Preise von Landes-Produkten, Waren und Dienstarbeiten Mitte des 15. Jahrhunderts

Die Preise der Waren und ihre Verhältnisse sowohl unter einander, als gegen einander, gehören mit zu den Dokumenten, um den Ackerbau und Handel eines Landes, dessen Bedürfnisse, den Mangel oder den Überfluss seiner Produkte und den Zustand seiner sittlichen Kultur in gewissen Zeitpunkten, richtig zu beurteilen; auch führen sie zu interessanten Vergleichungen.

In der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts gab König Carl Knutson zu Wadstena eine Verordnung, wodurch die Preise sehr vieler Dinge bestimmt wurden. Ein fetter Ochse galt vier Mark Schwedisch, eine Kuh zwei Mark, ein altes Schaaf zwei Öre, ein junges ein Öre; ein Pfund Butter zwei Öre; eine Gans ein halbes Öre, eine Tonne Bier fünf Öre. Hundert Pfund Eisen galten eine halbe Mark; eine Elle Amsterdammer Tuch eine Mark; eine Elle Englisches sechs Öre; eine Elle Meißner Tuch drei Öre, Und das beste Linnen die Elle ein halb Öre. Ein Schneider erhielt an Arbeitslohn für ein Manns- oder Frauen-Kleid ein Öre. Der Jahreslohn eines Mietsknechts war drei Mark und vier Paar Schuh; eben so viel Schuh erhielt auch eine Dienstmagd, aber in Geld jährlich nur zwölf Öre.
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Das Kupfer und Eisen waren indes treffliche Produkte des Schwedischen Handels; auch ist es sehr wahrscheinlich, dass die Tyrer schon den Weg nach den Scandischen Inseln kannten. Die alten Griechischen Schriftsteller führen solche oft an; allein weniger nach der Zerstörung von Tyrus. Viele Dinge bestätigen diese Bekanntschaft zweier so weit von einander entfernter, und so ungleichartiger Völker. Die Blutopfer im alten Schweden waren ganz nach Art der Tyrer; ferner haben die Schweden in ihrer Sprache Phönicische Wörter; so wie auch die Runen, von denen wir weiterhin reden werden, mit den Buchstaben der Phönicier Ähnlichkeit haben. Noch mehr! Das Bierbrauen und Hanfweben war, nach dem Herodot, in den ältesten Zeiten nirgends als in Tyrus und in Ägypten bekannt; auch bei den Schweden verliert sich dieser Gebrauch im hohen Altertum.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Geschichte Gustavs Wasa Königs von Schweden. Band 1