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Abenteuer zwischen dem Arkansas und Red River: Ausflug auf die Prairien von Washington Irving, 1835.
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Neuauflage, Reise Südamerika, Musketiere, Flaschenpost, Chajjal, John Wells, Old Wabble, Schiffsjunge, Stranddistel
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Die deutsche Historikerin Gertrude Aretz befasste sich insbesondere mit Lebensläufen berühmter historischer Persönlichkeiten. 1940 erschien posthum Berühmte Frauen der Weltgeschichte.
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Impressum
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Greifswald. Superintendent und erster Professor der Stadt.
Brief 8 – Greifswald
An dieser Kirche steht, als Pastor, Herr General - Superintendent Schlegel, der zugleich Stadt-Superintendent und erster Professor der Theologie ist. Die Einsicht, die Denkungsart und der Charakter des General - Superintendenten ist für die Provinz von außerordentlicher Wichtigkeit, weil seine Stimme in allen geistlichen Angelegenheiten von großem Einfluss ist. In Greifswald machen die drei Pastoren und Diakonen, wovon einer Archi-Diakonus heißt, ein eigenes Ministerium aus, welches zwar unterer dem Königlichen Consistotio, aber zunächst unter ihrem eigenen Stadt - Superintendent steht. Die Stelle des letzteren ist gewöhnlich mit der General - Superintendentur und dem Pastorate bei der Nicolai Kirche verknüpft; jedoch hat es seit der Reformation drei Fälle gegeben, wo die Stadt ihren eigenen Superintendenten gehabt hat. Wegen des Patronatrechtes hat es in altern Zeiten viele und heftige Streitigkeiten gegeben. Ursprüngelich übten es die Äbte zu Eldena, als Erbauer und Grundherrn der Stadt aus. Auch bei der Abtretung der letztern an den Herzog behielten sie es sich vor, und übertrugen es nachmals der neugestifteten Universität. Bei der Reformation wurde es derselben nicht nur vom Landesherrn, sondern auch vom Magistrat streitig gemacht. Endlich kam 1553 ein Vergleich zu Stande, vermöge dessen der Supernintendent und die Pastoren von der Universität und dem Magistrate vorgeschlagen werden, dem Landesherren aber die Wahl unter den Vorgeschlagenen zusteht. Die Diaconen erwählt der Magistrat mit einiger Zuziehung der Bürgerschaft. Das Greifswaldische Ministerium prüft alle Kandidaten zu Predigerstellen im Lande, unter dem Vorsitze des Generalsuperintendenten, und assistiert bei ihrer Ordination. Stralsund allein hat das Vorrecht, daß das dortige Ministerium die Kandidaten zu den dasigen Predigerstellen examiniert und ordiniert, wozu der Generalsuperintendent hinreisen muss, oder nötigenfalls seine Stelle durch den stralsundischen Stadtsuperintendenten vertreten läßt. Seitdem der Hr. Magister Biderstedt hier Prediger an der Nicolaikirche ist, haben die hiesigen Geistlichen, durch sein Beispiel ermuntert, den Radkragen abgelegt, und tragen einen kleinen Kragen, wie wir in Berlin. Wir wollten heute vor dem Essen noch die Sternwarte besehen, die auf einem alten Turme der Stadtmauer errichtet ist. Hr. Prof. Brismann wollte die Güte haben, uns hinzuführen. Eben da wir aufbrechen wollten, machte ich die traurige Entdeckung, daß mein Messbarometer Schaden gelitten hatte, und das meiste Quecksilber ausgelaufen war. Hr. Prof. Brismann erbot sich, es wieder in Stand zu setzen, anstatt mit uns auf die Sternwarte zu gehen, wo wir ohnehin, wie er versicherte, nichts vorzüglich Bemerkenswertes würden gefunden haben. Ich beschloss nie wieder ein Barometer mitzunehmen, ehe ich nicht eines nach Tralles Erfindung 6) hätte; und wir wandten die, durch den kleinen Unfall gewonnene, Zeit an, die Salzsiederei zu sehend die nördlich ein Paar hundert Schritt von der Stadt liegt. Sie gehöre den Erben des Barons Waitz von Eschen; desto mehr befremdete es uns, sie nicht ganz in dem Zustande zu finden, den uns dieser berühmte halurgische Name erwarten ließ, bis wir die Geschichte derselben erfuhrren. Die Coctur hatte länger als hundert Jahre gänzlich gelegen; vor fünfzig Jahren ward sie wieder eingerichtet, blieb aber in einem dürftigen Zustande bis 1764. Endlich kam sie 1781 an ihre jetzigen Besitzer, die sie von Jahr zu Jahr in größere Aufnahme zu bringen suchen, ungeachtet sie mit allerlei Hindernissen zu kämpfen haben.
Da die Kaufleute berechtigt sind, fremdes Salz einzuführen, so hat die Siederei keinen andern Absatz, als den sie sich durch wohlfeile Preise verschafft. Jetzt g ilt die Tonne 1 Thlr. 14 Gr. Ob dies wohlfeil oder teuer ist, kann ich nicht bestimmen; denn der Mann, welcher uns herumführte, (der Inspektor war nicht gegenwärtig) konnte uns weder das Gewicht, noch den Kubikinhalt der Tonne bestimmen. Den Kaufleuten muss es indessen noch immer zu teuer scheinen, wie sich aus dem Vorrate schließen ließ, der für eine so kleine Siederei sehr ansehnlich war. Die Farbe desselben fällt ein wenig ins Graue.
