abgehärteter Menschenschlag von mehr gedrungener als großer Gestalt geschildert, mit schmutzig gelbbrauner Gesichtsfarbe und dunkeln Haaren. Bei aller Rohheit ihrer Sitten war ihnen natürlicher Verstand, Rechtlichkeit und Arbeitsamkeit eigen, sie waren fröhlich und gastfrei, wehrhaft und tapfer bei Verteidigung ihrer Freiheit. Mit solchen guten Eigenschaften verbanden sie aber vielen Leichtsinn und Sorglosigkeit, großen Hang zum Wohlleben, zum Vergnügen und zu Ausschweifungen. Indessen traten diese Schattenseiten ihres Charakters erst mit der Zeit in verstärktem Maße hervor und die belobte ältere Gutmütigkeit der Wenden verschwand, als sie, mit Unterdrückung bedroht, Jahrhunderte hindurch mit benachbarten Völkern in Streit und blutige Fehden verwickelt wurden. In beständigen Kriegen und Raubzügen verwandelte sich ihr Charakter und wurde wild und habgierig, rachsüchtig und grausam. Es darf daher nicht befremden, dass christliche Schriftsteller jener Zeit im religiösen Eifer diese hartnäckigen Heiden als die rohesten und wildesten Barbaren schildern! Mancher Widersprüche in ihrem Charakter ungeachtet waren ihre Laster aber sicher nicht so groß, dass sie ihre Tugenden gänzlich verdunkelt hätten.

*) In wendischer oder polnischer Sprache heißt po bei morze Meer also, pamorze Land am Meer. Die Einwohner hießen davon Pomorzki oder Pomorjanen.

Sie hielten auf Treue und Glauben, auf ihr Wort konnte man sich verlassen, deshalb pflegten sie sich des Eides nicht zu bedienen. Außer Diebstählen von Lebensmitteln kamen andere selten vor, wurden auch nicht gefürchtet.

Als ein hervorragender Zug in ihrem Charakter erscheint die Gastfreundlichkeit, welche sie gegen Fremde bewiesen, die freilich in dem eigenen Hange zum Wohlleben ihren besonderen Grund hatte. Sie ließen Andere gern an dem, was ihre Tafel bot, Teil nehmen, um dadurch den Genuss des Schmauses um so mehr zu erhöhen. Bei solcher Gelegenheit ging der Eifer Mancher so weit, dass sie über Nacht so viel zusammenstahlen, um am folgenden Tage mit dem Fremdling schwelgen zu können. Ein solcher Diebstahl wurde mit Rücksicht auf die geübte Gastfreiheit als verzeihlich angesehen, die Versagung der Letzteren aber als unverzeihlich betrachtet und durch das Niederbrennen des Hauses des ungastlichen Besitzers bestraft. Mit der Gastfreiheit war die Versorgung der Armen verknüpft, daher gab es keine Bettler unter ihnen.

Ungeachtet solcher wohltätigen Gesinnung hatten sie aber die unnatürliche Sitte, ihre überzähligen Töchter, kranken Söhne und Knechte zu toten, um sich ihrer zu entledigen. Bei einigen Stämmen sollen sich diese Mordtaten sogar auf die altersschwachen Eltern erstreckt haben. Solchen Kannibalen, denen wir unsere Insulaner nicht beizählen wollen, war Kindesliebe, sowie Elternliebe unbekannt.

Daraus lässt sich eine Eigentümlichkeit des Volkes erklären, nämlich, dass niemals der Sohn den Namen des Vaters führte, oder der Bruder den des Bruders, gewöhnlich bergen sich ihre Namen auf persönliche Eigenschaften, als Rotbart, Dicker, Schwarzer usw.

Ihre Wohnungen bestanden meistens in elenden Hütten, welche nur notdürftigen Schutz gegen das Ungemach der Witterung gewährten. Von geflochtenen Baumzweigen und Lehm, oder rohen Balken erbaut und mit Rohr gedeckt, bildete das Innere einen Raum, worin sich der gesamte Hausstand, Alt und Jung, Groß und Klein, befand. Ein Ofen von Lehm diente zur Erwärmung der Stube, zum Kochen und Backen, Öffnungen in der Wand gaben Licht nach Innen und Abzug für den Rauch nach Außen. Abends erleuchteten angezündete Kienspäne *) das Zimmer, worin ein paar Töpfe und Schüsseln, eine plumpe hölzerne Bank, ein ausgehöhlter Baumstamm als Kasten mit einem Webstuhl der rohesten Gattung den gesamten Hausrat ausmachten.

