Mutterland Europa

Autor: Coudenhove-Kalergi, Richard Nicolaus, Graf von (1894-1972) japanisch-österreichischer Schriftsteller, Politiker und Gründer der Paneuropa-Union. Zudem war er der erste Träger des Karlspreises., Erscheinungsjahr: 1953

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Politik, Europa, Union, EU, Parlament, Abgeordnete, Schicksalsfrage, Wohlstand, Beistand, Parlament, Patrioten, Nationalisten, Weltkrieg, Europa-Gedanken, Europarat, Montanunion, Verfassung, Palamente, Regierungen, Regierungsparteien, Isolierung, Opposition, Krieg, Frieden
„Die Politik ist unser Schicksal!“

Dieses an Goethe gerichtete Napoleon-Wort ist das Leitmotiv unseres Zeitalters. Denn von der politischen Entwicklung hängt weitestgehend unser persönliches Schicksal ab: ob wir in Frieden leben können oder unter Atombomben sterben müssen; ob wir und unsere Kinder frei bleiben werden oder einer modernen Sklaverei verfallen; ob wir einer Periode des Wohlstandes entgegengehen oder des Elends.

Diese Erkenntnis führt zur Verpflichtung, Stellung zu nehmen zu den großen Fragen der Politik. Wer dies nicht tut, macht sich mitschuldig an allen politischen Katastrophen, die ihn und die Seinen treffen.

Heute muss jeder von uns zur Schicksalsfrage Stellung nehmen, ob Europa nach dem Zusammenbruch durch den Weltkrieg auf der alten Basis des völkischen Nationalismus aufgebaut werden soll oder als eine große Eidgenossenschaft: als unser gemeinsames Mutterland, die Mutter unserer Vaterländer.

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Die Mehrzahl der Europäer ist heute für den Zusammenschluss, in der Überzeugung, dass angesichts der russischen Gefahr keine andere Lösung übrigbleibt; und dass schließlich eine demokratische Föderation einem europäischen Sowjetsystem vorzuziehen ist.

Es handelt sich hier aber keineswegs um europäische Patrioten, sondern um Nationalisten, die erkennen, dass die Politik des europäischen Zusammenschlusses den Interessen ihrer Nationen entspricht. Für die Deutschen handelt es sich um den kürzesten Weg, die Isolierung zu beenden, in die sie durch das Dritte Reich und den Krieg geraten sind, und schnellstens zur moralischen, politischen und wirtschaftlichen Gleichberechtigung mit den Siegermächten zu gelangen. Für die Franzosen handelt es sich um das sicherste Mittel, eine Achse Berlin-Moskau-Peking zu verhindern und damit einen dritten Weltkrieg. Während für die Italiener Paneuropa die stärkste Gewähr bedeutet gegen die Gefahr eines Sowjet-Italien.

Diese Argumente haben dazu geführt, in Frankreich und Deutschland nicht nur die Regierungsparteien für Paneuropa zu gewinnen, sondern auch die nichtkommunistischen Oppositionsparteien.

Diese Interessengemeinschaft zwischen nationaler und europäischer Politik erklärt den Siegeszug des Europa-Gedankens in den letzten sechs Jahren: Europarat, Montanunion, Verteidigungsunion, Verfassungsarbeit.

Während zwischen 1946 und 1950 die Parlamente und die öffentliche Meinung zum Zusammenschluss drängten und die Regierungen nur zögernd folgten hat sich die Lage seit 1950 gründlich geändert. Seit Robert Schuman die Parlamente mit dem Plan der Montanunion überraschte, sind die Regierungen zu Pionieren des europäischen Zusammenschlusses geworden, während es die Parlamente sind, die ihnen nur zögernd folgen.

Künftige Geschichtsschreiber werden das Triumvirat: Konrad Adenauer - Alcide de Gasperi Robert Schuman als die eigentlichen Baumeister der europäischen Föderation bezeichnen, die ihre ganze Persönlichkeit, Autorität und Karriere für diesen Gedanken eingesetzt haben.

