Vermählung seiner Nichte Katharina

Nur zu bald verrieten die Ereignisse die ersten Folgen dieser Eifersucht. Als Peter und seine Gemahlin in Danzig die Vermählung seiner Nichte mit dem Herzoge von Mecklenburg feierten, welche noch durch die Gegenwart des Königs August verherrlicht wurde, so erfuhr der Zar, daß die vereinigten dänischen, preußischen und hannoverschen Truppen, ohne Mithilfe der Russen, Wismar genommen und die den Schweden so günstige Kapitulation deshalb beschleunigt hatten, damit die Russen keinen Vorwand zur Mitbesetzung der Festung haben sollten. Ja, als der russische General, Fürst Repnin, mit einem russischen Armeecorps in Eilmärschen herbeigerückt war, um an dieser Besetzung von Wismar Teil zu nehmen, wurde er von den verbündeten Truppen, namentlich von den Hannoveranern, mit Gewalt zurückgedrängt.

Peter — ein so mächtiger Monarch — fühlte sich dadurch auf das Tiefste verletzt. Es fehlte nicht viel, so hätte er rasch mit seinen Verbündeten gebrochen und sich mit seinem vieljährigen, oft bewunderten Feinde, Karl von Schweden, gegen Diese verbunden.


Aber seine Getreuen, Ostermann und Schaffiroff, wendeten ihre ganze Beredsamkeit an, um ihn von der Gefahr eines solchen übereilten Schrittes zu überzeugen.

Peter ließ sich endlich überreden, vorsichtig zu handeln. Karls Starrsinn und Görzens weitaussehende Projekte boten dazu hinreichende Gründe. Er setzte äußerlich das Bündnis mit seinen Alliierten fort, doch hatte der Vorfall bei Wismar wesentlich Einfluß darauf, seinen Eifer für die Sache der Verbündeten abzukühlen.


Dieses Kapitel ist Teil des Buches Peter der Große. Seine Zeit und sein Hof. III.