Der Einfachheit der Wohnungen entsprach die Kleidung unserer Wenden. Die bärtigen Männer trugen einen faltigen Rock von Leinen von dem eigen gebauten Flachs, den sie samt der Wolle zu weben verstanden. Ihre Kopfbedeckung war die wendische Pelzmütze, vorn und hinten gerade geschnitten, mit Ohrklappen. Mit rohem Leder oder Baumbast umwickelten sie die Füße, später trugen sie Schuhe. Ihre Waffen bestanden in Schwert, Streitaxt, Spieß und Schild.

*) Dergleichen Erleuchtung findet man auf der Insel noch heut zu Tage in der niedrigen Stube des ärmeren Landmannes oder Fischers, wenn die Familie Abends um den Kamin beim brennenden Kienspan versammelt ist, der Mann Netze knittet (strickt) und das Spinnrad der Frau schnurrt, die Kleinen aber, auf die Ofenbank gestreckt, schnarchen.
Glücklicherweise sind jedoch selbst die Hütten der Ärmsten jetzt wohnlicher beschaffen als in der alten Wendenzeit.


Eben so einfach als die Männer kleideten sich die Frauen in einen leinenen Rock, der bis an die Knöchel reichte, ohne die Brust und Arme zu bedecken; dabei liebten sie es, sich mit Glas- oder Metallverzierungen zu schmücken, wenn sie solche durch Tauschhandel oder Raub erlangt hatten. Beide Geschlechter waren wegen ihrer Unsauberkeit so verrufen, dass man ihnen nachsagte, sie würden im ganzen Leben nur drei Mal gewaschen! bei der Geburt, Hochzeit und beim Tode.

Aus der Beschaffenheit ihrer Wohnung und Kleidung lässt sich auf die schmutzige Dürftigkeit ihres Lebens im rohen Naturzustande schließen, obgleich sie Ackerbau und Viehzucht nebst Jagd und Fischfang trieben. Bevor sie kriegerisch wurden und Land- und Seeräuber-Züge bei ihnen überhand nahmen, waren sie eifrige Ackerbauer, bauten Roggen, Hafer, Gerste, Flachs und Hanf, wobei sie sandigen und leichten Acker dem schweren und nassen vorzogen, den sie nachmals den Deutschen überließen. Bei der Bestellung bedienten sie sich des Hakens*), der in seiner Form noch jetzt gebraucht wird. Sie ernteten das Getreide mehr mit der Sichel als mit der Sense, der Ausdrusch geschah in Ermangelung von Scheunen auf dem Felde und nachdem es gedörrt worden, vergruben sie es in der Erde bis zum Gebrauch.

*) Der Haken ist der älteste und ursprüngliche Pflug ohne Räder-Gestell. Von demselben hat die wendische Hakenhufe, 15 Morgen begreifend, den Nahmen. Zwei solcher Hakenhufen geben eine deutsche Landhufe.

Außer dem Ackerbau und der Viehzucht war auch die Fischerei eine bei dem damaligen Überfluss an Fischen sehr lohnende Beschäftigung für die Wenden, welche sich auf den Heringsfang in der Ostsee erstreckte. Sie sollen das Einsalzen des Herings verstanden haben, wenn es ihnen an dem dazu erforderlichen Salz nicht gebrach.

Bei den Wenden war die Vielweiberei üblich, der Mann durfte drei Frauen zur Ehe nehmen, musste sie jedoch zuvor von den Vätern erkaufen, weil die Kinder als das Eigentum des Vaters angesehen wurden. Opfer der Selbstsucht des Mannes, war das Los der wendischen Frauen ein hartes und klägliches, sie wurden nicht geachtet, sondern als Sklavinnen behandelt. Sie aßen mit dem Manne nicht an einem Tische, und mussten jeden Tag den männlichen Hausgenossen und Gastfreunden die Füße waschen. Selbst vornehme Frauen bezeigten große Unterwürfigkeit gegen ihre strengen Gebieter. Die Nichtachtung der Männer gegen die weiblichen Glieder der Familie ging so weit, dass nach des Vaters Tode sich nur die Söhne in die Erbschaft teilten, die Töchter aber leer ausgingen.

