I. Kapitel: Vorgeschichte des Stralsunder Friedens - Fortsetzung

Am durchschlagensten jedoch für die einer Bundesverlängerung abgeneigte Partei mag ein Grund gewesen sein, der in einer noch wichtigeren Frage der nächsten Jahre aufs neue seine Kraft betätigte. Wir bemerkten schon, dass die Vielheit der selbstherrlichen politischen Gewalten des Nordens den Städten eine gewisse Garantie ihrer Sicherheit gab. Diese für sie so glückliche Verteilung fürstlicher Macht war schon durch die mecklenburgische Eroberung von Schweden nicht unwesentlich verschoben. Vollzog sie sich auch — von der geringfügigen, in Zufuhr bestehenden Beihilfe der landsässigen mecklenburgischen Städte abgesehen — durchaus nicht wie die entthronte Dynastie klagte, mit Unterstützung der Hanse, so mag ihr im Sturm und Drang des Augenblicks, wo der Machtzuwachs und Missbrauch des Dänen alles Interesse in Anspruch nahm, jener zugleich diesen treffende Schlag immerhin willkommen gewesen sein; aber am letzten Ende geschah die Bekämpfung des einen Übels durch ein gleichartiges, die Steigerung der mecklenburgischen Macht. Und nun streckte ihr Hauptvertreter, der nach dem Vorgang seines Vaters mit Glück immer mehr den zuvor ziemlich unbedeutenden Machtkomplex seines Hauses abzurunden und zu größeren suchte, im Verein mit den allzeit beutelustigen holsteinischen Grafen auch nach der zweiten und kostbarsten Krone des Nordens seine begehrliche Hand aus. Und wenn er schließlich wohl am völligen Gelingen dieses kecken Griffes selbst verzweifeln mochte, des Erwerbes von Schonen für sein Haus durfte er sich sicher halten, wenn die Städte ihm nicht durch rechtzeitigen Separatfriedensschluss den Pass verlegten. Dies Landgebiet war aber nicht bloß durch seine territoriale und merkantile Bedeutung für das mecklenburgische Machtsystem wichtig, sondern auch durch seine geographische Lage; es wäre der Schlussstein desselben geworden, wie es jetzt noch eine sehr wesentliche Unterbrechung seines Gefüges bedeutete. Wie es mit seinen vielen festen Schlössern Dänemark eine Aggressivstellung gegen den schwedischen Nachbar darbot, so strich sein Übergang in dessen Besitz nicht nur diesen hinweg, sondern formte zugleich positiv eine viel stärkere kompaktere Angriffsmacht aus dem gesamten Länderbestand seines Hauses. Diese Erwägung wird ebenso sehr zu dem ablehnenden Verhalten der Städte gegen einen derartigen Besitzwechsel beigetragen haben als zu dem der Dänen, welches ich oben voraussetzen zu dürfen glaubte. Unter allen am meisten musste sich Lübeck durch ihn beklemmt und beunruhigt fühlen. Seine Politik ging in diesen Jahrzehnten darauf aus, sich durch pfandrechtliche Erwerbungen von Schlössern und Landschaften z. B. Lauenburgischer,*) Haltpunkte gegen die Gefahren zu schaffen, die sich aus seiner merkwürdigen Lage ergaben. Lübeck lag wie eine einsame Insel in einem weiten Umkreis fürstlicher Territorien; alle anderen Bundesstädte an der Ost- und Westsee und weitaus die meisten binnenländischen waren landsässig, und so frei und oft genug widerhaarig sie auch zu ihrer Landesherrschaft stehen mochten, sie fanden an ihr doch einen wirksamen Schutz gegen ihre fürstlichen Feinde. Lübeck sah sich dagegen in dieser Hinsicht zunächst ganz auf seine eigenen Kräfte gestellt. Seine Oberherrn, die Kaiser hatten sich längst entwöhnt, in die fernliegenden nordischen Verhältnisse energievoll einzugreifen und mehr noch, die reichsstädtischen Untertanen dort zu bevorzugen oder nur zu schirmen. Was der derzeitige Kaiser Karl, der besonders in Rücksicht auf den Erwerb der Marken jenen Dingen größere Aufmerksamkeit zuwandte, den letzteren au Gunstbezeugungen erwies, geschah nicht sowohl aus Fürsorge für das Fortgedeihen der mächtigen Kommune als eben aus dynastischem Interesse. — Auch den pommerschen Städten Stralsund und Greifswald konnte eine solche Machtsteigerung des schon sattsam gefährlichen Mecklenburgers, die ihre Landesherrschaft und damit sie selber bedrohte, nur höchlich missfallen. Und wenn etwa Rostock und Wismar einer anderen Anschauung gehuldigt haben, so lag ihnen doch eine leidenschaftliche, wenn man so will patriotische Vertretung derselben fern; sie fühlten sich hier wohl mehr als Hanse- denn als Landstädte und dürften überdies bei allem Ansehen ihrer Bundesstellung auch nicht im Stande gewesen sein, eine erfolgreiche Opposition gegen den entgegengesetzten Willen jener Städte zu Wege zu bringen. Deren, besonders Lübecks überragender Einfluss musste vielmehr im Verein mit den nachgewiesenen allgemeinen Interessen etwa zweifelnde Städte in ihre Bahn zwingen.