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Das Trommelfeuer europäischer Initiativen, das wir erlebt haben, ist die Folge dieser kontinentalen Regierungsaktion. Ohne sie hätte der europäische Zusammenschluss viele Jahre gebraucht. Aber die Raschheit dieser Fortschritte birgt große Gefahren für die Zukunft. Europa einigt sich, ohne dass das Gros der Europäer für diese Einigung reif ist. Europa einigt sich in Staatskanzleien und Parlamenten, aber nicht in den Herzen der Europäer.

Die nationale Einigung Deutschlands, mit der die Paneuropa-Bewegung oft verglichen wird, nahm einen andern Weg. Hier waren es die Völker, die vorangingen. Unter dem Druck Napoleons wurden sich Hannoveraner und Westfalen, Rheinländer, Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberger plötzlich bewusst, dass sie in erster Linie Deutsche waren. Diese Bewegung führte erst zum Zollverein, dann zum Reich. Regierungen und Potentaten folgten nur zögernd dem Einigungswillen des Volkes. Die italienische Einigung geschah auf ähnliche Weise: das Volk ging voran, das Haus Savoyen folgte.

Das Paradoxe an der Einigung Europas ist, dass sie von keiner echten Volksbewegung getragen wird. Die Völker billigen, in ihrer Mehrheit, die Einigungspolitik ihrer Regierungen, ohne sich für sie zu begeistern. Es sind Deutsche, Franzosen und Italiener, die mit Paneuropa sympathisieren aber keine europäischen Patrioten.

Solange die Europa-Politik, wie dies augenblicklich der Fall ist, allen beteiligten Nationen nur Vorteile bringt, genügt diese Einstellung für den Aufbau der europäischen Föderation. Nur droht dieses Europa ohne Europäer bei der ersten weltpolitischen Krise zusammenzubrechen und sich in seine nationalen Bestandteile aufzulösen: mit oder ohne Bürgerkrieg.

Denn früher oder später muss der Augenblick kommen, wo es notwendig sein wird, nationale Interessen auf dem europäischen Altar zu opfern. Wenn zu jenem Zeitpunkt Europa aus Deutschen, Franzosen und Italienern besteht und nicht aus Europäern deutscher, französischer und italienischer Zunge, wird es ebenso auseinanderbrechen wie einst die Vereinigten Staaten von Amerika, trotz ihrer großartigen Verfassung, als die Sklavenfrage die Lebensinteressen des Südens denen des Nordens entgegenstellte.

Denn eine Armee braucht nicht nur Soldaten und Waffen, sondern auch einen gemeinsamen Patriotismus. Eine Europa-Armee, deren Soldaten nicht bereit sind, für ihr gemeinsames Vaterland zu kämpfen und zu sterben, kann schöne Statistiken ergeben, aber keine Militärmacht, die der Roten Armee gewachsen ist. Sollte der Fall eintreten, dass der europäische Generalissimus die Armee mobilisiert, während eine der nationalen Regierungen einen Gegenbefehl erteilt, stehen die unglücklichen Soldaten dieser Nation vor der trostlosen Alternative, Vaterlandsverräter zu werden oder Meuterer. Dass aber nur Europäer in Uniform europäische Patrioten sind, während ihre nichtuniformierten Landsleute in einer Atmosphäre des nationalen Separatismus weiterleben, ist undenkbar.

Die Zukunft des Europa-Bundes wird erst dann gesichert sein, wenn Europa nicht nur in Staatsverträgen lebt, sondern auch in den Herzen und Köpfen seiner Bürger. Wenn sich Deutsche, Franzosen und Italiener bewusst werden, dass sie bei aller Liebe zu ihren Sprachennationen in erster Linie Europäer sind. Dass Europa eine große vielsprachige Nation ist, wie Indien: eine Kultur- und Schicksalsgemeinschaft, mit gemeinsamer Geschichte und Tradition, gemeinsamer Lebensform, gemeinsamen Interessen und gemeinsamen Idealen.

