Beiträge zur Geschichte der deutschen Hanse bis um die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts

Autor: Stein, Walther (1864-1920) deutscher Historiker und Hochschullehrer, Erscheinungsjahr: 1900

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Hansebund, Hansa, Hansetag, Mittelalter, Bürgerstand, Koggen, Handel, Städtewesen, Bürgerleben,
Mit Heinrich II. ging die deutsche Königswürde von dem sächsischen Hause, welches in Otto I. dem Reiche seinen machtvollsten Beherrscher gegeben hat, auf süd-deutsche Fürsten über. In der Geschichte des Reiches übernahmen die höher entwickelten Landschaften Mittel- und Oberdeutschlands, vor allem die Uferdistrikte des Rheins, die Führung. Die Gegensätze zwischen Nieder- und Oberdeutschland traten in den Kämpfen Heinrichs IV. mit den Sachsen mit überraschender Heftigkeit hervor. Dann bestätigten der Übergang der Krone von dem Sachsen Lothar auf die Staufer und das Schicksal Heinrichs des Löwen und Ottos IV. die Tatsache der Verschiebung des politischen Schwerpunktes im Reiche. Indessen hatte die Kräftigung des sächsischen Herzogtums durch denselben Lothar den festen Boden bereitet für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Politik Ottos I. an der Nord- und Ostgrenze des damaligen Niederdeutschlands. Um die Mitte des zwölften Jahrhunderts begann in großem Zuge die Eroberung und die Kolonisation der ostelbischen Tiefebene. Durch Heinrichs des Löwen Sturz ist diese Bewegung nicht gelähmt, wohl aber für lange Zeit die Bildung einer Fürstenmacht von überragendem Einfluss in Niederdeutschland verhindert worden. Bis zum Ende des dreizehnten Jahrhunderts haben die Deutschen die Kolonisation des Ostens, im Norden bei überwiegender Beteiligung des westlichen Niederdeutschlands, in der Hauptsache durchgeführt. Was „das Schwert, das Kreuz und der Pflug" errungen hatten, wurde durch die Gründung überaus zahlreicher Städte dauernd gesichert. Am durchgreifendsten sind im nördlichen Kolonisationsgebiete Holstein, Mecklenburg, Brandenburg, Pommern und Preußen germanisiert worden. Wenn im nördlichen Tieflande mit der Ausweitung desselben gegen Osten die Intensität der Kolonisation im allgemeinen abnahm, war gleichwohl durch die Besetzung der Gebiete, welche die Ostsee im Süden und Osten bis zum finnischen Meerbusen berühren, die für eine einheitliche Entwicklung des Deutschtums notwendige Grundlage gewonnen. Die Erwerbung dieser ostelbischen und Ostseelandschaften sowie das gleichzeitige, mächtige Vordringen der deutschen Bürger und Bauern nach Schlesien, Böhmen, Polen und Ungarn begründete ein entschiedenes wirtschaftliches Übergewicht des Deutschtums gegenüber den Völkern im Norden und Osten Europas. Die Deutschen wurden in Mitteleuropa und für Osteuropa die vorwaltende wirtschaftliche Macht. Dass weiterhin dieser Umschwung auch die Stellung Deutschlands zu dem westlichen Europa ökonomisch erheblich verstärkte, lag in der Natur der Dinge.