Ihre Hochzeitsgebräuche waren seltsam genug, um ihrer hier nicht besonders zu gedenken. Unmittelbar nach der Verlobung folgte die Hochzeit. Nachdem die Braut gekauft und ihr von dem Freier ein Mantel als Brautgeschenk versprochen war, stimmte sie mit ihren Freundinnen ein Klagelied an, worin sie das Verlassen des Vaterhauses bejammerten. Kaum waren die letzten Töne ihres Liedes verhallt, so ließ sie der Bräutigam in einem Wagen heimfahren, wobei sie auf der Grenze von einem Manne empfangen wurde, der ihr einen lodernden Feuerbrand und ein gefülltes Trinkglas entgegen hielt mit den Worten: „Bewahre das Feuer im eigenen wie im väterlichen Hause.“*) Darauf nahm die Braut einen Schluck aus dem dargebotenen Becher. Beim Empfang im Hochzeitshause mit Ehren aufgenommen, trank die Braut abermals und wurde zum Feuerherde geführt, wo man ihr die Füße wusch und mit dem Wasser die Gäste, das Hausgerät und das Vieh besprengte. Hierauf bestrich man ihren Mund mit Honig und führte sie mit verbundenen Augen vor jede Tür des Hauses; auf den Zuruf des Brautführers stieß sie mit dem Fuß an die Tür und jede öffnete sich. Sodann mit verschiedenem Getreide bestreuet, rief man der Braut entgegen: „Halte fest an dem Glauben unserer Götter, dann geben sie Dir Alles“, was als eine religiöse Weihe des Ehebündnisses anzusehen war. Ein heiteres Mahl folgte nun mit Tanz bis zum Abend, nach dessen Beendigung der Braut von einer Freundin das Haar beschnitten und ein mit einem weißen Tuch durchflochtener Kranz aufgesetzt wurde. Zum Beschluss brachte man dem jungen Paare einen gebratenen Hahn, Brauthahn genannt, und trieb die Braut mit Schlägen in die Brautkammer.

*) In einigen Dörfern, auf der Insel bestehet noch die alte Sitte, dass das Brautpaar bei der Rückfahrt von der Kirche auf der Grenze seines Wohnorts von einem schlecht gekleideten alten Schäfer oder Hirten in Hemds-Ärmeln mit der Schlafmütze empfangen wird, wobei er Brot und Salz überreicht.

Die Religion der Wenden bestand in einer Vielgötterei, die ohne System und dabei wandelbar war. In ihren ältesten Wohnsitzen mag sie einfacher gewesen sein und sich auf die unter ihnen allgemein verbreitete Verehrung des
            Bialibog des weißen oder guten Gott und des
                Czarnibog des schwarzen oder bösen Gott
beschränkt haben. Unter dem weißen Gott dachten sie sich ein erhabenes, wohltätiges Wesen im Himmel, das sie weder abbildeten noch in Tempeln anbeteten oder Opfer, brachten. Dagegen opferten sie dem Czarnibog, den sie als ein feindseliges Wesen, den Urheber alles Unheils, aller Krankheiten und Qualen an Menschen und Vieh, betrachteten.

Als sie auf ihren Wanderzügen mit den Gottheiten anderer Völker bekannt wurden, nahmen sie selbige von diesen an und so vermehrte sich die Zahl ihrer Volks- und Hausgötter, dass fast jeder Stamm seine eigenen hatte und ihre Tempel mit Götzenbildern überfüllt waren. Unter allen Gottheiten, welche die Wenden an der Ostsee verehrten, stand Swanwitt oben an als Gott der Götter, alle andere wurden gegen ihn nur als Halbgötter betrachtet. Der Swantewitt, zu Deutsch das heilige Licht, hatte zu, Arkona auf Rügen einen berühmten Tempel, womit ein Orakel verbunden war. Alle benachbarten Völkerschaften, folglich auch die Vinetier von unserer Insel, brachten dahin Opferpfennige und Geschenke nebst Zehnten vom Vieh und von der Kriegsbeute, so dass der Tempel sehr reich war. Darin befand sich das Götzenbild, ein Ungeheuer von übermenschlicher Größe mit 4 Köpfen und eben so viel Hälsen, dem unter andern jährlich ein Christ geopfert wurde.

Ferner wurden verehrt der Kriegs-Gott Herrowitt und der Borowitt , das Licht des Waldes. Ersterer hatte, einen Tempel zu Wollin, Letzterer einen zu Wolgast, gegenüber unserer Insel. Eine Meile davon beim Dorfe Zinnowitz (damals Zitz genannt) befindet sich ein Waldbezirk, der mutmaßlich ein heiliger, dem Borowitt geweihter Hain war und noch jetzt den Namen „Hexenheide“ führt. Borowitt und Herrowitt waren vielleicht ein und dieselbe Gottheit. Besondere Verehrung genoss zu Stettin, Vineta und Julin der Triglaff, dessen Bildsäule mit drei Köpfen die Herrschaft des Götzen über Himmel, Erde und Unterwelt andeuten sollte. Anderer Götzen nicht zu gedenken, welche nebst einer Unzahl von Haus-Götzen in Tempeln, auf Opferstätten im freien Felde oder im Dickicht des Waldes verehrt wurden. Solche Opfer-Stätten des Götzendienstes sind auf der Insel manche vorhanden gewesen, wovon die wendischen Namen in den Feldmarken und Wäldern nebst den nicht selten vorgekommenen Opfersteinen Zeugnis geben, während die Flecken, worauf heidnische Tempel gestanden, in der Regel durch die darauf erbauten christlichen Kirchen eingenommen sind.

