Achtung: Die besten Amazon Angebote gibt es heute auf dieser Seite (hier klicken)

Die Mode - Menschen und Moden im achtzehnten Jahrhundert

Nach Bildern und Stichen der Zeit ausgewählt von Dr. Oskar Fischel
Autor: Boehn Max von (1860-1932) deutscher Kunst- und Kulturhistoriker, Schriftsteller, Erscheinungsjahr: 1919
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mode, Moden, 18. Jahrhundert, Kulturgeschichte, Damenmode, Herrenmode, Kleiderordnung, Kostümgeschichte, lokale Besonderheiten, Kultur und Kunst, Tracht
Vorwort

Das Bild der Mode menschlich und ohne Verzerrung zu geben, hat dieses Bändchen sich zum Ziel gesetzt. Der Text schildert als Parallele dazu das Leben in seinen geistigen, politischen und künstlerischen Faktoren, kurz alles, was die Abbildungen schuldig bleiben müssen. Ganz ineinander aufgehen können Bild und Wort hier naturgemäß nicht. Niemand wird vernünftigerweise zu allem, was an kulturellen Regungen einer Zeit besprochen wird, eine Illustration aus der Mode erwarten dürfen, so wenig, wie es notwendig scheint, zu einem Bilde, das sich von selbst erklärt, nochmals eine Paraphrase in Worten zu geben.

Nur, wer Text und Bild als ein Ganzes nimmt, wird das, was der Titel verspricht — „Menschen und Moden“ — finden.

Für eine kurze Spanne Zeit ist hier versucht, was für die gesamte Kostümgeschichte geleistet werden sollte: die äußere Erscheinung einer Epoche im Spiegel ihrer Kunst zu geben, aufrichtig, aber ohne die Schärfe oder Übertreibung, die bisher fast stets in Kostümgeschichten beliebt worden ist.
Denn nicht die Kuriosa und Absonderlichkeiten in dem Bilde früherer Zeiten, so wenig wie lokale Besonderheiten sollte man suchen, sondern das Typische, Normale und gesetzmäßig Entwickelte der Tracht. Wer sich wirklich mit Empfinden und Gehaben einer Epoche vertraut machen kann, wird auch für die unserem Gefühl widersprechenden Formen der älteren Moden nicht die besser wissende Kritik und den Spott erübrigen können, in denen lange Zeit das Interesse an diesem Teil der Kulturgeschichte sich erschöpft hat. So wurde hier versucht, neben der Mode und der geistigen Erscheinung der Zeit zugleich soviel wie angängig von der Szenerie des Lebens in Wohnungen, Möbeln, Gärten anzudeuten, kurz die Kunst als Zeugin für das gesamte Leben aufzurufen. Denn die Maler sind die unbefangensten und zuverlässigsten Schilderer. Die Illustration ist darauf bedacht gewesen, nur authentisches Material, das als Urkunde für die äußere Erscheinung der Zeit gelten kann, zu bieten. Bei der Anordnung desselben ist wie beim 17. Jahrhundert der Versuch gemacht worden, eine möglichst chronologische Ordnung durchzuführen. In den Fällen, in denen die Originale der Bilder oder Stiche ein Datum tragen oder dasselbe auf andere Weise zu ermitteln war, ist es der Unterschrift hinzugefügt worden. Zwischen diese zeitlich fest begrenzten Bilder sind jene eingeschaltet worden, deren Datum nur annähernd zu bestimmen war. Dieses Verfahren schließt Irrtümer nicht aus, wer aber die Schwierigkeiten der Materie kennt, wird die Arbeit mit Nachsicht aufnehmen.

Die Verfasser möchten an dieser Stelle Herrn Dr. Doege auf das wärmste für die große und selbstlose Liebenswürdigkeit danken, mit der sie von ihm bei ihren Studien über die Mode gefördert und unterstützt wurden.