Die Sohle, die aus zwei Brunnen geschöpft wird ist nur 3 ¾ bis vierlöthig. Sie wird mittelst einer Windmühle gefördert, und durch diese auch auf die Gradierwerke gepumpt, deren es fünfe gibt. Die Pferdegöpel ruhen jetzt ganz, da es in der Nachbarschaft der See selten einen Tag am Winde fehlt. Die Schwäche der Sohle macht es nötig, sie fünfmal zu gradieren. Vom letzten Gradierhause wird sie durch unterirdische Röhren zu den Pfannen geleitet, wo sie mit Torf gesotten wird. In achtundvierzig Stunden werden zwei Pfannen voll, jede zu achtundvierzig Scheffeln gerechnet. Zu jedem Sude werden 18.000 Stücken Torf gebraucht. Das Tausend kostet 14 Gr. bis 1 Thlr. Torfmoore gibt es hier überall in der Nähe; nur sind sie von sehr verschiedener Güte.
Die Sohle hat das Eigentümliche, daß sie fast gar keinen Pfannenstein, und nur sehr wenig Dornstein absetzt. Den ersteren sammelt man in kleine eiserne Pfannen, welche auf die Stellen in der Siedepfanne gesetzt werden, wo sich, nach der Erfahrung, der meiste Absatz niederschlägt. Die Mutterlauge wird nicht weiter benutzt. Auch auf das Einfrieren der Sohle lässt man sich nicht ein, weil die Kälte im Winter hier selten anhaltend ist. Mit der Torfasche werden die angrenzenden Moräste ausgefüllt.
Diese Salzsiederei ist der einzige ansehnliche Gewerbebetrieb in Greifswald. Zwei Tabacksfabriken und Ölschlägerei machen einigen auswärtigen Absatz. Die Handwerker arbeiten bloß einzeln, und nur ihrer wenige ziehn auf fremde Märkte. Da auch der Handel nicht sehr lebhaft ist, so macht der Verkehr, den die Universität verursacht, einen der wichtigsten Nahrungszweige des Ortes aus; und jetzt schmeichelt man sich mit der Hoffnnng, daß nächstens eine Vergrößerung der Besatzung noch ein Paar tausend Taler mehr in Umlauf bringen werde. Es hat nämlich ein gewissem Herr Cardel, der kürzlich zum Major erhoben worden ist, den Plan zur Errichtung eines Corps reitender Artillerie von 200 Mann gemacht. Dieser Gedanke hat so sehr den Beifall des Herzogs Regenten gehabt, daß Herr Cardel nicht nur ein nahmhaftes Geschenk an baarem Gelde, sondern auch die Pachtung eines königlichen Domainenamtes unter sehr günstigen Bedingungen erhalten hat. Um desto weniger ist an der baldigen Ausführung des Projekts zu zweifeln, und dann meint man, daß die eine Hälfte der neuen Atilleristen nach Carlskrona, und die andere hierher zur Besatzung kommen werde.
Würden wir nicht bestimmt heute Abend in Stralsund erwartet: so müßten wir uns schämen, hier über alles mit einer solchen Flüchtigkeit hinweg zu eilen. Hätten Herr Generalsuperintendent Schlegel und Herr M. Biederstedt nicht die Güte gehabt, uns meistenteils auf unseren Streifereien zu begleiten und hätten wir Hrn. Prof. Möllers Gesellschaft nicht ein Stündchen beim Essen gehabt: so würden wir von diesen mir so sehr schätzbaren Männern fast gar nichts haben genießen können. Das zahlreiche Cabinet des Hrn. Direktors Weigel, welches sich sonderlich durch viele vollständige Suiten auszeichnet, und seine äußerst interessante Pflanzensammlung haben wir nicht einmal ganz übersehen können, sondern uns begnügen müssen, einzelne vorzügliche Merkwürdigkeiten zu betrachten. Hrn. Prof. Piper sprach ich kaum eine halbe Stunde, und nicht viel länger Hrn. Prof. Gadebusch, an den ich tausend Fragen zu tun hatte. Auch er besitzt einen großen Schatz von Manuscripten und Büchern über Pommern, die er zum Teil durch die Unterstützung des Fürsten von Hessenstein, zum Behufe seiner schönen Schwedisch-Pommerischen Staatskunde, gesammelt hat.
Gestern begegnete uns auf der Straße Herr v. Liliensparr, der Ankerströms Verschwörung entdeckt hat. Daß er seines Amtes entlassen worden ist, haben uns die Zeitungen erzählt; aber ich wusste nicht, daß ihm Greifswald zu seinem Aufenthalte angewiesen ist.
Als eine Berlinische Nettigkeit wird Dich's auch interessieren, zu erfahren, daß in Berlin die Damen selbst auf den Markt gehen oder fahren, um die Victualien einzukaufen. Die Mädchen gehen hinten drein, (auch wenn die Dame fährt?) und nehmen das Gekaufte ab. So steht im Greifswaldischen gemeinnützigen Wochenblatte, den 25sten Oktober 1794. S. 167.
6) Ich habe mir nun eines nach der Erfindung des Hrn. Tralles zu Bern machen lassen. Es hat freilich den Vorteil, daß man die Röhre, weil sie gerade ist, jedesmal ohne Mühe auf der Stelle füllen kann, folglich leere Röhren (die nicht so leicht brechen können, als gefüllte) mit sich führt; aber zu sehr genauen Beobachtungen scheint mir das Instrument doch nicht recht brauchbar; wenigstens würde ich die Einrichtung des Hrn. Megnier in Paris noch vorziehn!