Unter den Wenden bestand zwar der Volksglaube, dass nach dem Tode eine Fortdauer unter ähnlichen Beschäftigungen und Verhältnissen wie auf Erden stattfinde, nichts desto weniger soll aber die Furcht vor dem Tode groß und allgemein gewesen sein. Mit gräulichem Geheul besonderer Klageweiber wurden die Toten von den Verwandten begleitet und die Leichen nach dem Zeugnis alter Schriftsteller meistens auf Scheiterhaufen verbrannt. Den Beschluss der Leichenfeier machten Mahlzeiten, wobei das Getränke nicht gespart wurde.

Die Vielseitigkeit ihres Götzendienstes mit Opfern und Orakeln, verbunden mit der Leitung öffentlicher Versammlungen nach dem Willen der Götter, erforderte zwar eine Menge Diener, doch machten die Priester keinen eigenen Stand aus, sondern jeder von ihnen war Hausvater, zugleich Acker- oder Handelsmann oder Seeräuber.

Bei ansehnlichen oder geringen Einkünften von ihrem Amte übten sie großen Einfluss sowohl auf Krieg und Frieden, als auf das rohe Volk aus, dessen Aberglauben sie zu nähren und es darin wie in seinem Fanatismus auf jegliche Weise zu bestärken suchten. Um ihr Ansehen und ihre Einkünfte nicht einzubüßen, widersetzten sich die Priester der Einführung des Christentums aufs äußerste und machten den Fürsten die Erhaltung der Landes-Religion zur besonderen Pflicht. Daher die Zähigkeit der Wenden in ihrem Hasse gegen die christliche Lehre, obgleich sie gegen alle Arten von heidnischer Gottesverehrung duldsam waren. Ihren wütenden Hass vermochte selbst der Umstand nicht zu mildern, dass die katholische Kirche ihnen in der Menge von Heiligen Ersatz für ihre Götzen bot und ihnen statt dieser so werte als mächtige Schutz-Patrone versprach.

Mit der wendischen Götterlehre stand weder die Sternkunde, noch die Zeitrechnung in irgend einer Beziehung; anscheinend hatten von Letzterer selbst die Priester keine Begriffe, noch weniger das Volk. Sie kannten nur zwei Jahreszeiten, rechneten vom einem Neumond zum andern, also wohl 13 Monate aufs Jahr, welches mit dem Frühling oder dem damaligen Sommer anfing, wenn sie das Frühlingsfest feierten. Eine Woche bestand bei ihnen aus 7 Tagen, von einer Einteilung des Tages in Stunden wussten sie nichts.

Zur Zeit der Einwanderung der Wenden in unsere Gegenden war ihre Verfassung patriarchalischer Art und beschränkte sich auf die Gewalt, welche jeder Hausvater über seine Angehörigen ausübte. Als nach Verlauf von langen Jahren sich ein Volks-Verband in Stämmen zusammen getan, ging aus ihrer Mitte, wie bei allen rohen Völkern, zunächst der Adel in den Männern hervor, welche durch Tapferkeit oder Klugheit, oder durch den Besitz sich vor dem Volke auszeichneten und eine hervorragende Stellung einnahmen. Sie wurden Pan (Herr) geheißen, ihre erlangten Vorrechte aber erst später vom Vater auf den Sohn vererbt. Aus dem Adel sind wiederum die Häuptlinge erwählt, um im Kriege als Anführer, im Frieden als Ratgeber zu dienen. Einige solcher Oberhäupter, welche sich mehrere Stämme unterworfen hatten, bezeichnen christliche Schriftsteller als Fürsten oder Könige; unbekannt ist es, welcher Name ihnen von ihren Untertanen beigelegt worden, vielleicht hießen sie Karoll oder Kroll, d. i. Herr. Äußerlich unterschied sich der Fürst nur durch eine Leibwache von zwei bewaffneten Männern, die ihn stets begleiteten. Zu seinem Unterhalt bezog er einige mäßige Einkünfte, genoss auch Seitens des Volks viele Achtung und Gehorsam; dem ungeachtet war seine Stellung wenig gesichert, sondern von den Launen der Edlen des Landes abhängig, die mit dem Fürsten seine Rechte teilten. Nicht selten erfolgte seine Entsetzung in Folge der Ränke und Aufwiegelungen der Vornehmen und nach stürmischen Versammlungen war eine schmähliche Behandlung das Los des gestürzten Fürsten.