*) Verpfändung von Mölln, Lüb. U. B. III Nr .323; Verpfändung von Stormarn mit Trittau und Oldesloe, Lüb. U. B. IV Nr. 257.


— Zu alledem kommt das konkrete gespannte Verhältnis, in das Lübeck vornehmlich, zu dem Herzog Albrecht gekommen war.

Es sind uns glücklicherweise zwei wertvolle Aktenstücke eines im Jahr 1373 von beiden geführten schiedsrichterlichen Prozesses erhalten, deren Inhalt durchgehends mit ihrem Kriegsbündnis von 1368 — 1370 in Zusammenhang steht, ohne freilich immer genau chronologisiert; werden zu können. — Herzog Albrecht klagt in seiner Klagschrift gegen die Lübecker, dass sie ihm in seiner Fehde mit Markgraf Otto von Brandenburg, deren Ursprung in den dänischen Wirren gelegen habe und zum guten Teil lag, in vertragswidriger Weise die angerufene Kriegshülfe versagt, und sich mit Vermittlungsversuchen begnügt hätten. Diese replizieren, Otto habe auf ihre Anfrage mit der Angabe andrer Kriegsgründe geantwortet, und sie hätten mit ihrer bloß diplomatischen Tätigkeit daher soviel zu seinen Gunsten getan, als sie von ihm in gleicher Lage hätten erwarten und beanspruchen können. In dieser unklaren und dehnbaren Form nämlich war in der Bundesurkunde die Mithilfe für alle aus dem dänischen Kriege resultierenden Händel bestimmt.

Auch der junge Lauenburger Herzog Erich hatte trotz der mit seinem jüngst verstorbenen Vater geschlossenen Neutralitätsverträge die Mecklenburger in Deutschland angefeindet. Albrecht forderte wieder Hilfe, Lübeck versucht es von neuem und erfolgreich mit einer Vermittlung. Da jener sie aber nicht einhielt, wie sich das nicht allein aus Lübecks Replik, sondern auch aus dem Beschwerdeschreiben des dem Lauenburger verbündeten Markgrafen ergibt, so dürfte die Stadt zu keiner neuen Unterstützung vertragsmäßig pflichtig und somit des Herzogs Klage, die dem widersprach, ungerechtfertigt gewesen sein. Im Zusammenhang mit der neu ausbrechenden Fehde kam es nun gar zu direkten Misshelligkeiten zwischen den Lübeckern und Mecklenburgern, indem sich diese nach der Angabe jener Übergriffe auf lübischem Grund und Boden erlaubten. Sie gaben das Objekt für den schiedsrichterlichen Prozess, den beide Parteien dem Lübecker Bischof Bertram 22. Mai 1370 mit identischen Erklärungen in die Hand gaben; er endete mit der Verurteilung des Herzogs zu der erheblichen Summe von 1.000 löth. Mark (ca. 3.000 lüb. Mark = ca. 210.000 Rm. — Ich setze 1 löth. Mark nur 3 lüb. Mark gleich, was nach D. Schäfer, a. a. O. p. 207 nicht dem wirklichen, sondern nur dem in den Urkunden oft angegebenen Wertverhältnis entspricht. — 1 lüb. Mark dem Kurswert nach = etwa 70 heutige Rm. nach demselben Autor, dessen weitere Münzangaben (p. 208) ich im Folgenden zu Grunde lege. — Wohl nur in Folge eines Schreibfehlers wird p. 208 eine sundische Mark= 1/2 statt = 2/3 lüb. Mark gesetzt.)

Weiter beschwerte sich dieser über die unzulängliche, vertragswidrige Ausrüstung der städtischen Kontingente, eine Behauptung, die nachweisbar falsch, als solche auch von den Lübeckern zurückgewiesen wurde. Auch die Verteilung der Gefangenen und Einnahmen im Kriege erschien ihm als sehr ungerecht, wogegen diese sie als eine ihm vorteilhafte ausgaben.

Ein weiterer Klageartikel des Herzogs besagt, dass die Städte, insbesondere Lübeck die Zusage, alles feindliche Gut auf der altdänischen Insel Rügen zu „verdingen" und von dem Ertrag ihm seinen Anteil zu geben, durch die sie seine ferneren Schädigungen verhindert, nicht innegehalten hätten, während Lübeck es für notorisch erklärt, dass keinerlei „dingnisse" von dem Insellande eingekommen sei. Es dürfte schwer nachzuprüfen sein, auf wessen Seite in diesem Falle das größere Recht lag.

Auch die Übergabe Helsingörs an ihn sei im Widerstreit zu dem Vertrage unterblieben, worauf die Lübecker entgegnen, dass die Veste „mit Eintracht der Herren und städtischen Hauptleute, die dazu im Felde waren", gebrochen sei.

