Allgemeine Charakteristik

Mit dem Zusammenbruche der antiken Kultur begannen auch auf dem Gebiete des Kriegswesens wieder rohe Urzustände, aus denen sich bei den germanisch-romanischen Völkern durch das Feudalsystem die Lehensbewaffnung entwickelte, die dann zum Söldnerwesen herabsank.

Das Rittertum stellte die Individualität des Einzelkämpfers, die Einzeltat über den Kampf geschlossener, disziplinierter Truppenkörper.


Die Organisation ist immer nur eine zufällige. Die einheitliche Führung fehlt, so dass die Schlachten schließlich nur aus Episoden bestehen. Auch die berittenen Führer, die Könige und Herzoge, stürzen sich selbst ins Handgemenge; denn es gilt nicht um Feldherrentum, sondern um Ritterruhm.

Einzelne Ausnahmen ändern nichts an der Regel. Schließlich wird, namentlich hei den Condottieri Italiens, der Krieg zur spielerischen Kunst und Spekulation: die Feldhauptleute verkaufen sich mit ihrer Truppe an die bestzahlende Partei, und da ihr Betriebskapital die angeworbene Truppe ist, schonen sie diese nach Möglichkeit. Erst mit der Schusswaffe setzt die Reform ein, welche sich nunmehr konsequent bis zu den neuesten Zeiten weiterentwickelte.

Die Trutzwaffen des Mittelalters bleiben bis zur Einführung der Feuerwaffen im Grunde dieselben wie im Altertum, wenn sich auch die Form ändert und vervielfacht; neu tritt nur die Armbrust hinzu. Eine wesentliche Verstärkung erhalten die Schutzwaffen der Reiterei, die sich bei den Rittern bis zur vollständigen Panzerung von Ross und Reiter steigerte. Erst mit der Verwendung des Pulvers für die Waffentechnik tritt ein neues Element in die Bewaffnung.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Der Krieg in Bildern