Ungeachtet der mit der Zeit gestiegenen Macht des Adels findet man jedoch keine Spuren der Leibeigenschaft unter den Wenden. Außer dem Kriegs-Dienst war das Volk zwar zu gewissen Abgaben und Diensten an den Fürsten und für das Gemeinwesen verpflichtet, sonst war seine körperliche Lage aber frei und nach gewissen slawischen Gewohnheiten wurde ihm Recht gesprochen. Dazu waren bei fortgeschrittener gesellschaftlicher Entwicklung Richter (Zupans geheißen) in den Kastellaneien bestellt, als mit den Kastellanen eine Obrigkeit für bestimmte Distrikte eingesetzt war. Eine solche Kastellanei machte die Insel Usedom aus, wovon weiter unten die Rede sein wird.

In dieser gedrängten Darstellung von den Anfängen im alten Wendenlande werden Menschen und Zustände genugsam bezeichnet erscheinen, um zum bessern Verständnis der Erzählung von den Begebenheiten der Vorzeit zu dienen, die wir nun folgen lassen. Freilich fehlt es bis gegen Ende des achten Jahrhunderts an eigentlich historischen Nachrichten, dafür sind aber alte nordische Sagen *) vorhanden, welche von den in diesen Zeiten zwischen den Dänen und Wenden geführten Kriegen Kunde geben und für die Beziehungen sprechen, in welchen beide Völker unter einander gestanden haben. Es ist schon oben gedacht, wie im höheren Altertume die Dänen-Könige nach der südbaltischen Küste gestrebt und dort in Reith Gothland anscheinend eine Oberhoheit zeitweise erlangt haben. Ihr Streben in solcher Richtung dauerte in der Wendenzeit fort, war insonderheit auf die Eroberung der Inseln Usedom und Wollin, die sie umschiffen konnten, gerichtet, daneben auch auf die Erpressung von Tribut und Beute auf dem Festlande, wo ihnen indessen, so viel bekannt, eine dauernde Festsetzung niemals gelang. Mit bewaffneten langen Ruderbooten, aus welchen ihre Seemacht damals bestand, langten sie hier an, hatten ihre Landungsplätze in der Peene, bei Vineta**) oder in der unbeschützten Swine-Mündung, von wo sie auf die Inseln eindrangen oder ins Haff (mare dulce) einliefen.

*) Die alten dänischen und Isländischen Sagen sind zwar Zeitlos und ausgeschmückt, beruhen aber nach dem Urteil gediegener Geschichtsforscher auf Tatsachen, die sich an Örtlichkeiten lehnen, entbehren also keineswegs der Glaubwürdigkeit.

Sengen und Brennen, Mord und Plünderung bezeichneten wohl gewöhnlich die Züge der raubsüchtigen Dänen in den Küstenstrichen.

Indessen setzten ihnen die Wenden tapferen und beharrlichen Widerstand entgegen, mutig scharrten sie sich unter ihre Banner mit dem Pommerschen Greif **).

*) Unweit Vineta in der Königl. Zinnowitzer Forst befindet sich neben den Strand-Dünen eine tiefe Talschlucht, welche noch jetzt den Nahmen: Dänen-Grund führt.
Unzweifelhaft war hier der gewöhnliche Landungsplatz der Dänen.

**) Micrälius gedenkt desselben in seiner Chronik also:
„Das Zeichen solcher Freiheit ist nur ein Greif, das ist ein fliegender Löwe mit einem Habichtskopf gewesen. Und also haben nun die sieben Provinzen, als das Land Stettin an der Oder, Pommern am Meer, Kassuben und Wenden in Pommerellien, Usedom, Barth und Wolgast in Vorpommern, sich und ihre Freiheit unter ihrem fliegenden Greifen-Fähnlein tapfer verteidigt.“


Von diesem Symbol ihrer Freiheit entflammt, stürzte sich das Kriegsvolk halbnackt und dürftig bewaffnet auf den Feind und brachte Tod und Verderben in seine Reihen, insonderheit bei plötzlichen Überfällen, die sie dem offenen Kampfe vorzogen. Unterlagen sie auch manchmal und gerieten vorübergehend unter dänische Botmäßigkeit, so schüttelten sie solche doch zuletzt wieder ab. Diese Kriege, sowohl zu Lande wie zur See geführt, hatten die Wenden mit der Schifffahrt vertraut gemacht, sie wurden unternehmender, landeten nicht selten auf den dänischen Inseln und übten dort Rache aus, wie die Sagen berichten.