Ich glaube nicht, dass der Herzog, wofern er überhaupt und nicht Lübeck, dessen Klage- und Beweisakte leider nicht erhalten ist, die Initiative zu dem Prozesse gab, mit ähnlichen Beschuldigungen gegen noch andere, vornehmlich wendische Städte klagbar wurde, obschon die hier vorgebrachten zum Teil wenigstens auch sie mit betrafen. Er wird sich mit seinen eigenen Städten dann wohl arrangiert haben, und überdies war ja Lübeck die leitende Stadt des Ganzen. Sehr schade, dass der Ausfall des Prozesses nicht überliefert ist; in einer völligen Schuldloserklärung der Lübecker dürfte er aber bei der offenbar bewährten Unparteilichkeit des auch bei den ersten Irrungen angerufenen Richters wegen der schonenschen Schlösser, worüber später noch ein Wort, kaum bestanden haben.

Ein andres Aktenstück, ein Bericht des Raths von Mölln an den lübischen tritt diesen Nachrichten für unsern Zweck ergänzend zur Seite; es erzählt, dass die Mecklenburger und zwar auch der Herzog selbst in jenem langjährigen Pfandbesitz Lübecks sich räuberische Übergriffe , namentlich auch Viehdiebstähle erlaubt hatten, deren Objekte sich auf einige 1.000 Mark schätzungsweise beliefen. — Es konnte nicht anders sein, diese Dinge mussten für Lübeck und das Gros der Städte, wenn es noch einer Unterstützung ihrer Meinung von der Unvorteilhaftigkeit der Fortsetzung des fürstlichen Bundes und einer Verstärkung ihrer Neigung zu einem einseitigen Friedensschlüsse bedurfte, die Waagschale tiefer sinken machen. Die Herren selber scheinen, wie man aus den Verhältnissen und auch der Fassung der betreffenden Rezessstelle entnehmen darf, zu einer Erneuerung der Allianz geneigt gewesen zu sein.

Ja, aber wie konnte denn, war Interesse und Politik der Städte im Allgemeinen so klar gegeben und vorgezeichnet, eine andre nennenswerte Partei zu dem entgegengesetzten Vorschlag gelangen? Nun der Friede mit den Dänen war, wie aus den angeführten Beschlussnahmen unsres Stralsunder Tages deutlich hervorgeht, noch nicht vollauf gesichert. Und wurde die Fortführung des Krieges notwendig, dann war die fürstliche Beihilfe immerhin nicht zu unterschätzen, wenn gleich der Hansen energischer und mittelreichster Kriegführung überwiegend der glückliche Fortgang zuzuschreiben war. Und was für ein sonderbares Verhältnis hätte es nicht gegeben, wenn die bisher vereinigten Mächte, nun jede für sich das räumlich kleine Inselreich angegriffen! Sie hätten befahren können, grade bei dem im Zweck gleichen, aber nicht kombinierten Vorgehen einander ins Gehege und in die Haare zu geraten. Und wie, wenn dann eine kluge dänische Diplomatie sich vielleicht mit den Fürsten, die ihre hochfliegenden Pläne ohne städtische Hülfe gar nicht durchsetzen konnten, abfand, verständigte? Wäre nicht die Situation der Konföderierten jedenfalls ungünstiger geworden? So mochten die meisten derer denken und dartun, die den Fortbestand des Bundes empfahlen, eben deshalb empfahlen, weil sie von der Fortdauer des Krieges ausgingen. Sie sagten selbst: „were dat men orloghen moste." Aus welchen und wie vielen Mitgliedern sich die jedenfalls nicht ganz unbedeutende Partei zusammensetzte, verschweigt der Rezess. Wahrscheinlich aber haben ihr auch die mecklenburgischen Städte in naheliegender Rücksicht auf ihre Landesherrschaft zugehört Indessen wurden die vom schlechten Wetter daheim zurückgehaltenen Reichsräte vergebens von den Ratsboten erwartet, und es ward nötig, den Termin um einige Wochen zu verlegen, ohne dass der Rezess dieser Angelegenheit gedächte. Vom 30. November, unzweifelhaft nicht dem Anfang, sondern dem Ende der Verhandlungen, sind die Urkunden datiert, in welche die Städte im Unterschied zu dem früheren Konzept noch eine näher nicht mehr erkennbare Vermehrung der Freiheit hineinbrachten. **) Leider ist mit dem Rezess, wenn es einen solchen überhaupt gegeben hat, alle eingehendere Kunde von dem geschäftlichen Hergang zu Grunde gegangen. — Ein großer Teil der Boten aus den fernliegenden Städten mag nach der letzten Versammlung diese neue, so wichtige in Stralsund oder Umgegend abgewartet haben. Fest steht es nur von den Harderwikern , die aber am 16. Nov., also kurz vor dem Beginn der neuen Zusammenkunft, die Nachricht von dem Ausbruch einer Landespest nach Hause berief, und nicht minder wohl von einem Ratsmann aus dem preußischen Drittel, an den jene diesem näher Verbundenen sich mit der Bitte um beste Vertretung ihrer Stadt wandten. Man darf mit Rücksicht auf den Ausdruck Landespest auch die Heimkehr der nächstgelegenen süderseeischen Städte vermuten, sie aber mit Gewissheit ebenso wenig behaupten, als unter Hinweis auf die einseitige Adresse jener Bittschrift, die Abreise des anderen preußischen Vertreters auf der vorigen Versammlung.

