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Abenteuer zwischen dem Arkansas und Red River: Ausflug auf die Prairien von Washington Irving, 1835.
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Französische Befreiungskriege, Goethe, Auswandern, Literatursuche, Münster Doberan, Karl Matthes, Schloss, Andreas Hofer, Kurdistan
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Die deutsche Historikerin Gertrude Aretz befasste sich insbesondere mit Lebensläufen berühmter historischer Persönlichkeiten. 1940 erschien posthum Berühmte Frauen der Weltgeschichte.
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Impressum
über Lexikus
Das Bürgerwaisenhaus der Stadt Stralsund.
Brief 9 – Stralsund
Zu den Beweisen von dem ehemaligen großen Floren der Stadt gehören die vielen frommen Stiftungen, die aus altern Zeiten vorhanden sind. 6) Wir begnügten uns eine zu sehen, die zu einem der wohltätigsten Zwecke gemacht, aber leider! nicht reichlich genug bedacht ist, nämlich das Bürgerwaisenhaus. Es ist in einem alten Gebäude, welches ehedem ein Kloster gewesen zu sein scheint. Wir fanden 63 Kinder in demselben, die ganz gesund aussahn, und weit vergnügter schienen, als wir es, nach ihrem Aufenthalte zu urteilen, vermutet hatten. Ein großes Übel ist, daß zwei auch drei in einem Bette schlafen müssen, weil e s an Platz gebricht, und der Fonds nicht hinreicht, selbst so armselige Betten in größerer Anzahl zu halten. Außer den Lehrstunden werden die Kinder mit Spinnen der Wolle und Baumwolle und mit Stricken beschäftigt. Die Mädchen müssen bis zum zwanzigsten Jahre in der Anstalt bleiben, um durch ihre Arbeit ihre Erziehungskosten zu vergütigen. Drei alte Frauen haben die Aufsicht über sie. Für die verfertigte Arbeit wird den Kindern nichts bezahlt, und dies Jahr ist ihnen sogar nicht einmal eine Prämie für vorzüglich bewiesenen Fleiß bewilligt worden. Das Krankzimmer, welches unter der Aufsicht des Herrn Assessors D. Biel steht, war reinlich, und zu unserer Freude leer. Hr. D. Biel teilte uns die Bemerkung mit, daß die Pocken hier alle drei bis vier Jahre grassieren. Die Aufseherin, welche das Stricken und Spinnen lehrt, ist eine geborne Berlinerin, und macht unserer Landsmannschaft Ehre. Außer der Geschicklichkeit, die sie zu ihrer Beschäftigung gebraucht, zeichnet sie sich durch eine vernünftige und liebreiche Behandlung der Kinder aus. Ihr Mann ist zugleich Lehrer im Lesen, Schreiben, rechnen und der Religion. Die Fortschritte, welche die Kinder gemacht hatten, waren Zeugen von seiner Einsicht und Betriebsamkeit. In seinen Nebenstunden beschäftigt er sich mit mechanischen Kunstwerken. Unter andern hat er einen Telegraphen erfunden, den er auch auf einem Bogen beschrieben hat. 7) Seine Einrichtung empfielt sich durch ihre Simplizität vor vielen andern, von denen man ein großes Aufsehen gemacht hat. 8)
Neben diesem Waisenhause steht das Zuchthaus. Wir hatten nicht Zeit es zu besehen. Aber die Inschrift über demselben gab uns Stoff zu einer Bemerkung, Bemerkung, die ich so laut zu machen wünschte, daß sie endlich einmal Eingang fände.
Diese Inschrift erinnert an die traurigen Folgen der Trägheit und des Lasters. Was kann man passenderes über ein Zuchthaus schreiben Trägheit und des Lasters. Was kann man passenderes über ein Zuchthaus schreiben? Aber es steht lateinisch da. Wozu nützt es nun? Leute, die lateinisch verstehn, sollten doch billig keiner Erinnerung ans Zuchthaus bedürfen! Man schreibe allenfalls in Deutschland über ein Opernhaus Apollini et musis, und meinetwegen auch auf einer Bibliothek Nutrimentum spiritus; aber auf ein Gebäude das für das Volk ein Interesse hat, sollte man sich keiner andern als der Landessprache bedienen. Wenn der Soldat über unserm Invalidenhause läse: „Dem verwundeten aber unbesiegten Krieger“, so hätte er etwas für sein Herz und fühlte sich vielleicht eben so mit Mut begeistert, als getröstet; das Laeso et invicto militi aber steht müssig da, bis einmal einer kommt, der weder für das Vaterland gefochten hat, noch fechten will, aber so viel mit aus der Schule gebracht hat daß er es lesen, und eine Glosse über die epigrammatische Kürze machen kann.