Wir brauchen aber nicht nach Indien zu blicken, um zu erkennen, dass Nationen keine Sprachgemeinschaften sind, sondern Kultur- und Schicksalsgemeinschaften. Denn im Herzen Europas lehrt uns das leuchtende Beispiel der Schweiz, dass Europäer deutscher, französischer und italienischer Zunge in Frieden und Freiheit als eine einige Nation zusammenleben können: verbunden durch eine gemeinsame Lebensform und Verfassung, gemeinsame Ideale und Interessen.

Wenn es gelingt, diese Grundidee der Schweiz bis an die Grenzen des Ozeans zu tragen und der Sowjetunion, ist Europa geeinigt. Die Idee Paneuropa ist nichts als eine Erweiterung des Schweizer Ideals.

Denn die Schweiz ist nicht nur Vorbild, sondern zugleich Gegenbild des zerrissenen Europa. Ihr Frieden in Wohlstand und Freiheit ist das Ergebnis einer weisen Politik, der es gelungen ist, Europäer verschiedener Zunge zu einer mehrsprachigen Nation zusammenzufassen im Rahmen eines Bundesstaates. Was die Schweiz vollbracht hat, kann für das übrige Europa keine Utopie sein, sondern eine Aufgabe und ein Vorbild.

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Deutsche sind geneigt, in Nationen Sprachgemeinschaften zu sehen, Franzosen Staatsgemeinschaften. In Wahrheit sind Nationen weder das eine noch das andere, sondern: bewusste Kultur- und Schicksalsgemeinschaften.

Darum ist Europa eine große Nation, gegliedert in Staaten und Sprachgruppen, aber verbunden durch eine gemeinsame Kultur und ein gemeinsames Schicksal.

In den letzten zweitausend Jahren war Europa länger geeinigt als zersplittert: erst durch das Römische Reich, dann durch die Römische Kirche.

Die Hauptquelle des völkischen Nationalismus, der Europa in periodische Kriege gestürzt hat, liegt in einem verfälschten Geschichtsunterricht, der das Trennende betont statt des Einenden; der die Gegensätze zwischen den Europäern unterstreicht und verherrlicht, ihre Kriege und Erbfeindschaften, ihre Siege und Eroberungen. Statt von der unbestreitbaren Tatsache auszugehen, dass alles, was Europa groß gemacht hat, übernationalen Charakter trug: seine Genies, seine Religion, seine Kunst, seine Wissenschaft, seine Technik. Dass alle entscheidenden Entwicklungen seiner Geschichte übernational waren: vom Römerreich zum Triumph des Christentums; von der Völkerwanderung zur Gotik; von der Cluniazensischen Reform zu den Kreuzzügen; Rittertum und Mönchstum, Kirche und Scholastik; Renaissance und Humanismus, Reformation und Gegenreformation; Absolutismus und Aufklärung; Liberalismus und Sozialismus; Faschismus und Kommunismus.

Statt aus diesen Tatsachen die logischen Konsequenzen zu ziehen, sucht ein nationalistischer Geschichtsunterricht die Kinder glauben zu machen, dass die völkischen Nationen Träger der Kultur waren und sind; und dass in diesem Kampf der Kulturen die eigene Nation an der Spitze stand und steht. Da diese Lehren den Nationen schmeicheln, werden sie gerne geglaubt. Sie werden zur politischen Weltanschauung der Halbgebildeten aller Staaten, die von den großen Kulturzusammenhängen keine Ahnung haben und darum nur zu leicht Opfer eines gefälschten Geschichtsunterrichtes werden.

Es ist Zeit, diese Halbbildung durch wahre Bildung zu ersetzen: den Schülern von Kindheit auf zu erklären, dass es in Europa keine isolierten Nationalkulturen gibt, sondern nur eine einzige, großartige, europäische Kultur, an deren Aufbau alle Völker unseres Erdteiles teilgenommen haben.