*) H. R. III Nr. 41. — Da ich fortan das gesamte, in den 3 ersten Rezessbänden für die dänisch-norwegischen Beziehungen der Hansestädte bis 1376 vorliegende Material und zwar in durchgängigem Anschluss an die Chronologie der Versammlungen, nach der es dort gruppiert ist, meiner Darstellung einzuarbeiten versucht habe, so halte ich des Weiteren nur für nötig, verstreute dahin gehörige Nachweise besonders zu verzeichnen.

Zudem wird uns die Anwesenheit eines ungenannten aber wohl mit dem auf der vorigen Tagfahrt identischen livländischen Vertreters und dann noch zweier lübischer Ratsmänner bezeugt, von denen der eine jener nicht beiwohnte. Neben Lübeck und Stralsund ist aber auch die Beteiligung der hervorragendsten anderen wendischen Städte, so Rostocks, Wismars, Greifswalds, Stettins nicht zu bezweifeln. Genug es wird eine respektable Anzahl städtischer Abgeordneter beisammen gewesen sein. Auch viele Ratgeber des hochgeborenen Fürsten Waldemar, der Reichshauptmann, Schlossvögte, Ritter und Knappen waren herübergekommen, in summa ihrer 25. Aber waren es schon nicht sämtliche weltliche Mitglieder des Reichsrats, so fehlte es an geistlichen merkwürdiger Weise gänzlich, obgleich von keiner ausdrücklichen Bevollmächtigung, weder einer kollektiven noch individuellen nach dem Mangel einer diesbezüglichen Angabe die Rede sein kann. Es heißt bloß: „mit Rat des gemeinen Reiches.'' Aber die Erschienenen, weitaus die Mehrheit des Reichsrats, durften sich der Zustimmung ihrer geistlichen und weltlichen Genossen daheim, die sie in den Urkunden freilich nicht reservierten, für versichert halten, wenn sie auf die klägliche Situation ihres Vaterlandes blickten. Zwei Jahr schon durchtobte es dieser Sturm und Drang des Krieges, und ihr Herr schweifte fern umher, gewiss redlich bemüht. Hülfe zu finden, aber wenig glücklich im Erfolg. Der Krieg hatte furchtbar verheert: besonders die Küsten am Sunde waren die Zielpunkte der austobenden Wut der tief gekränkten Städte gewesen, während die holsteinischen Grafen in Jütland herrschten und hausten, und die Mecklenburger hauptsächlich Schonen angriffen. Viele, darunter sehr wichtige Schlösser waren übergeben, so vor kurzem erst auch das feste Helsingborg; das von Kopenhagen und Helsingör überdies zerstört, der aufblühende Hafen von Kopenhagen durch versenkte Schiffe vernichtet, drei Opfer des radikal monopolistischen Handelsgeistes der angreifenden Städte. War eine Weiterführung des Krieges nicht wahnwitzig, schlag sie nicht bloß tiefere Wunden? Oder gab es noch Aussicht zögernd zu gewinnen? Gewiss nicht. Die Städte waren einträchtig und mächtig nach wie vor und konnten, galt es, eine noch viel größere Heereskraft in den Kampf führen. Auch die Aufgabe des Bundes mit den Landesherrn hätte ihre kriegerische Lage kaum wesentlich verschoben. Genug, es war hohe Zeit für Dänemark mit seinem mächtigsten Feinde Friede zu machen, bevor mit dem nächsten Frühjahr von ihm neues und größeres Unheil hereinbrach.