Auch über dem Soldaten-Waisenhause ist die Überschrift, obgleich nicht lateinisch, doch für die meisten der hiesigen Einwohner, so gut als gar nicht da. Sie heißt Schwedisch. Soldate Barnhus (Soldaten-Kinderhaus) und daneben steht das Jahr der Errichtung desselben, 1789. Das kleine Missfallen daran vergaßen wir jedoch bald über das viele Gute, welches wir im Inneren fanden. Eigentlich ist die Anstalt schon im Jahre 1778 durch die Bemühungen des Fürsten von Hessenstein gestiftet wordene aber das jetzige Gebäude, neben dem Gouvernements-Hause, ist erst 1789 vollendet worden. Die Kinder schlafen nicht in demselben, erhalten auch von der Anstalt weder Beköstigung noch Pflege, sondern bloß Kleidung und Unterricht in den nötigen Schulkenntnissen und in Arbeiten. Wir fanden dort 62 Knaben und eben so viele Mädchen. Beide Geschlechter sind ganz blau gekleidet: die Knaben mit gelben Knöpfen, die Mädchen mit gelbem Bande. Diese Uniform abgerechnet, hat die Anstalt eine große Ähnlichkeit mit unsern Erwerbschulen, nur daß die Kinder bloß Wolle spinnen, woraus sie Strümpfe für die Soldaten stricken, und ihre Arbeiten nicht nach dem wahren Werte bezahlt erhalten. Für das Pfund Wolle zu spinnen bekommen sie zwei Groschen, für ein Paar Mannsstrümpfe eben so viel, undfür ein PaarKinderstrümpfe einen Groschen Stricker-lohn. Die Kinder hatten alle ein gesundes und frohes Ansehen. Sie kommen im Sommer Vormittags von sieben bis zwölfe, Nachmittags von eins bis fünfe in die Anstalt, und wechseln mit Arbeits- und Unterrichts-Stunden ab. Im Winter fällt die erste Morgen- und die letzte Abendstunde aus. Was wir von der Lehr-Methode und der Behandlung der Kinder bemerken konnten, schien lobenswert zu sein.
6) S. Gadebusch Pommerische Sammlungen. Heft VII und VIII. N. 229 u. f.
7) Der Telegraph, oder eine sehr leichte und wohlfeile Methode, allerlei Nachrichten und Geheimnisse, binnen wenigen Minuten viele Meilen zu transportieren, entworfen und mitgeteilt, von I. A. Stralendorf, Schullehrer am Waisenhause. Stralsund, bei Strucks Wittwe. 1794.
8) Sie ist kürzlich folgende: Er wählt zwei Figuren, die sich leicht in der Entfernung von einher unterscheiden lassen, etwa eine halbe und eine viertel Scheibe. Diese bringt er, jede in drei verschiedenen Lagen, z. E. die Durchschnittslinie der halben Scheibe einmal horizontal oberwärts, einmal unterwärts, einmal senkrecht gekehrt; eben so die Spitze des Quadranten einmal nach oben, einmal nach unten, einmal zur Seite gerichtet. So erhält er sechs verschiedene Zeichen, wovon das eine bloß als ein Wink für den Correspondenten, daß er aufmerksam sein soll, und wenn es von diesem aufgesteckt wird, als Beweis, daß er den Wink bemerkt habe, gilt. Die übrigen fünf Zeichen erhalten ihre Bedeutung nach folgender Tabelle:
Er stellt nun sein Zeichen in zwei Linien, wovon die oberste die Reihe, an welcher der Buchstabe ist, und die zweite angibt, der wievielste er in dieser Reihe sei, z. E. 1 1 (oder eine halbe Scheibe, mit ihrer Durchschnittslinie nach unten gekehrt, über der andern in derselben Richtung) wäre A, 5 3 (oder ein Quadrant mit der Spitze zur Seite gewandt, und unter demselben die nämliche Figur) wäre Z. So oft ein Wort aus ist, steckt er einen Stab, und am Ende der Correspondenz zwei Stäbe auf.
