Die Schweden furchtbare Seeräuber, unter dem Namen der Wickinger

Viele Jahrhunderte lang waren die Schweden, wie bereits gesagt, furchtbare Seeräuber. Die geographische Lage ihres Landes, ihr kriegerischer Geist, ihre Lust Gefahren zu bestehen, und ihre Armut, alles lud sie zum Seeraub ein, der in kurzem förmlich Landes-Sitte wurde. So wie man den Auswanderern nach dem Orient den Namen Wäringer gegeben hatte, so nannte man diese Raubfahrer Wickinger.

Ein jedes Zeitalter hat seine herrschende Begriffe und Vorurteile, denen auch die besten, die tugendhaftesten Menschen nachleben. So war es einige Jahrhunderte durch in diesen Nordischen Regionen eine Ehre, Piraten auf den Meeren zu sein. Diese Seeräuber-Fahrten gehörten sehr wesentlich zu der Erziehung des damaligen Adels; daher die Söhne vornehmer Eltern, selbst die königlichen Kinder, schon in ihrem achtzehnten Jahre, begleitet von den Vasallen und Knechten ihrer Vater, Raubschiffe bestiegen, mit diesen nicht allein die Ostsee, sondern auch die westlichen Meere bis an den Ozean durchkreuzten, und allenthalben die Küsten beunruhigten.
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Oft vereinigten sich viele solcher Raubschiffe und wählten einen Anführer. So verstärkt, wagten sie sich, nachdem sich ihre geographischen Kenntnisse vermehrten, sogar ins Mittelländische Meer, und segelten bis nach Griechenland. Von der Beute erhielt der König eine jährliche Abgabe.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Geschichte Gustavs Wasa Königs von Schweden. Band 1