Wie für die Dänen, so waren auch für die Städte die Vereinbarungen dieses Tages trotz ihrer Bezeichnung als finalis compositio von Seiten des livländischen Boten nur vorläufige, nur Präliminarien. Vorsichtig ließen die Sendeboten von ihren Compaciscenten ausdrücklich sich verbriefen, dass sie nur nach den nötigen Transaktionen mit den verbündeten Fürsten und Städten, die nicht vertreten waren, den Frieden annehmen wollten. Im Wesentlichen aber wurde hier das ganze Friedenswerk zum Abschluss geführt, und der Mai des Jahres 1370, für dessen Anfang gleich hier die letzte Friedensversammlung verabredet wurde, brachte wenig mehr als seine teilweise, doch zunächst ausreichende Ratifikation. Warum diese nahezu fünfmonatliche Zwischenzeit? Der Inhalt der Verträge zeigt sonnenklar, dass man jetzt schon den Gedanken an eine Verlängerung der fürstlichen Bünde völlig hatte fallen lassen; sie konnten nur perfekt werden, wenn mit den letzteren die hansische Verpflichtung zu gemeinsamer Sühne erloschen war. Denn sie liefen schnurstracks den Interessen der Fürsten zuwider; der holsteinischen weniger als der mecklenburgischen; jene beließ er unverkümmert in den gewonnenen Positionen, nur dass er sie vertragsrechtlich nicht sicher stellte. Aber diesen durchkreuzte er geradezu und unmittelbar ihre Pläne auf Schonen. Es galt demnach den definitiven Abschluss über Ostern, den Endtermin der noch gültigen Bundesverträge hinauszuzögern. — Seine einseitige Anbahnung konnte mit ihnen wohl bestehen: zwar bestreitet es Herzog Albrecht in der genannten Klagschrift, aber Lübeck pariert den Vorwurf mit dem Hinweis auf eine vermutlich besonders getroffene Abrede oder doch eine vereinbarte Interpretation des Traktats, wonach der einseitige Versuch einer Sühnvermittlung unter Bedingung einer Benachrichtigung des anderen gestattet war. — Dagegen widersprach ihnen in einem Punkte sicher der Friedensinhalt; gleichviel ob nur in Folge einer unvorsichtigen Unklarheit des Traktats, wie sie in der Klage des Herzogs und der Einrede der Lübecker zum Vorschein kommt. Hatte man darin für die zwei Jahre seiner Dauer eine einseitige Sühne ausgeschlossen, so lag eben hierin wenn auch unausgesprochen die Erlaubnis dazu für die Folgezeit. Nun hatten die Städte in dem sicheren Glauben, dass Schonen den Mecklenburgern zufallen werde, die Hälfte der in der Bundeszeit erworbenen schonenschen Schlösser etc. als nutzbares Pfand beansprucht und — das ist hier das Wichtige, — die Übergabe zur Zeit der Fälligkeit an jene zugesichert. Damit aber war über die Zeit der Verbindung hinaus ihrem Friedenschluss eine beschränkende Fessel auferlegt, der doch ganz frei sein sollte: es war ein unbedachtsamer Selbstwiderspruch. Herzog Albrecht stellt sich nun mit Fug und Recht auf den Buchstaben der Urkunde und erklärt die Pfandnahme von Dänemark für eine pfandrechtrechtliche Veruntreuung. Es ist vielleicht der einzige Klageartikel, auf den der kluge Rat doch nichts Rechtes mit der Entgegnung zu erwidern weiß, dass den Inhabern von Schlössern und Landen noch nicht genug geschehen sei für den Schaden, und dass er erst nach diesem Zeitpunkte sich zur Rechtsantwort pflichtig und bereit halte. — Noch eine andere Vereinbarung, um das in diesen Zusammenhang einzufügen, litt, wie ich glaube, an einer unklaren und unzulänglichen urkundlichen Form. Alle Schlösser, so hieß es, welche die Städte in der Verbindungszeit in Schonen eroberten, sollten sie bestens bewahren; und dann: alle dortigen Erwerbungen der Verbündeten sollten sie unter einander zu gleichen Portionen teilen. Nur dass kein Teilungstermin vorgesehen war. Die Lösungsgelder etc. dürften sie alsbald geteilt haben, dagegen deutet jener Passus über die Bewahrung der Schlösser darauf, dass sie weder eine sofortige, noch auch nur unausbleiblich in die Zeit der Allianz fallende Teilung derselben bestimmt hatten. — Nicht alle Wechselfalle und Eventualitäten hatten sie in Rechnung gezogen und sahen sich nun in unliebsame Widersprüche gestellt.

Wir dürfen es den Lübeckern glauben, dass sie der Verpflichtung zur Mitteilung gepflogener oder zur Einladung für bevorstehende Verhandlungen jedes Mal gewissenhaft den Fürsten gegenüber nachgekommen seien. Der livländische Sendbote berichtet seiner Stadt, dass sie — wie ich die Stelle verstehe — brieflich die letzteren um eine mündliche Besprechung über die stattgehabte Konferenz mit den Feinden angehen würden. Er mag sich gefreut haben, dass ihm eine so undankbare Aufgabe, die eine sehr dreiste Stirn forderte, nicht zufiel. Jetzt, wo das Fazit gezogen wurde aus der gemeinsamen Waffenarbeit, wussten die ebenso klugen und weitblickenden als unnoblen und eigennützigen Ratsherrn durch Zaudern die fürstlichen Mithelfer ganz außen vor, ja dem einen und zwar strenggenommen in Vertragsbrüchiger Weise sich geradezu in den Weg zu stellen. — Jene Zuschrift, der kärgliche Ersatz des Rezesses teilt zugleich mit, dass von dem Friedenskongress des nächsten Jahres gleich eine Gesandtschaft nach Mastrand hinüberfahren sollte zu Verhandlungen mit dem norwegischen König. Natürlich konnten auch die um Gründe verlegensten und redegewandtesten Ratsmänner dieses günstige zeitliche Zusammentreffen nicht irgend zu einer Motivierung der späten Anberaumung des Friedenstages aufstutzen. Sicherlich haben die Fürsten, namentlich die Mecklenburger sich bei der lübischen Benachrichtigung, über die uns weitere Kunde fehlt, energisch gegen den Vollzug jener Friedensartikel ausgesprochen, aber wie sich zeigt, ohne jeden Erfolg. — Ich registriere hier zwei weitere Geschehnisse, die mit dem gespannten Verhältnis zu den letzteren in Bezug gestanden haben werden. Am 7. Jan. 1370 verpfändete Herzog Erich der Ältere von Sachsen an Lübeck sein ganzes Land. Am 5. Februar übergab eben dieser Stadt Erich der jüngere sein Schloss Ratzeburg, das er noch Jahrs zuvor an die Lüneburger zu Pfand vergeben hatte, auf 6 Jahre zu treuen Händen.*)

*) Sudendorf, U. B. z. Gesch. d. Herzöge von Braunschweig u. Lüneburg III Nr. 401.

