Achtung: Die besten Amazon Angebote gibt es heute auf dieser Seite (hier klicken)

1. Der Handel mit den Niederlanden

Auch unter den Nachfolgern Magnus II., den Herzogen Albrecht VII. und Heinrich V., waren die Niederlande, besonders Antwerpen, das sich im 16. Jahrhundert zum Handelsplatz ersten Ranges entwickelt hatte, Zielpunkt der Handelsbestrebungen. Ein erhöhter Bedarf und allgemeines Steigen der Getreidepreise im Westen waren dem Getreidehandel dorthin günstig.

Da die Herzoge selbst nicht im Besitze von Schiffen waren, versuchten sie solche bei der Stadt Rostock zu borgen, wurden aber abschlägig beschieden, was aus der eifersüchtigen Haltung der alten Hansestadt dem neuen landesherrlichen Streben gegenüber leicht zu erklären ist. So war es den Herzogen Magnus und Balthasar 1503 ergangen, als sie einem Rostocker Schiffer eine Roggenladung für Amsterdam übergeben wollten; und die gleiche ablehnende Haltung bewahrte Rostock 1510 gegenüber den Herzogen Heinrich V. und Albrecht VII., als diese auf einem Rostocker Schiff Waren nach Dänemark senden und dort Lebensmittel einkaufen lassen wollten. 1514 gelang es den Herzogen, mit dem Schiffer Matthias Kegebein einen Vertrag abzuschließen, in dem dieser sich verpflichtete, ihnen 28 Last Roggen (1120 Zentner) nach Amsterdam zu verschiffen. Etwa zur gleichen Zeit wurde mit einem Schiffer aus Amsterdam verhandelt, an den 53 Last Roggen verkauft und 32 Last auf Fracht nach Amsterdam mitgegeben wurden, ebenso einige Bretter. Salz und Tuch aus Amsterdam wurden dafür in Rechnung gestellt. 1522 hatte Herzog Heinrich aufs neue die Absicht, Roggen nach dem Westen zu schicken; er wandte sich durch seinen Kanzler Kaspar von Schöneich an Wismar um Zustimmung, daß die damit beladenen Schiffe im dortigen Hafen unter Segel gingen. Wismar scheint in diesem Falle eingewilligt zu haben, denn der Herzog wandte sich mit dem Ersuchen an Lübeck, vier oder fünf kleine Schiffe frei passieren zu lassen, worauf die Stadt zwar ihr Bedenken äußerte, aber die Fahrt frei gab.


Ein neuer Versuch wurde mit Hilfe des Wismarer Bürgers Blasius Malchow unternommen, dem von der Stadt Wismar der Vorwurf gemacht wurde, dem Herzog die Kaufmannschaft erleichtert zu haben. Der Kanzler Kaspar von Schöneich leugnete in einem Verteidigungsschreiben für Malchow an Wismar, daß Handelsbestrebungen der Herzoge überhaupt vorhanden seien; das ist sehr bezeichnend dafür, wie schwierig es für die Herzoge war, selbständig Handel zu treiben, da dieser verheimlicht werden mußte. Blasius Malchow brachte aus Holland Gewürz und Tuch für den Bedarf des Hofes mit.

Der Handel mit Holland wurde nun durch einen eigenen Abgesandten der Herzoge, den früheren Küchenmeister von Schwerin, Anthonius Schröder, weiter vermittelt, der seit 1518 als Kommissionär der Herzoge in Lübeck, Lüneburg, Hamburg, Jüterbog, Leipzig und Torgau tätig gewesen war.

1526 verkaufte er zu Amsterdam für etwa 600 Gulden Malz und Roggen im Auftrage der Herzoge und kaufte dort und in Antwerpen Gewand, Seide, Garn und Gewürz ein.

In den Jahren 1536 - 45 unterhielt Herzog Albrecht eine Handelsverbindung mit dem Antwerpener Bürger Willem Bornewasser, von dem er 1536 für 440 Gulden und 1537 für 136 Gulden Tuch kaufte. Für eine Schuld von 800 Gulden lieferte er ihm Mehl und Wolle nach Hamburg.