So war lange Zeit hindurch unsere Insel und deren Umgebung ein Schauplatz von blutigen Kämpfen mit den Dänen; sicher nahmen ihre kriegerischen Bewohner rühmlichen Anteil daran, weshalb es sich geziemt, einige Erzählungen aus den alten nordischen Sagen hier folgen zu lassen, welche Streiflichter über das Dunkel einer Tatenreichen Vergangenheit verbreiten, von welcher Viele keine Ahndung haben.

Einstmals bekriegte ein König von Dänemark, Rohrich (Rurik) genannt, die Pommerschen Wenden und lieferte ihnen eine Seeschlacht, wobei der Sieg unentschieden blieb. Um dem ferneren Blutvergießen Einhalt zu tun, kamen die beiderseitigen Anführer darin überein, dass ein Zweikampf zwischen zwei Männern aus beiderlei Volk stattfinde und wer Sieger bliebe, dessen Volk als Sieger angesehen werde, das andere Volk aber sich unterwerfen solle. Ein riesiger, kecker Wende Namens Maska nahm den Kampf an, ein Däne stellte sich ihm entgegen. Im Angesicht beider Geschwader gingen die Kämpfer ans Land und als zum Angriff geblasen war, entbrannte ein wütender Kampf, der damit endigte, dass Maska den Kopf des Dänen spaltete. Lauter Jubel erscholl aus den Ruderbooten der Wenden, der Sieger wurde von ihnen eingeholt und von den Dänen die Unterwerfung verlangt. Als diese aber solche unter allerlei Ausflüchten verweigerten und Maska sich zu einem abermaligen Zweikampf erbot, wurde auf seinen Rat dieser nach 8 Tagen beschlossen. Unterdessen gingen die dänischen Ruderboote nach Möen, die wendischen nach Rügen.

Das Pommersche Wappen besteht noch jetzt und wird in Ehren gehalten. Die Farbe des Greifs und der Fahnen ist in den gedachten Provinzen verschieden. Die Insel Usedom führt einen weißen Greif im roten Felde.

Darnach wollte sich kein Däne zum Kampf verstehen; erst als der König große Ehre und goldene Armbänder verhieß, fand sich ein Mann, Ubbo genannt, dazu bereit. Am bestimmten Tage stiegen beide Kämpfer wiederum auf der dänischen Insel Falster ans Land; auf Trompetenschall gingen sie auf einander los, von den mächtigen Hieben ihrer Schwerter sprühten Funken aus ihren Harnischen; schon waren diese zerschlagen und das Blut floss reichlich. Da erhob sich groß Geschrei des Volks auf den Schiffen, die verwundeten Kämpfer stürzten sich aber auf einander los und nach langem Ringen fanden beide zugleich den Tod. Die Wenden beriefen sich auf den ersten Sieg, die schlauen Dänen machten aber von neuem Ausflüchte. Endlich kam ein Vertrag zwischen Beiden zu Stande. Allein der Friede währte nur so lange, bis König Frotho in Dänemark zur Regierung kam. Zwischen beiden Völkern hatten sich wieder Feindseligkeiten entsponnen; die Wenden waren mit sieben Schiffen unter ihrem Anführer Strumil auf den Dänischen Inseln gelandet und hatten das Land verheert. Darob ergrimmte König Frotho und sandte seinen Hauptmann Erich, mit acht Schiffen gegen die Wenden aus. Als dieser ihren Landungsplatz erfahren, täuschte er den Strumik durch eine Kriegslist, sintemalen er die dänischen Schiffe in einer Wieck oder Bucht hinter grünen Baumzweigen versteckt hatte. Dadurch gelang es ihm die Wenden in einen Hinterhalt zu locken, ihnen in den Rücken zu fallen und eine vollständige Niederlage beizubringen, wobei sie alle ihre Schiffe samt dem Kriegsvolk verloren.

König Frotho säumte nicht seinen Sieg männiglich zu verfolgen. Alsbald landete er in Pommern und unterwarf sich das Land, setzte auch angesehene Wenden als Hauptleute und zur Erhebung des Tributs ein. Nun hielt er ein streng Gericht über Alle, die er als Ruhestörer und Schnapphähne erkannte und ließ, deren er habhaft werden konnte, samt und sonders aufhängen. Darauf war eine Zeit lang Friede und Ruhe, bis sich die Wenden wieder erholt hatten und unter König Haralds Regierung sich stark genug fühlten, das verhasste dänische Joch abzuschütteln. Eifrig rüsteten sie sich dazu, selbst Frauen übten sich in den Waffen. Zum Anführer wählten die Wenden diesmal eine Jungfrau aus vornehmem Geschlecht Namens Wißna (Wiszna), der zwei Kriegs-Obristen, Duck und Dall geheißen, beigegeben wurden.