— Ostern (8. Apr.) lief der Bund mit den Fürsten ab und somit auch — die Vertragstreue Haltung der Mecklenburger vorausgesetzt, — die Verpfändungsdauer der beiden Schlösser Ribnitz und Wittenberg. Nach allem Anschein ist die Rückgabe derselben ohne jede Widersetzlichkeit der Städter erfolgt, nur, wenigstens bei dem letztgenannten, nicht an jenem Termin.

Die im Oktober in Aussicht genommene Winterversammlung, die sich doch wohl zumeist mit der Vorbereitung des nächstjährigen Feldzugs hätte beschäftigen sollen, fiel bei der veränderten Lage der Dinge von selbst weg. Wie starke militärische Kräfte man städtischerseits den Winter über noch in Dänemark hielt, weiß ich nicht anzugeben, da es an einer urkundlichen Aufzeichnung darüber fehlt. Fest steht mir nur, dass man die schonenschen Schlösser bewachte.

Indessen war Waldemar nach seinem unsteten Umherziehen durch Pommern, Brandenburg, Meißen u. s. f. etwa um die Jahreswende von 1369/70 nach Preußen gekommen und fand dort bei dem Hochmeister eine so freundliche Aufnahme, dass sich dessen Nachfolger noch 1389 seiner königlichen Tochter gegenüber darauf berief. Schnell machten sich die preußischen Städte seinen Aufenthalt zu Nutze. Schon am 25. Juli 1368 hatte König Albrecht auch ihnen insgesamt eine Vitte zu Falsterbo verliehen. Aber es steht außer aller Frage, dass sie ihre Einrichtung, wie sie es bei der Herrschaft der Hansen wohl gekonnt hätten, nicht sofort in Angriff nahmen, auf die Rückkehr friedlicher Zeiten verschoben. Jetzt war diese Schenkung durch den Frieden illusorisch geworden, da der Schwedenkönig nicht anerkannter Landesherr über Schonen war. Freilich hätte man ihre Anerkenntnis zur Mitbedingung des Reichsratsfriedens machen können. Indes ist dies, sofern unser Urkundenmaterial vollständig, weder in den Präliminarien geschehen noch auch in dem endgültigen Frieden nachgeholt. Es war wohl unnötig geworden, indem sich zuvor am 28. Jan. 1370 die Bürgermeister der sechs preußischen Städte an den zu Nyenburg anwesenden König dieserhalb gewandt hatten, dessen fortdauernde schonensche Landeshoheit ja eine stillschweigende Voraussetzung des Friedens war. Mit besonderer Rücksicht auf den vortrefflichen Hochmeister und auf die eindringlichen Bitten der Ratsmänner hin gestand er der Gesamtheit der auch hierbei festgeeint erscheinenden Preußenstädte wohlbemessenes und nach ihrer eigenen spätem Auslassung recht günstig gelegenes Vittenfeld in Falsterbo, wohl das schon von König Albrecht eingeräumte, — zu mit allen Gerechtigkeiten, die irgend eine Stadt, auf einer Vitte zu Skanör und Falsterbo jemals von einem dänischen Könige erworben habe; namentlich die eigne Einsetzung eines Vogts wurde ihrer Wichtigkeit gemäß hervorgehoben.

