Antisemitismus und Nationaljudentum

Ein arischer Beitrag zur Lösung der Judenfrage
Autor: Theimer, Camilla (1867-1932) österreichische Schriftstellerin, Büroangestellte, Fachinspektorin bei der k. k. Armee, Erscheinungsjahr: 1907

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Antisemitismus, arische Völker, Judenfrage, Juden, Israel, Christen, Gleichberechtigung, Menschenrechte, Wahrheit, Heimat, Judentum, Russland, Pogrome, Rumänien, Staatsbürgerschaft, Österreich, Deutschland, Westeuropa, Auswanderungsgesetze, Kulturstaaten, England, Vereinigte Staaten von Amerika, Italien, Rom, Freiheit, Frankreich, Freunde, Bismarck, Weltanschauung, Religion, Ideologie, Studenten, Kollegen, Akademiker, Mitbürger, Tätlichkeiten,
Ich träume einen schönen Traum. Von Burg Zion flattert die jüdisch-nationale Fahne. Es ist eine Fahne der Freiheit und des Fortschritts. Der Jude bebaut wieder seinen eigenen Grund und Boden, seine angestammte Mutter Erde. Sein krummer Rücken ist gerade geworden. Aufrechten Hauptes schreitet er einher. Er ist wieder selbstbewusst geworden und hat auch allen Grund dazu. Er tritt niemand zu nahe und duldet auch nicht, dass ihm jemand zu nahe trete. Er pendelt nicht mehr zwischen zwei Kulturen hin und her, sondern ist wieder wurzelecht vom Scheitel bis zur Sohle. In den arischen Kulturländern leben Juden und Arier friedlich nebeneinander. Der schutz- und wehrlose, der verhöhnte und verfolgte Jude gehört der Vergangenheit an. Restlose Lösungen gibt es nicht im Bereich des Ewigmenschlichen und so ist auch nach ihrer Lösung von der Judenfrage noch manches übrig geblieben. Aber der Stachel der Bitterkeit ist genommen. Jüdische Richter sprechen Recht über arische Bürger. Jüdisch-nationale Abgeordnete vertreten die Interessen ihres Volkes in den verschiedenen Parlamenten und arbeiten gemeinsam mit den arischen Volksvertretern daran, den Fortschritt in Zivilisation umzusetzen. Arier und Juden sind hoch genug in der Gesittung gestiegen, um das Gemeinsame deutlich zu erkennen, das allen Kulturmenschen eigen ist. Sie wissen, dass die Voraussetzung jeder Freiheit die Achtung vor den Rechten der anderen ist und handeln dementsprechend. Dass dieser Traum sich dereinst erfüllen möge, wäre mein sehnlichster Wunsch. — —

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Das größte Verbrechen, das die arischen Völker an den Juden begangen haben, ist, dass sie ihnen niemals das erste und oberste Menschenrecht, das Recht auf Wahrheit, gewährt haben.


                                Vorwort.


Viele werden sich zweifelsohne wundern, dass ich als Vollarierin das dornige Problem des Antisemitismus anrühre. Die Judenfrage schneidet aber heute so tief in das Privatleben eines jeden von uns ein, dass es auch dem Einzelnen — und sei dies auch nur eine Frau — gegönnt sein muss, seinen, auf Grund persönlicher Erfahrungen gebildeten Ansichten über dieses heikle Thema Ausdruck zu verleihen. Die öffentliche Meinung stellt immer nur eine Sammlung von Einzelstimmen dar. Möge die meinige dazu beitragen wieder andere anzuregen, selbständig über die Judenfrage nachzudenken und sich ein eigenes Urteil über sie zu bilden.

          Camilla Theimer.
                    Wien, im November 1907.



Kein Einsichtiger wird leugnen, dass die Judenfrage das brennendste kulturelle Problem unserer Zeit ist. Ich will von den sich in regelmäßigen Abständen wiederholenden Pogroms, die schon beinahe berechtigten Volksbelustigungen gleichkommen, ganz absehen: in Russland werden gegenwärtig nicht nur Juden gemordet, auch Christenblut steht nicht hoch im Preis. Im Zarenreich, das die Heimat mehr als der Hälfte aller Juden ist, genießt nur eine einzige jüdische Sekte, die der Karaiten, die staatliche Gleichberechtigung. Die Juden sind in Russland zahlreichen gesetzlichen Beschränkungen unterworfen und der Aufenthalt ist ihnen in einem großen Teil des Reiches untersagt. Der Freizügigkeit erfreuen sich nur gewisse bevorzugte Kategorien von reichen Juden, die staatlichen Mittel- und Hochschulen lassen jüdische Schüler nur in beschränkter Zahl zu und die Ausübung vieler Gewerbe ist den Juden nicht gestattet, deren Betrieb allen christliehen Russen freisteht.

