Einführung des Christentums in diesem Reiche und Folgen dieser Einführung

Das Christentum, das auf den Zustand dieses Landes vielleicht mehr wie irgendwo Einfluss hatte, wurde den Schweden ursprünglich durch Deutsche und Engländer gepredigt. Die erste Einführung desselben geschah, im Anfang des neunten Jahrhunderts, durch den deutschen Benediktiner-Mönch Anscharius.

Er machte jedoch wenig Eindruck; desto mehr aber einige hundert Jahre später die Deutschen und Englischen Prediger, unter denen Adalward der Jüngere sich auszeichnete, der in Sigtuna im Jahr 1164, trotz der damaligen großen Seltenheit des Geldes, für eine einzige Messe siebzig Mark feines Silber erhielt. Das Christentum machte hier von jetzt an geschwinde Fortschritte.
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Das klösterliche Leben war jedoch nicht nach dem Geschmack der Nation; denn es waren im Jahr 1235, also hundert und zwanzig Jahre nachher, in ganz Schweden nur sechs und zwanzig Klöster; zehn Franziskaner Klöster, sieben die von Dominikanern, und neun die von Nonnen bewohnt wurden. Dagegen fehlte es hier nicht an Weltgeistlichen. Bei der großen Pest, die im Jahr 1350 im Nördlichen Europa wütete, starben allein in Westgothland 466 Priester.

Mehr als fünfzig Jahre nach Einführung des Christentums behaupteten die Schweden das Recht ihre Bischöfe und Priester selbst zu wählen. Diese auf alte Gesetze beruhende Wahl geschah vom Volk mit Zustimmung des Königs, der selbst die kirchlichen Ehrenzeichen austeilte, den Bischöfen den Stab in die Hand gab, und ihnen den goldnen Ring an den Finger steckte. Die Päpste aber eiferten unablässig gegen diese ihre Macht beschränkende Einrichtung, bis sie endlich aufgehoben wurde.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Geschichte Gustavs Wasa Königs von Schweden. Band 1