Mit dieser allgemeinen Zuerteilung indes noch nicht zufrieden gestellt, veranlasste ihn bei seinem Aufenthalt in Thorn der dortige Rath 17. Febr. zu der ausdrücklichen Zusage, dass er am anstehenden Verhandlungstage einen etwaigen bestimmter artikulierten Freibrief besiegeln wolle, den sie nach der Vorlage andrer städtischer Vittenbriefe ausarbeiten könnten. Offenbar waren ihnen die mannigfachen Privilegien der verschiedenen vittenhabenden Städte nicht genau genug bekannt, um ihre Quintessenz schnellfertig daraus extrahieren zu können. Zugleich gelobte Waldemar, im Fall sie sich eines Anderen bis dahin besonnen und die Vitte nicht annehmen wollten, die dafür ausbezahlten 500 höh. Gulden sonder Fehl zurück zu erstatten. Die hierüber ausgefertigte Urkunde wird allein gemeint sein, wenn Thorn an Danzig schreibt: „scitote nos a domino rege Daciae vittam sigillatam optinuisse prout reminiscere proxima videbitis." — Zugegeben nun auch, dass der König nach der Beraubung durch den ihm seit lange nahestehenden Markgrafen in finanzielle Bedrängnis geraten und durch die ihm aus der Heimat zugeführten Schätze nicht sehr viel besser situiert worden sein mag, — sollte wirklich der Erwerb jener Kaufsumme das einzige oder auch nur nächste Motiv jener Abtretung gewesen sein, mit welcher er eine neue Erweiterung des fremdstädtischen Elements in seinem Lande, einen neuen Gegendruck gegen ein frischeres Aufkommen heimischen Kapitals und nationaler Arbeit ermöglichte? Und dies in einem Augenblick, wo sein alter Hass gegen die Städte doppelt und dreifach durch ihren Sieg und seine Niederlage geschärft sein musste? Ich glaube kaum. Auch die Rücksichtnahme auf den städtefreundlichen Hochmeister dürfte nur ein mitwirkender, nicht der entscheidende Beweggrund für ihn gewesen sein. — Wie in seiner urkundlichen Erklärung, dass die nächsten Frühjahrsverhandlungen von ihm mit seinen Mannen und den deutschen Städten gehalten werden sollten, offenbarte er auch in der Aufforderung ihm dort den Entwurf des Vittenprivilegs zu unterbreiten, die Absicht, in eigner Person sich dazu einzustellen. Schwerlich ist übrigens eine offizielle Einladung der Städte an den unruhig Umherschweifenden ergangen; eher noch eine einseitige der Preußen; aber in jedem Fall hatte er das Recht, auch unaufgefordert aktiven Anteil zu nehmen; denn er war nach wie vor der Monarch. Ich kann nicht zweifeln, dass er um den Hauptinhalt der konzipierten für ihn und sein Reich so überaus wichtigen Verträge, etwa durch Einsicht der preußischen Ratifikationsentwürfe oder sonstwie gewusst hat. Klar wird er die Sachlage übersehen haben: die Auflösung der Gemeinschaft mit den Landesherrn, die Gereiztheit, die ihr folgen musste. Sollte er nun nicht mit seinem Besuch die Absicht verbunden haben, in der zwölften Stunde noch mit diplomatischer Gewandtheit die Härte des Friedens zu mildern und mit jener Vittenvergabung die preußischen Städte, die künftighin gar nicht in vollem Umfange den geschlossenen Frieden festgehalten sehn wollten, für ein derartiges Eingreifen günstiger zu stimmen? Aber freilich, er hat den geplanten Besuch dann aufgegeben; er mochte mit Recht an seiner Fähigkeit zweifeln, den schon zur Ratifikation reifen Frieden in nennenswerter Weise abzuschwächen. Damit unterblieb natürlich auch die Vorlage und der Vollzug eines weitergehenden preußischen Vittenprivilegs, die übrigens auch in der Folge nicht geschehen sein werden. Im Juli 1389 bittet der derzeitige Hochmeister Konrad Zöllner von Rotenstein die Königin Margarethe, seinen Städten die Vitte zu erhalten, unter Anlage der bezüglichen, transsumierten Originalurkunden, unter denen zwei von ihrem Vater, König Waldemar, eine von Henning ausgestellt sind. Man braucht kein Bedenken zu tragen, die beiden ersten mit den soeben angeführten zu identifizieren. Interessant wäre es zu wissen, wann der Brief Hennings ausgefertigt wurde; ob auf dem nächsten Friedenstage oder zur Zeit des Interregnums? Ich möchte mich für die erste Anmahme entscheiden.

Mit Spannung sahen die Städte dem endgültigen Abschluss entgegen. Anfangs April hielten die süderseeischen, sicher erkennbar nur Zütphen, Deventer, Amsterdam, eben hier einen Tag, auf dem sie nach Koppmanns naheliegender Vermutung über die Besendung des Friedenskongresses und wie in der Regel die Partikulartagfahrten eine vorberatende Funktion für die allgemeinen ausübten, über die einzelnen Beschlussnahmen desselben und des ihm unmittelbar folgen den bahuser deliberirt und die Instruktionen und Vollmachten der verschiedenen Gesandten wesentlich auf gleichen Fuß gesetzt haben werden. Auch die Preußen hatten zuvor schon im März, wie sich aus jener zitierten Zuschrift Thorns mit ziemlicher Sicherheit entnehmen lässt, einen Tag, hauptsächlich wohl zu demselben Zweck abgehalten.

Am 1. Mai fanden sich dann die Städteboten in großer, völlig beschlussfähiger Anzahl pünktlich in Stralsund zusammen. Dieser Stadt ward also die Ehre zu Teil, den stolzen Frieden, der die Hanse so mächtig und man darf sagen, auch so plötzlich emporhob, in ihren Mauern geschlossen zu sehn. Sie war den Dänen und Preußen und Livländern besser gelegen als das fernere Lübeck und für die Niederländer um nichts schlechter. Dies äußerliche Moment wird überhaupt ein Hauptgrund gewesen sein, warum gerade sie vorwiegend in dänischen und oft auch in anderen allgemeinen Angelegenheiten in diesen Jahrzehnten zum Versammlungsorte ausersehen wurde. — Von dem wendischen Städtebereich waren aus Lübeck und Stralsund je 4 Ratsmänner erschienen, von dort Jakob Pleskow, Segebodo Crispin, Herrmann von Ossenbrughe und Gerhard van Attendorn, von hier Bertram Wulflam, Herrmann van Rode, Heinrich Schiele und Johann Rughe; aus Greifswald Eberhard Rubenow und Arnold Lange, aus Stettin gleichfalls zwei, aus Kolberg und Stargard je einer, — fast sämtlich vielgenannte und weitberühmte hansische Staatsmänner. Hamburg, Bremen und Kiel, die weniger lebhaft in den Krieg eingegriffen hatten, fehlten in der siegesfrohen Versammlung, ebenso Rostock und Wismar, diese in Rücksicht auf ihre noch mit Dänemark fehdenden Landesherrn. 30. November 1369 werden sie, wie ich annahm, zur Stelle gewesen sein; da handelte es sich um Verabredungen, die nach dem Bundestraktat zulässig waren und nachträglich zu deren Kenntnis gebracht werden sollten. Aber eine auch nur äußere Teilnahme an diesen letzten Verständigungen wäre leicht als Verrat an ihrer Untertanenpflicht erschienen. Im Grunde scheinen sie jedoch nicht so unzufrieden mit ihnen gewesen zu sein. Eine Spannung, die zwischen ihnen und den Schwesterstädten eingetreten wäre, ist so wenig erkennbar, als eine ernste vorgängige Opposition: sie hielten mit ihnen in dieser und der nächsten Zeit die schonenschen Schlösser besetzt und nahmen ungescheut an den hansischen Angelegenheiten ihren Teil — Von Livland hatten Riga, Dorpat, Reval je einen Ratsmann entsandt; ebenso von Preußen Kulm, Elbing, Thorn und Danzig, Kulm seinen Bürgermeister Ertmar von Heryke. Aus den Niederlanden hatte Kampen mit zwei, Zierixee, Briel, Harderwik, Zütphen, Elborch, Stavoren, Dortrecht und Amsterdam mit je einem Ratsmanne die Versammlung beschickt. — An welchem Tage die dänischen Reichsräte herübergekommen, ist nicht ersichtlich. Vom 24. Mai sind die Urkunden datiert. Sollten wirklich mehr als dreiwöchentliche Verhandlungen über schon beschlossene Dinge vorangegangen sein? Wahrscheinlich doch, dass sich jene Gesandten ein wenig verspäteten.