Sobald die Kunde von der Empörung der Wenden nach Dänemark erschollen war, erschien König Harald mit Schiffen und Volk; es kam zu einer Seeschlacht. Solche verloren die Dänen aber gänzlich, worauf die Wenden in Schonen landeten und sowohl das Land, als die Insel Möen eroberten. Siegreich flatterte das Pommersche Banner am Gestade des Sundes, bis beim Friedensschluss Schonen wieder abgetreten wurde unter dem Versprechen gegenseitigen Beistandes im Kriege. Möen verblieb dagegen den Wenden.

Und es begab sich bald darauf, dass die jungfräuliche Fürstin von König Harald um Beistand angerufen ward gegen den Schwedenkönig Ringo, der ihn mit Krieg überzogen hatte. Ihrem Versprechen getreu, erschien Wißna mit Kriegsvolk und den Anführern Duck und Dall auf dem Kriegsschauplatz. In der Schlacht stand sie beim Hauptbanner, umgeben von den kriegerischen Frauen ihrer Leibwache, Aber das Kriegsglück entschied sich für die Schweden, die verbündeten Dänen und Wenden wurden besiegt, König Ringo unterwarf sich ganz Dänemark.

Insonderheit wird dieser Sieg einem riesigen Schweden Namens Starkoter zugeschrieben, der die Fürstin Wißna zu töten beabsichtigte und sie angriff. Sie wehrte sich zwar mit ihrer Leibwache tapfer, Starkoter hieb ihr aber eine Hand ab und mehrere aus ihrer Begleitung fielen unter seinen Streichen. Indessen gelang es einigen Frauen die Fürstin aus dem Schlachtgetümmel zu schaffen, worauf sie bald an ihrer Wunde verstarb. Auch Duck und Dall hatten den Tod gefunden.

Nach dem Siege forderte König Ringo die Unterwerfung der Wenden und den Tribut. Seine Abgesandten wurden aber von ihnen erschlagen; sie landeten selbst in Dänemark, worauf sie eine Niederlage erlitten und sich zur Erlegung des Tributs bequemen mussten.

Als nach Ringos Tode König Siewert in Dänemark regierte, verweigerten sie den Tribut von neuem, fielen abermals dort ein und richteten große Verheerungen an, bis sie aufs Haupt geschlagen wurden. Ihre Niederlage rührte daher, dass ihnen unter der Führung mehrerer Hauptleute der einheitliche Oberbefehl mangelte. Die vornehmen Wenden erkannten dies selber und wählten nach diesem den Ismar, einen Verwandten der Wißna, zum Oberhaupt, legten ihm auch die Königliche Würde bei. Ismar war ein großer Krieger, eroberte nachmals ganz Dänemark und machte es sich zinspflichtig. In einer Schlacht gegen König Siewert waren dessen Kinder, ein Sohn nebst zwei Töchtern, in die Hände des Siegers gefallen. Nach wendischer Sitte wurden die beiden Töchter. Namens Ida und Bommeltrud, an zwei Freier gegen ein Pferd, ein Paar Kühe und eine Rüstung käuflich überlassen, den Sohn, Jaromik geheißen, behielt Ismar aber bei sich. Er fand Gnade vor den Augen des Königs und wusste sich bei ihm so in Gunst zu setzen, dass er ihm sein ganzes Vertrauen schenkte und ihm die Führung der dänischen Angelegenheiten überließ. Vergeblich waren die Warnungen der Königin Woislawa, seiner Gemahlin, welche dem Günstling nicht traute. Jaromik ersah seine Zeit. Insgeheim stiftete er eine Verschwörung in Dänemark, entwich dahin und brachte das Land in Aufruhr, wobei die wendischen Voigte erschlagen und das Reich unabhängig wurde. In späteren Kriegszügen wurden selbst die Wenden wieder von den Dänen abhängig, wenn auch nicht auf die Dauer.

Während so das Kriegsglück an der Ostseeküste wechselte, brannte die Kriegsfackel auch an anderen Orten an den Landesgrenzen des Pommernlandes, wo Kriege mit den Polen, später mit den Sachsen und den deutschen Kaisern geführt wurden. Carl der Große war 768 Beherrscher des großen fränkischen Reiches geworden, er und seine Nachfolger strebten mächtig dahin, ihre Grenzen zu erweitern und das Christentum unter den Heiden zu verbreiten. Nachdem Kaiser Karl die Sachsen bezwungen und sie zur Bekehrung genötigt hatte, kamen seit seinem Tode 814 die folgenden Kaiser mit den Wenden nicht allein in nähere Berührung, sondern bekriegten auch das große Wendenvolk der Lutizier oder Wilzen an der Elbe und in Mecklenburg länger als zwei Jahrhunderte hindurch mit wechselndem Erfolge.

