Während einer schweren Krankheit, die Peter den Großen in seinem fünf und zwanzigsten Jahre befiel, gab er einen Beweis davon, daß er Gerechtigkeit über alles liebte und daß sein Geist über den Aberglauben seiner Landsleute erhoben war. ...

Während einer schweren Krankheit, die Peter den Großen in seinem fünf und zwanzigsten Jahre befiel, gab er einen Beweis davon, daß er Gerechtigkeit über alles liebte und daß sein Geist über den Aberglauben seiner Landsleute erhoben war.

Weil man seine Genesung für unmöglich hielt, so ging der Oberrichter zu ihm, um bei ihm, nach russischer Sitte, um die Befreiung von neun Mördern anzuhalten, die durch ihr andächtiges Gebet sein Leben vom Himmel erbitten sollten. Der Kaiser ließ den Richter vor sein Bett kommen, und sich von ihm die Urtheilssprüche mit den Gründen, weshalb man sie zum Tode verurtheilt hatte, vorlesen, dann sagte er:


„Wie könnt Ihr euch einbilden, daß ich durch die Begnadigung dieser Missethäter, wodurch ich der Gerechtigkeit nicht ihren Lauf lasse, ein verdienstliches Werk thun und daß ich mir dadurch den Himmel zum Freunde machen werde? Glaubt Ihr, das Gebet dieser Mörder kann der Gottheit angenehm seyn und mich vom Rande des Grabes wieder zurückziehen? Geht hin und laßt das Urtheil an diesen neun Elenden sogleich vollziehen. Ich hoffe, diese Gerechtigkeit wird den Himmel bewegen, sich meiner zu erbarmen und mein Leben zu fristen.