Eine stattliche Anzahl von Vertretern des hohen Klerus und weltlichen Reichsadels aber war es, die sich hier in Frieden gaben mit den siegreichen Städten Niederdeutschlands von nah und fern, den sie nach ruhmvollem Streit jenen ihren einst gefürchteten, jetzt ohnmächtigen Peinigern in einer deutschen Stadt und in deutscher Zunge diktierten. Henning von Putbus, der Reichshauptmann, fehlte auch diesmal nicht, viele von den auf der vorigen Versammlung Anwesenden hatten sich wieder eingestellt, und an der Ausgebliebenen Stelle waren andere und mehr Ratgeber des Königs und Vollmachtträger desselben und seines Reiches, wie sie sich alle nennen, getreten. Abermals figurierten unter dem Laienelement zahlreiche Schlosshauptleute. Und von der Geistlichkeit, die wir auf dem vorigen Tage vermissten, hatten sieh der höchste Würdenträger, der lundner Erzbischof Nikolaus und die Bischöfe von Odensee und Roeskilde eingefunden. — Meines Wissens haben wir über die Besprechungen, die dänischer Seits diesen Transaktionen mit den Städten vorangegangen sein müssen, keinerlei Kunde. Im Vorjahre hatten sie bei den kriegerischen Unruhen, die eine Reichsratsversammlung mit nur einiger Vollzähligkeit kaum zu Stande kommen ließen, sicher größere Schwierigkeiten als nach der Beschließung der Präliminarien. Eine Wiederaufnahme kriegerischer Operationen seitens der Städte hat doch sicher nicht stattgefunden; die Holsteiner aber trieben ihr Wesen wohl nur in Jütland, und die Mecklenburger resp. Schweden standen in den Grenzlandschaften Schonens durchaus nicht in so dominierender Stellung: finden wir doch auf der vorigen Versammlung z. B. das wichtige Warberg in den Händen C. Moltkes. Ob nun wirklich eine Durchberatung der vorläufigen Friedensartikel auf einer in der Zwischenzeit eigens einberufenen Versammlung des Reichsrats oder erst gelegentlich der gemeinsamen Überfahrt stattgefunden, die er durch Boten und Korrespondenzen vereinbart haben mag, ist so wenig erkenntlich als der Verlauf der Stralsunder Verhandlungen, über den sich der erhaltene Rezess leider nicht verbreitet. Wir haben indes, und damit genug, ihre Resultate, die Friedensurkunden.
Braunschweig Stadtansicht

Braunschweig Stadtansicht

Bremen Marktplatz

Bremen Marktplatz

Greifswald Stadtansicht

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Goslar Stadtansicht

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Elbing Stadtansicht

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Berlin und Kölln

Berlin und Kölln

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Kaiser Otto I. und Gemahlin

Lübeck Das Holstentor

Lübeck Das Holstentor

Lüneburg Stadtansicht

Lüneburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Magdeburg Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Stettin, das Alte Schloss

Stettin, das Alte Schloss

Stralsund Stadtansicht

Stralsund Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Blick auf die Unterelbe

Hamburg, Flet in der Altstadt

Hamburg, Flet in der Altstadt

Bremen - Einfamilienhäuser in der Olbersstraße

Bremen - Einfamilienhäuser in der Olbersstraße

Bremen - Freihafen

Bremen - Freihafen

Danzig - Frauengasse

Danzig - Frauengasse

Die Plünderung Wisbys

Die Plünderung Wisbys

Flucht an Bord einer Kogge

Flucht an Bord einer Kogge

Hamburg - Deichstraßenfleet

Hamburg - Deichstraßenfleet

Hamburg - Leitergasse

Hamburg - Leitergasse

Hansewappen

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Wirtshausszene in der Hansezeit

Wirtshausszene in der Hansezeit

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