                      Inhaltsverzeichnis

I. Ursachen der Entstehung der Hanse

01. Verlegung des Schwerpunktes der Reichspolitik von Nieder- nach Oberdeutschland
02. Vorteile der Eroberung und Kolonisation des Ostens für die Entwicklung Deutschlands
03. Erwerbung der Herrschaft über die großen Tieflandsströme oder deren Mündungsgebiete
04. Gotländische Genossenschaft; durch ihr Auftreten in England und Flandern entsteht ein neues Handelssystem
05. Verhältnis der gesamten niederdeutschen Kaufmannschaft, besonders der wendischen Städte, zu den skandinavischen Reichen
06. Entwicklung des Verkehrs mit Flandern und England bis zur Mitte des vierzehnten Jahrhunderts
07. Bedeutung der auswärtigen Niederlassungen
08. Zusammenschluss der Niederlassungen und Städte zur Hanse
09. Einheitsfördernde Momente der Entwicklung trotz territorialer Zersplitterung
10. Weshalb ist nur in Niederdeutschland, nicht auch in Oberdeutschland oder
Italien, eine Hanse entstanden?
11. Verschiedenartige Entwicklung Ober- und Niederdeutschlands
12. Bedeutung der Tieflandsflüsse für den Handel
13. Übersicht über die Lage der wichtigsten Handelsstädte Niederdeutschlands
14. Verkehr auf den Flüssen
15. Gleichförmige Richtung derselben
16. Bedeutung der Konzentration des Verkehrs an den großen Flussstapelplätzen
17. Stapelwesen und Gästerecht
18. Örtliche Bedingungen für Stapelplätze; Endpunkte und Grenzen der Binnen-
und Seeschifffahrt
19. Stapel- und Gästerecht in Köln: Rhein
20. Versuche zur Monopolisierung des Getreidehandels in Bremen: Weser
21. Magdeburger Stapel und Schifffahrt: Elbe
22. Stapel und Gästerecht in Hamburg: Elbe
23. Stapel und Gästerecht in Frankfurt: Oder
24. Stapel und Gästerecht in Stettin: Oder
25. Stapel und Gästerecht in Thorn: Weichsel
26. Stapel und Gästerecht in Danzig: Weichsel
27. Stapel und Gästerecht in Riga: Düna
28. Wichtigkeit dieser Verkehrskonzentration und des Gästerechts für das kommerzielle Verhältnis Niederdeutschlands zum Ausland
29. Die Herrschaft der Hanse über den westöstlichen Verkehrszug als Schutz für den an den Mündungsplätzen konzentrierten Verkehr gegen das Eindringen der Ausländer

II. Politik der Hanse von der Mitte des vierzehnten bis zur Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts

01. Der Stralsunder Friede und die flandrischen Freibriefe
02. Lübecks Stellung und Politik
03. Die Mecklenburger in Skandinavien
04 Rückgabe der Sundschlösser
05. Erfolge der hansischen Politik
06. Kalmarische Union
07. Margaretha und die Hanse
08. Beziehungen der Hanse zum Osten: Nowgorod, Polozk, Kowno, Polen
09. Uebergewicht der Hanse in Schonen und Bergen
10. Streitigkeiten mit Flandern
11. Die Hanse in Holland und Brabant; Hamburgs Sonderhansen
12. Beziehungen zu England; Fortschritte der Engländer in der Ostsee
13. Holsteinisch-dänischer Krieg
14. Eingreifen der Hansestädte; Friedensverhandlungen
15. Erichs Rückgang
16. Die wendischen Städte und Christoph gegen die Holländer und Erich
17. Friede von Kopenhagen
18. Die Politik der wendischen Städte und die Unionspolitik Erichs
19. Befestigung der Stellung der Holländer im Norden und Osten
20. Die Hansestädte und Christoph
21. Äußerungen Enea Silvios und Philipps von Commines

III. Der innere Ausbau des hansischen Handelssystems

01. Zweck des hansischen Handelssystems
02. Monopolistische Tendenz desselben
03. Irrige Auffassung des Wesens der Hanse; Tohopesaten
04. Beschlüsse über die Vorsteher der auswärtigen Niederlassungen
05. Regelung der Teilnahme am Recht der hansischen Kaufleute im Ausland
06. Maßregeln gegen den Austritt aus der Hanse
07. Beschlüsse gegen Handelsgemeinschaften der Hanse mit Nichthansen
08. Vorschriften über den Handelsbetrieb der Nichthansen im inneren
Gebiet der Hanse; hansisches Fremdenrecht
09. Lombarden
10. Beschränkung des Handels der Fremden auf die Küstenplätze
11. Getreideschifffahrt
12. Fremde Lieger
13. Handelsbetrieb der Fremden in Livland
14. Winterlage
15. Schiffsverkauf und Schiffsbau für Fremde
16. Winterschifffahrt
17. Mängel und Wert des Systems
18. Beachtung der hansischen Gesetze und Beschlüsse
19. Die Hanse als Fortsetzung der Landfriedensbünde
20. Aufnahme neuer Städte in die Hanse

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Hansewappen

Hansewappen

Hanse Kogge

Hanse Kogge

Lübeck Das Holstentor

Lübeck Das Holstentor

Braunschweig Stadtansicht

Braunschweig Stadtansicht

Bremen Marktplatz

Bremen Marktplatz

Greifswald Stadtansicht

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Goslar Stadtansicht

Goslar Stadtansicht

Elbing Stadtansicht

Elbing Stadtansicht

Berlin und Kölln

Berlin und Kölln

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Lüneburg Stadtansicht

Lüneburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Stettin, das Alte Schloss

Stettin, das Alte Schloss

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Flet in der Altstadt

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Bremen - Einfamilienhäuser in der Olbersstraße

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Bremen - Freihafen

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Danzig - Frauengasse

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Die Plünderung Wisbys

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