Plattdeutsche Sprichwörter 41 bis 50


41) Wer Varer un Morer nich hührn will, möt ‘t Kalffell hührn: Wer Vater und Mutter nicht hören will, muß das Kalbfell (die Trommel) hören, d. h. den ungehorsamen Sohn muß man unter die Soldaten geben.

42) Is ken Pott so schef, findt sick ümmer ‘n Stülp to: Es ist kein Topf so schief, es findet sich immer ein Deckel dazu, d. h. häßliche Mädchen finden auch ihren Mann.
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43) Beten schef, is liker lef: Bischen schief, ist gleichfalls lieb, d. h. kleine Fehler übersieht man leicht.

44) Se is von ‘n Körbohm up ‘n Fuhlbohm kamen: Sie (das Mädchen) ist vom auserkornen Baum auf den faulen Baum gekommen, d. h. sie hat Körbe ausgetheilt und ist darüber zur alten Jungfer geworden.

45) De Gös gahn allerweg barft: Die Gänse gehen allerwärts barfuß; oder: ‘t sünd allerweg terbraken Pött: Es sind allerwärts zerbrochene Töpfe, d. h. ein jeder Stand hat seine Last.

46) De vör de Höll wahnt, möt ‘n Düwel to Frün’n hollen: Der vor derHölle wohnt, muß den Teufel zum Freunde halten; oder: Dat is man ‘n Äwergang, seggt de Voß, wenn em ‘t Fell äwer de Uhrn trocken wart: Das ist nur ein Uebergang, sagt der Fuchs, wenn ihm das Fell über die Ohren gezogen wird, d. h. man muß zum bösen Spiel eine gute Miene machen.

47) As de Mann is, wart em de Wust brart: Wie der Mann ist, wird ihm die Wurst gebraten, d. h. jedem die Ehre, die ihm gebührt.

48) Wenn vehl Höner in en Nest leggen, helpt ‘t sick bald: Wenn viele Hühner in ein Nest legen, hilft es sich bald, d. h. Viele können leicht Einem helfen; nicht aber umgekehrt, den

49) Vehl Swin maken den Drank dünn: Viele Schweine machen den Trank dünne.

50) Wat de Wolken dor bawen an ‘n Häven sünd, quacklich, dat sünd de Minschen hier unner up de Ihr; wat de Wolken an ‘n Häven maken, Unwerer, dat maken de Minschen up de Ihr, un wat de Wolken an ‘n Häven drift, Wind un Storm, dat drift ok de Minschen up de Ihr: Was die Wolken dort oben am Himmel sind, unstät, das sind die Menschen hier unten auf der Erde; was die Wolken am Himmel machen, Ungewitter, das machen die Menschen auf der Erde, und was dieWolken am Himmel treibt, Wind und Sturm, das treibt auch die Menschen auf der Erde.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Plattdeutsche Redensarten und Sprichwörter