Die ersten künstlerischen Schlachtenschilderungen

Die ersten künstlerischen Schlachtenschilderungen bietet Homer.

Da ist Glanz und Farbe, bewusste Herausarbeitung der erregenden Momente und ein entschlossener grauenvoller Naturalismus. Freilich fasst die Schilderung nur sehr selten den Ansturm der Massen ins Auge und kommt nur hier und da zu Darstellungen des eigentliche! unpersönlichen Schlachtgetümmels. Alles löst sich in Einzelkampfe auf, die Feldschlacht besteht aus gehäuften Waffengängen der beiderseitigen Helden.


Allein nie wieder begegnet man in Kriegsschilderungen solcher Kraft der Worte wie bei Homer.

Der Ansturm des Achilles auf den erbebenden Hektor ist mit Versen gegeben, die heute noch panischen Schrecken aushauchen. Schnaubende Mordgier hat nie wieder diese dunkle Gewalt des Ausdruckes gefunden wie bei dem Sänger der Ilias. Nicht nur die sausende, weithinschattende Lanze wird gemalt, sondern auch die Weiße und Weichheit des Fleisches, in das sie sich einbohrt, das dunkle schwärzliche Sprudeln des Blutes, die Verkrümmungen und Zuckungen des sterbenden Körpers, das Brüllen der Getroffenen. In der Schilderung der Wunden herrscht der stärkste Naturalismus. Eindrücke, wie sie die Erzählungen von der Tötung des Patroklos, des Hektor hervorrufen, werden nie wieder vergessen. Wenn Helden wie Ajax, Diomedes, Achilles, Idomeneus in die Schlacht stürzen, werden sie wie Besessene, wie Amokläufer geschildert; Schrecken fliegt vor ihnen her, Tod ist im Blitzen ihrer Waffen, Grauen und Entsetzen lassen sie hinter sich. Nur die besondere Eindrucksfähigkeit des Naturmenschen in Verbindung mit früh entwickelter Sprechkunst vermochte solche Schilderungen hervorzubringen, in denen die bloßen Worte an sich vor Grauen starren scheinen.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Der Krieg in Bildern
002. Griechisches Fußvolk. Der Schwerbewaffnete (Hoplit) in Plattenpanzer und Leichtbewaffneter (Peltast). Nach Jähns: Atlas.

002. Griechisches Fußvolk. Der Schwerbewaffnete (Hoplit) in Plattenpanzer und Leichtbewaffneter (Peltast). Nach Jähns: Atlas.

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