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Diese europäische Kultur wurzelt im griechischen Freiheitsgedanken, in der christlichen Brüderlichkeit und in der Ritterlichkeit. Der Zusammenklang dieser drei Ideale hat unsere europäische Kultur geschaffen. Diese Kultur wird erhalten bleiben, solange sie sich dieses dreifachen Ursprungs bewusst bleibt.

Heute ist die europäische Kultur schwerer bedroht als zu irgendeiner Zeit seit den Tagen Dschingis-Khans.

Diese Bedrohung hat in den letzten Jahren das Tempo der europäischen Einigungsbewegung beschleunigt. Sogar die Nationalisten Europas sind sich plötzlich bewusst geworden, dass die Europäer angesichts dieser Todesgefahr mehr denn je eine Schicksalsgemeinschaft bilden gezwungen, sich zusammenzuschließen oder unterzugehen. Unter dieser Sowjetdrohung hat der europäische Einigungsgedanke in den letzten sechs Jahren größere Fortschritte gemacht als in den vorhergehenden sechs Jahrhunderten.

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Dieser Siegeszug des Europa-Gedankens ist seit dem Tode Stalins ins Stocken geraten. Viele Europäer sind naiv genug, ein Nachlassen des Sowjetdruckes mit einem Nachlassen der bolschewistischen Gefahr zu verwechseln. Sie glauben, dass sie sich wieder den Luxus nationaler Streitigkeiten leisten dürfen. So ist heute das europäische Einigungswerk von neuem bedroht durch die Kurzsichtigkeit von Politikern, die sich von Tagesereignissen stärker beeindrucken lassen als von den Lehren der Geschichte.

Denn der Tod Stalins hat nichts geändert am russischen Ziel der Weltrevolution. Freilich braucht Moskau eine mehr oder weniger lange Atempause, um die durch den Führerwechsel entstandene Krise zu überwinden. Aber während dieser Monate oder Jahre wird es seine Bemühungen verdoppeln, Europa ohne Krieg zu erobern genau so wie es China ohne Krieg erobert hat. Zu diesem Zweck wird es alles aufbieten, um den europäischen Zusammenschluss zu verhindern oder hinauszuschieben. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt es heute überall die nationalistischen Bewegungen, soweit es in ihnen Totengräber der europäischen Einheit und Freiheit wittert.

Die sogenannte Friedensoffensive ist darum eher ein Grund zur Beschleunigung des europäischen Zusammenschlusses statt zu dessen Verzögerung. Europa sollte den Augenblick der Schwäche Moskaus dazu benützen, seinen Zusammenschluss durch ein Verfassungswerk zu krönen und vollendete Tatsachen zu schaffen.

Langwierige Verhandlungen zwischen Moskau und dem Westen stehen bevor, mit dem Ziel, den sogenannten Kalten Krieg durch einen Frieden zu ersetzen. Kein Mensch kann wissen, ob diese Verhandlungen zu einem Ergebnis führen werden oder nicht. Auf keinen Fall darf Europa auf die Befreiung der hundert Millionen Europäer verzichten, die heute als Satelliten zwischen dem Eisernen Vorhang und den Sowjetgrenzen leben. In einer Reihe von Verträgen hat sich Moskau verpflichtet, das Recht dieser Völker auf Selbstbestimmung durch freie Wahlen anzuerkennen: Europa muss darauf bestehen, dass diese Verpflichtung eingehalten wird; und wir Europäer sind dem Präsidenten Eisenhower zu besonderem Dank dafür verpflichtet, dass er die Befreiung Osteuropas ohne Krieg in den Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik gestellt hat.

Wenn erst diese entscheidende Streitfrage, die den Westen von Russland trennt, eine gerechte Lösung gefunden hat, ist der Weg offen für ein friedliches Nebeneinanderleben der Sowjet-Union mit dem Abendland trotz der tiefen kulturellen Gegensätze, die sie trennen. Solange Russland kommunistisch bleibt und der Westen demokratisch, ist ein solcher Modus vivendi die einzige Alternative zu einem dritten Weltkrieg.