Nicht viel besser sieht es in Rumänien aus. In Rumänien gelten die Juden als Ausländer und nur wenigen Auserwählten ist es gelungen die Staatsbürgerschaft zu erwerben. Der Besuch der öffentlichen Schulen ist ihnen untersagt, ebenso das Wohnen auf dem flachen Lande. Auch ihre wirtschaftliche Lage ist, dank den vielfachen Beschränkungen, denen sie unterworfen sind, zumeist eine sehr ungünstige. Mehr als die Hälfte aller rumänischen Juden ist völlig mittellos.

Unmittelbar angrenzend an diese Länder weist Österreich in seinem östlichen Teil mancherlei Analogie mit ihnen in Bezug auf die Lage der Juden auf. Von den 900.000 Juden Galiziens sind nach authentischen Angaben 70% Berufsarme und Bettler, die ihr Leben von Almosen fristen. In Österreich kennt zwar das Gesetz keinen Unterschied zwischen Jud und Christ, in Galizien ist aber dieses Gesetz zumeist nur ein toter Buchstabe. Die Zentralgewalt ist den örtlichen Gewalthabern gegenüber ohnmächtig. Die polnische Wirtschaft ist leider nicht umsonst sprichwörtlich und das Bad gießen, wie überall, in erster Reihe die Juden aus.

Was hier von den osteuropäischen Juden gesagt wurde, gilt natürlich nicht von ihren westeuropäischen Brüdern. In den Kulturstaaten gibt es keinerlei Ausnahmegesetze. In Westeuropa konnte man Juden zu wiederholten Malen auf der Ministerbank sehen. Das bekannte Wort: „Die Juden haben’s Geld" beweist zumindest, dass sich unter ihnen Leute mit ansehnlichem Vermögen befinden. Ein großer Teil der Presse ist in den Händen der Juden, deren Einfluss dadurch in mancher Richtung bestimmend wurde. Den Antisemitismus der Tat kennt man in den zivilisierten Ländern nicht. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint die Lage der Juden in Westeuropa und Amerika mithin wirklich eine sehr günstige zu sein und man wäre beinahe versucht den Versicherungen derer Glauben zu schenken, die behaupten, sie lasse überhaupt kaum etwas zu wünschen übrig.

Sehen wir uns aber einmal diese vielgepriesene Lage der Juden in den Kulturstaaten genauer an. England war von jeher das klassische Land der Freiheit. In England war der Jude Disraeli der erste Ratgeber seiner Königin. Dennoch kann es für den, der sehen will, keinem Zweifel unterliegen, dass in demselben England sich die verschärften Auswanderungsgesetze ausschließlich gegen die Juden richten. Dasselbe ist in den Vereinigten Staaten der Fall, nur dass sich dort auch noch der beginnende soziale Antisemitismus immer deutlicher fühlbar macht. Italien weist als Unikum unter seinen zahlreichen jüdischen Staatsmännern auch einen jüdischen Kriegsminister „Ottolenghi", auf. Dennoch wäre es ein Irrtum anzunehmen, dass darum die Juden von ihren italienischen Mitbürgern durchwegs als sozial vollwertig angesehen werden. Ich habe viel in Italien gelebt und spreche aus Erfahrung. Im italienischen Mittelstand ist der Antisemitismus sogar sehr stark ausgeprägt. Ich habe nirgends in landläufiger Mundart so viele „Porchi ebrei" gehört wie in Venedig. In den oberen Schichten Italiens ist der Jude gesellschaftlich wohl aufgenommen, doch nur in den Ausnahmefällen freiwillig, fast immer nur unter dem Zwang der Verhältnisse. Man verkehrt mit den Juden, weil man aus irgend einem Grund muss, aber der angeborene Widerwille gegen sie macht sich in Äußerungen über sie Luft, so wie sie den Rücken kehren. Der Italiener ist der Sohn einer alten Kultur und seine Umgangsformen sind daher gefälliger, urbaner, als beispielsweise die der germanischen Völker. Er versteht es besser seine Gefühle zu verbergen. Das ist alles. Ebenso ist jeder Grieche im Herzen Antisemit, auch wenn er sich dem Juden gegenüber noch so zuvorkommend gibt. Über die wahren Gefühle der Mehrheit des französischen Volkes gegenüber den Juden dürfte der Prozess Dreyfus wohl auch die größten Optimisten aufgeklärt haben. Ich kenne die Verhältnisse nicht aus eigener Anschauung, ich höre aber, dass der französische soziale Antisemitismus stetig im Wachsen ist. Die Juden werden gesellschaftlich boykottiert, der Eintritt in die vornehmen Cercles ist ihnen verwehrt etc. Frankreich besitzt eine antisemitische Presse und eine nicht unbeträchtliche antisemitische Literatur. So sieht es tatsächlich zurzeit in dem Eldorado der Juden, den höchststehenden Kulturstaaten, aus.