Für das Abbildungsmaterial sind die Vorlagen besonders folgenden Sammlungen entnommen:

der Freiherrlich Lipperheideschen Kostümbibliothek, dem K. Kunstgewerbemuseum, dem K. Kupferstichkabinett, dem Hohenzollern-Museum, dem Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin, der K. Neuen Pinakothek, der Graphischen Sammlung, dem Nationalmuseum und der K. Residenz in München, der Bibliothèque nationale, dem Cabinet des Estampes in Paris, dem British Museum und dem South Kensington Museum in London, dem Museum in Versailles, der Kaiserl. Gemäldegalerie, der Albertina, der Hofbibliothek, der Galerie Liechtenstein in Wien.

Auch an dieser Stelle sei der Dank der Herausgeber und des Verlags für das Entgegenkommen, mit dem von staatlicher und privater Seite das Unternehmen unterstützt wurde, zum Ausdruck gebracht.

Ganz besondere Dankbarkeit schulden Verfasser und Verlag den Vorständen der Kunstgewerbemuseums- und Lipperheideschen Kostümbibliothek und des Kupferstichkabinetts in Berlin.


Inhalts-Übersicht

I. Kapitel:


Politik — Empfindung — Rousseau — Einfluss Frankreichs — Deutsch und französisch — Standesvorurteile — Rang und Titel — Die Bekenntnisse — Die Jesuiten — Erziehung.

II. Kapitel:

Die Moral — Empfindung und Empfindelei — Klopstock — Werther — Bildungsbedürfnis — Norden und Süden — Friedrich der Große — Der Aberglaube — Abenteurer.

III. Kapitel:

Die Kunst — Architektur — Der Klassizismus — Romantik — Malerei — Das Porträt — Das Pastell — Die Silhouette — Das Interieur — Das Mobiliar — Das englische Möbel — Das Briefschreiben — Gartenkunst — Das Porzellan.

IV. Kapitel:

Die Mode — Die Damenmode — Die Fontange — Der Reifrock — Das Schnürleib — Die Adrienne — Der Caraco — Stoffe und Farben — Das Brautkleid — Unterkleider — Die Spitzen und Wäsche — Die Frisur — Puder — Schminke — Die Mouches — Der Schuh.

V. Kapitel:

Die Herrenmode — Gilets — Das Beinkleid — Spitzen — Der Degen — Hofuniformen — Der englische Anzug — Die Frisur — Die Perücke — Puder und Schminke — Der Hut — Die Orden — Kleiderordnungen — Uniformierungssucht — Die Uniform — Das Modejournal.

VI. Kapitel:

Zustände — Reisen — Reinlichkeit — Essen — Vergnügungen — Das Spiel — Die Jagd — Das Theater — Die Heilkunde — Die Klöster — Die Zeitungen.

000. Antoine Watteau, Iris

000. Antoine Watteau, Iris

003. Jacques-André Portail, Bildnis einer Dame

003. Jacques-André Portail, Bildnis einer Dame

006. Hyacinthe Rigaud, Ludwig XIV.

006. Hyacinthe Rigaud, Ludwig XIV.

008. Hyacinthe Rigaud, Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans „Liselotte”

008. Hyacinthe Rigaud, Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans „Liselotte”

009. Antoine Watteau, Junges Mädchen

009. Antoine Watteau, Junges Mädchen

017. Franiçois le Moine, Picknick

017. Franiçois le Moine, Picknick

020. Jakob van Schuppen, Prinz Eugen von Savoyen, 1718

020. Jakob van Schuppen, Prinz Eugen von Savoyen, 1718

024. Louis de Silvestre, König August II. von Polen und König Friedrich Wilhelm I. von Preußen

024. Louis de Silvestre, König August II. von Polen und König Friedrich Wilhelm I. von Preußen

020. Kurfürst Karl Albert von Bayern im Jagdkostüm

020. Kurfürst Karl Albert von Bayern im Jagdkostüm

026. Amalia Maria Josepha, Kurfürstin von Bayern, im Jagdkostüm

026. Amalia Maria Josepha, Kurfürstin von Bayern, im Jagdkostüm

018. Antoine Watteau, Eine französische Komödie (Ausschnitt)

018. Antoine Watteau, Eine französische Komödie (Ausschnitt)