Wir müssen aus der Geschichte lernen: als die Christenheit aufgespalten war in Reformation und Gegenreformation, hielten viele Europäer eine Koexistenz von Katholiken und Protestanten für utopisch; sie waren der Überzeugung, dass ein Religionsfriede nur gesichert werden könnte durch Bekehrung, Ausrottung oder Vertreibung des Gegners. Erst nach hundertfünfzig Jahren blutigster Kämpfe wurden sich beide Parteien darüber klar, dass sie schließlich nebeneinander leben könnten und müssten.

Hoffen wir, dass Europäer und Bolschewiken diesmal schneller lernen werden, trotz des größeren Gegensatzes, der sie trennt, friedlich nebeneinander zu leben! Denn der Erdball wird täglich kleiner und die Notwendigkeit eines friedlichen Zusammenlebens täglich größer.

Die großen Erfolge Paneuropas seit dem Kriegsende haben die gefährliche Illusion geweckt, dass der Zusammenschluss Europas unaufhaltsam sei und darum keiner weiteren Anstrengung mehr bedürfe.

Diese These beruht auf einem fundamentalen Irrtum. Solange Moskau offene Aggressionspolitik trieb, schien Paneuropa die einzige Möglichkeit, dieser Gefahr zu begegnen.

Heute bieten sich jedoch der neuen Moskauer Außenpolitik eine Reihe von Alternativen. Wenn Paneuropa scheitert, könnte Frankreich wieder seine Sicherheit in seiner traditionellen Bündnispolitik mit Russland suchen, während Deutschland verlockt wäre, zur Rapallo-Politik zurückzugreifen, die 1939 ihren letzten Triumph gefeiert hat. Wir dürfen auch nicht den Plan Präsident Roosevelts vergessen, auf Kosten Europas Russland mit Amerika zu versöhnen. Und schließlich gibt es heute wieder eine starke Bewegung, die den Zusammenschluss Europas verhindern will durch die Schaffung eines Atlantischen Bundes, bestehend aus den Vereinigten Staaten von Amerika und den europäischen Nationalstaaten. Die Verwirklichung dieses Programmes würde die Staaten Europas in Vasallen der übermächtigen amerikanischen Zentralsonne verwandeln. Die Geschichte lehrt, dass Vasallen früher oder später versuchen, sich von der Vorherrschaft zu befreien; dass darum die Völker Europas auf die Dauer nicht zugleich Amerikas Satelliten und Freunde sein könnten. Diese Freundschaft kann nur gesichert werden durch ein Bündnis und herzliches Vertrauensverhältnis zwischen zwei gleichberechtigten Partnern: den Vereinigten Staaten von Amerika und den Vereinigten Staaten von Europa.

Auf dieser Freundschaft zwischen Europa und Amerika ruht nicht nur die Zukunft unserer Zivilisation, sondern auch die Erhaltung des Friedens. Denn nur wenn Europa und Amerika unverbrüchlich zusammenstehen, bilden sie auf absehbare Zeit die stärkste Macht der Welt, die uneinnehmbare Zitadelle menschlicher Freiheit.

Und wie immer auch die Sowjets sich künftig zu Europa stellen, wäre es ein verhängnisvoller Fehler, sich auf bolschewistische Unterschriften und Verträge verlassen zu wollen. Der einzige sichere Garant des Friedens liegt in der Übermacht der friedfertigen Staaten über ihre potentiellen Gegner: in der militärischen und moralischen Überlegenheit des Abendlandes über die Pioniere einer kommunistischen Weltrevolution.

Darum bilden europäische und atlantische Politik keine Gegensätze, sondern Ergänzungen, seitdem sich beide in den Dienst der Freiheit gestellt haben und der Sicherung des Weltfriedens.