Der moderne Antisemitismus stammt bekanntlich aus Deutschland. Das Wort vom „Judäoliberalismus" hat Bismarck geprägt. Ich kenne die deutschen Verhältnisse nicht. Sie sollen aber, was die Juden betrifft, denen in unserem Vaterland gleichen. Ich gehe also zu diesen über. Ich setze die politisch-agitatorische Seite der Judenfrage in Österreich als allgemein bekannt voraus, und ich will mich zur Illustration der Sachlage nur auf persönliche Erfahrungen beschränken. Ich verkehre nur wenig in jüdischen Kreisen, füge aber gleich hinzu, dass ich Juden zu meinen liebsten Freunden zähle. Zu welchen peinlichen, gesellschaftlichen Weiterungen dies führen kann, wird nur der begreifen, der sich in ähnlicher Lage befindet. Ich kenne so und so viele Familien, die aus Grundsatz keinen Juden über die Schwelle lassen und diese gehören nicht etwa den ungebildeten Ständen an, sondern stellen die Elite der Bourgeoisie dar. Die Art, in der von ihnen jede, auch eine zufällige jüdische Annäherung zurückgewiesen wird, hat mir oft das Blut in die Stirne getrieben. Man ist nicht grob, behüte. Dazu ist man, gottlob, zu wohlerzogen. Aber wäre ich Jüdin, würde mich offene, ehrliche Derbheit weniger verletzen, als diese, nennen wir es „höfliche" Zurückhaltung.

Über Mangel an Offenheit von Seite ihrer arischen Kollegen können sich die jüdischen Studenten allerdings nicht beklagen. Jene lassen über ihre Gesinnung keinen Zweifel obwalten. Da ist alles waschecht. Auch die Form. Die Mehrzahl der akademischen Verbindungen schließt heute die Juden aus. Die arischen Studenten erachten ihre jüdischen Kollegen nicht als satisfaktionsfähig. So und so viele Verbindungen verbieten ihren Mitgliedern ausdrücklich nicht nur den Verkehr mit Juden, sondern auch diesen auf Fragen Antwort zu erteilen, wenn nicht ein zwingender Grund hierfür vorliegt. Es wurde mir auch einmal gesagt, dass es akademische Verbindungen gibt, deren Mitglieder jeden Tag als verloren erachten, an dem es ihnen nicht gegönnt war, einem Juden „etwas anzutun".

Dass man Juden, nur weil sie Juden sind, aus gesellschaftlichen und beruflichen Verbindungen ausschließt, kommt auch anderswo vor. Dass ein solches Vorgehen aber bei uns auch Kindern gegenüber beobachtet wird, war mir erst diesen Sommer vorbehalten zu erfahren. Das neunjährige Söhnchen unserer jüdischen Hausfrau besuchte in Ischl die Volksschule. Doch nur drei Tage, weil seine arischen Mitschüler es durch Schimpfworte, ja Tätlichkeiten, zum Austritt zwangen. Vorstellungen der Mutter beim Direktor hatten nur den Erfolg, dass sie offiziell ersucht wurde, ihr Söhnchen aus der Schule zu nehmen, da die Leiter derselben unfähig seien, ein jüdisches Kind zu schützen. Ich bemerke gleich, dass das betreffende Kind ein stiller bescheidener Knabe ist, der durch sein Betragen gewiss in keiner Weise Anlass zu einer solchen Behandlung gegeben hat. Also geschehen im Lande Österreich im Jahre des Heils 1907! Ich denke, diese Beispiele genügen. Dass es sich hier nicht um vereinzelte Fälle handelt, wird mir gewiss jeder Unbefangene gerne bestätigen, der der Frage einmal nähergetreten ist.

Einzelnen Juden geht es sicherlich in allen Kulturstaaten und auch bei uns gut. Mitunter genießen diese sogar persönliches Ansehen. Wenn sie aber ehrlich gegen sich selbst sein wollen, müssen sie sich sagen, dass ihnen von ihren arischen Mitbürgern im allgemeinen Achtung bezeugt wird, obgleich sie Juden sind. Das ist die Wahrheit, alles andere Lüge. Auch heute noch und in den höchststehenden Kulturstaaten nimmt der Jude immer und überall eine Sonderstellung ein.

Palästina, Der Jordan

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Palästina, Übergang über den Jordan

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Palästina, Festung nördlich Metulah

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Palästina, Jaffa

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Palästina, Pessachfest in Rechoboth

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Palästina, Schmied in Gedera

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Palästina, Straße im alten Jerusalem

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Hamburgs deutsche Juden 01 Raare englische Bleesticken

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Hamburgs deutsche Juden 02 Boomwollne Mitschen un Strümp

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Hamburgs deutsche Juden 03 Siden Bant un Weefkanten

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Hamburgs deutsche Juden 04 Beergläss, Wiengläss

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Hamburgs deutsche Juden 05 Fein mullirter Wachstuch

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Hamburgs deutsche Juden 06 Schöne englische Pischpitt

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Hamburgs deutsche Juden 07 Nu Nu, et kann doch sien Glück sien

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Hamburgs deutsche Juden 08 Schpatschierschtöck

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Hamburgs deutsche Juden 09 Was zu Handeln

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Hamburgs deutsche Juden 10 Ohle höed (Hüte)

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Hamburgs deutsche Juden 11 Jonathan Eybeschütz mit einem der verfehmten Amulette

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