Zwar waren die Vinetier auf unserer Insel mit den Lutiziern durch das National-Band verknüpft, doch ist weder bekannt noch anzunehmen, dass sie bei jenen entfernten Kriegen beteiligt gewesen und um so weniger, weil die dänischen Angriffe den Kriegern an der Ostsee schon genugsam zu schaffen machten.

Erzählungen von den Kriegen mit den Kaisern an der Elbe oder mit den Polen an der Netze und Warthe gehören also nicht hierher. Neben den nordischen Sagen, worin die Geschicke unserer Insel mehr oder weniger verflochten sind, besteht aber auf der Insel selbst die interessante Volkssage von der untergegangenen Stadt Vineta.

In neuerer Zeit von mehreren Schriftstellern in ihrer Glaubwürdigkeit angefochten, ist solche zwar nicht erschüttert worden, Indessen erscheint es angemessen, im folgenden Kapitel unsere Anschauung in einer kurzen Abhandlung einzuschalten und daran die historischen Nachrichten über Vineta und ihren Untergang zu knüpfen.

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Ostseebda Koserow, Abstieg zum Strand

Ostseebda Koserow, Abstieg zum Strand

Ostseebad Koserow, Damenbad

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Osteebad Koserow auf Usedom

Osteebad Koserow auf Usedom

Ostseebad Koserow, Fischerhütten

Ostseebad Koserow, Fischerhütten

00 Ostseebad Koserow, Packhütten

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Ostseebad Koserow, Blick auf den Streckelberg

Ostseebad Koserow, Blick auf den Streckelberg

Anklam in Vorpommern, Steintor

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Ostseebad Bansin auf Usedom, Langeberg

Ostseebad Bansin auf Usedom, Langeberg

Ostseebad Bansin, Strand und Villen

Ostseebad Bansin, Strand und Villen

Ostseebad Bansin, Strandleben

Ostseebad Bansin, Strandleben

Ostseebad Ahlbeck, Fischverkauf am Strand

Ostseebad Ahlbeck, Fischverkauf am Strand

Ostseebad Ahlbeck, Herrenbad

Ostseebad Ahlbeck, Herrenbad

Ostseebad Ahlbeck, Landesbrücke

Ostseebad Ahlbeck, Landesbrücke

Ostseebad Bansin, Strandpromenade

Ostseebad Bansin, Strandpromenade

Ostseebad Ahlbeck, Försterei am Wolgastsee

Ostseebad Ahlbeck, Försterei am Wolgastsee

Ostseebad Ahlbeck, Bismarckwarte

Ostseebad Ahlbeck, Bismarckwarte

Ostseebad Bansin, Strandvillen

Ostseebad Bansin, Strandvillen

Ostseebad Bansin, Strandpartie

Ostseebad Bansin, Strandpartie

Ostseebad Heringsdorf, Kurhaus

Ostseebad Heringsdorf, Kurhaus

Ostseebad Heringsdorf, Familienbad

Ostseebad Heringsdorf, Familienbad

Ostseebad Heringsdorf, Strandpromenade und Kurhaus

Ostseebad Heringsdorf, Strandpromenade und Kurhaus

Ostseebad Heringsdorf, Seebrücke

Ostseebad Heringsdorf, Seebrücke

Ostseebad Heringsdorf, Strandleben

Ostseebad Heringsdorf, Strandleben

Stettin, Am Hafen

Stettin, Am Hafen

Stettin, Dampfschiffbollwerk

Stettin, Dampfschiffbollwerk

Stettin, Dampfschiffbollwerk und Hakenterrasse

Stettin, Dampfschiffbollwerk und Hakenterrasse

Wolgast, Hafen mit Zugbrücke

Wolgast, Hafen mit Zugbrücke

Wolgast, Marktplatz und Rathaus

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Ostseebad Zinnowitz, Schiffsanleger

Ostseebad Zinnowitz, Schiffsanleger

Ostseebad Zinnowitz, Seebrücke

Ostseebad Zinnowitz, Seebrücke

Ostseebad Zinnowitz, Strand und Kurhaus

Ostseebad Zinnowitz, Strand und Kurhaus

Ostseebad Zinnowitz, Strand und Promenade

Ostseebad Zinnowitz, Strand und Promenade

Ostseebad Zinnowitz, Strandleben

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Ostseebad Zinnowitz, Strandblick und Seebrücke

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Ostseebad Zinnowitz, Strandpartie

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Ostseebad Swinemünde, Badehütte und Strandkörbe vor der Dünenstraße

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Ostseebad Swinemünde, Strandpromenade, Blick in Richtung Westen

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Ostseebad Swinemünde, Osternorhafen

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