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Um die Einigung Europas zu erreichen, müssen wir für sie kämpfen. Wir müssen bereit sein, für sie Opfer zu bringen: persönliche und nationale.

Wir haben keinen Grund, pessimistisch zu sein. Die Paneuropa-Bewegung hat, in der kurzen Spanne von dreißig Jahren, den jahrhundertealten Traum eines einigen Europa aus einer scheinbaren Utopie in eine Forderung der Tagespolitik verwandelt. Nun handelt es sich darum, einen Schritt weiter zu gehen: diese Forderung in eine Tatsache umzuschaffen.

Hier liegt die große Aufgabe unseres Jahrhunderts hier das große Abenteuer unserer Generation! An dieser gigantischen Aufgabe gemessen, muss das Interesse an der nationalen Kirchturmpolitik verblassen. Denn keines der großen Probleme unserer Zeit läßt sich auf rein völkischer Grundlage lösen: weder das Problem der Sicherheit, noch des Friedens, noch der Freiheit, noch des Wohlstandes. Die Lösung all dieser Probleme hat die Einigung Europas zur Voraussetzung.

Wichtiger als alle Detailfragen nach der künftigen Europa-Verfassung oder nach der Organisation der Europa-Armee ist die Zielsetzung.

Hier gilt das alte Motto der Kavalleristen: „Erst Direktion dann Formation!“ Jeder von uns muss sich klar bewusst sein, worum es geht. Wir haben von unseren Vorfahren eine großartige Kultur ererbt und einen herrlichen Kontinent. Dieses Erbe ist durch zwei Weltkriege teils vertan, teils bedroht. Vor uns steht die gewaltige Aufgabe, unser Europa, das so tief gesunken ist, wieder zu dem zu erheben, was es durch die Jahrhunderte war: zur Leuchte der Welt.

Diesen Kampf kann nur die Generation des zwanzigsten Jahrhunderts führen, die Generation, die der Entwicklung des Flugzeuges gefolgt und dadurch gewohnt ist, in Kontinenten zu denken.

In ihrer Hand liegt unsere Zukunft, unsere Hoffnung, unsere Rettung!

011 Die Polen

011 Die Polen

020 Die Spanier

020 Die Spanier

023 Die Schotten

023 Die Schotten

025 Die Norweger

025 Die Norweger

029 Die Schweizer

029 Die Schweizer

031 Die Deutschen (Vierländer)

031 Die Deutschen (Vierländer)

032 Die Deutschen

032 Die Deutschen

000 Die Völker Europas

000 Die Völker Europas

005 Die Hellenen und Neugriedhen

005 Die Hellenen und Neugriedhen

001 Berner Werktagstracht

001 Berner Werktagstracht

002 Trachten aus Giornio (Tessin)

002 Trachten aus Giornio (Tessin)

003 Bergtracht von Elm im Glarnerland

003 Bergtracht von Elm im Glarnerland

004 Aargau. Die Fricktaler Tracht

004 Aargau. Die Fricktaler Tracht

005 Turgauer Tracht

005 Turgauer Tracht

006 Die Solothurner Tracht

006 Die Solothurner Tracht

007 Obwalden. Mädchen in Sonntagstracht

007 Obwalden. Mädchen in Sonntagstracht

008 Zuger Tracht

008 Zuger Tracht

009 Appenzell-Innerrhoden Trachten

009 Appenzell-Innerrhoden Trachten

010 Neuburger Tracht

010 Neuburger Tracht

011 Deutsch-Freiburger Tracht

011 Deutsch-Freiburger Tracht

012 Appenzell-Ausserrhoden Tracht

012 Appenzell-Ausserrhoden Tracht

013 Baselland Tracht

013 Baselland Tracht

014 Kanton Berner Tracht

014 Kanton Berner Tracht

015 Nidwalder Tracht

015 Nidwalder Tracht

016 Waadter Tracht

016 Waadter Tracht