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Bildhauer

Von Bildhauern dieser Zeit ist zu nennen Christoph Abraham Walther, der als Sohn eines Dresdner Bürgers am 23. Februar 1666 selbst Bürger wurde. Er war unter Kurfürst Johann Georg II. Dresdens berühmtester Bildhauer und lieferte nach dem Brande der Kreuzkirche 1669 für diese zahlreiche Statuen. Von ihm stammt offenbar das Denkmal der Frau des Leinwandhändlers Johann Stubing aus London, die am 8. März 1677 starb. Von Stubing oder Stubbing wissen wir, daß er 1669 das englische Kaufhaus Altmarkt Nr. 10 errichtete, das bis 1722 im Besitz dieses Engländers verblieb. Es trug einst eine merkwürdige lateinische Inschrift von acht Zeilen, deren jede ein Chronostichon von 1669 darstellte (vgl. Gurlitt S. 662). Das Standbild, einst in der Dreikönigskirche, jetzt im Stadtmuseum, stellt die Frau Stubing in reicher Tracht auf einem Kissen kniend mit gefalteten Händen im Gebet dar. Der geschickte Aufbau der Gestalt und die treffliche Behandlung des reichen Gewandes zeigen den letzten Sprossen der Bildhauerfamilie Walther als einen handwerklich geschickten Mann seines Faches, eine tiefere Beseelung fehlt dem Werke aber. Von diesem Walther stammte auch der kleine Brunnen, der bis in unsere Zeit in der nordöstlichen Ecke des Altmarktes stand, beim Durchbruch der König Johann-Straße aber abgebrochen wurde.

Ein Zeitgenosse dieses Walther war der Bildhauer Melchior Barthel, dessen Grabstein im Hofe des Hauses Johannesstraße 12 eingemauert ist. Er war am 10. Dezember 1625 als Sohn des Dresdner Bildhauers Hieronymus Barthel geboren, lernte zuerst bei seinem Vater (†1640), dann fünf Jahre in Schneeberg; 1645 ging er in die Fremde, wo er mit Christoph Abraham Walther zusammentraf. In Venedig, wo er 17 Jahre verweilte, schuf er zahlreiche Werke, darunter 67 Figuren für das Grabmal des Don Giovanni Pesaro (†1659). Im Jahre 1670 kehrte Barthel nach Dresden zurück. Er wurde auf Empfehlung des Oberlandbaumeisters Obersten Wolfgang Caspar von Klengel von Johann Georg II. zum Hofbildhauer ernannt, starb jedoch schon am 26. Juli 1672. Werke von ihm sind nicht bekannt, denn der Ecce homo vom Peiserschen Grabdenkmal, der im Sommer 1893 im Keller der Frauenkirche aufgefunden war und jetzt der Kanzel gegenübersteht, kann schwerlich Bartheis Werk sein. Es muss spätestens 1635 hergestellt sein. Die meisterhafte Durchbildung des Körpers und die geschickte Behandlung des Marmors weisen auf einen tüchtigen Künstler hin; als solcher kann Sebastian Walther in Betracht kommen.



Dieses Kapitel ist Teil des Buches Dresden