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2 Bände: Auswanderung nach Amerika im Jahre 1822, und die Rückkehr in die Heimat im Jahre 1825 von Jonas Heinrich Gudehus.
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Teufel, Geschöpf auf Erden, Geologie, Reise Amerika, Geschichte Amerika, Johann Conrad Weise, Jagd, Vollblüter, Seeräuber
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Greifswald. Die Bibliothek.
Brief 8 – Greifswald
Die Bibliothek nimmt einen Saal ein, der durch das ganze zweite und dritte Stockwerk des Hauptgebäudes geht. Ihr erster Anblick erinnerte mich äußerst lebhaft an ihre Schwester in Manheim, neben deren prächtigem Putze sie sich in ihrem zierlichen Schmucke nicht zu schämen hat. Sie besteht etwa aus 32000 Bänden, wovon Hr. Prof. Dähnert einen gedruckten Catalogus in drei Quartbänden geliefert hat. Der jährliche Fonds zur Anschaffung neuer Bücher beträgt nur 400 Thlr. und einen unbestimmten Anteil an den Inscriptionsgebühren. Alle Jahre wird von allen Fakultäten beratschlagt, welche Bücher angeschafft werden sollen. Am zahlreichsten ist sie indessen im theologistischen und historischen Fache. Der verstorbene Professor Ahlwardt hat seine Bibliothek der Universität vermacht, und diese steht in einem eigenen Zimmer beisammen. Dies ist freilich zur Erhaltung des dankbaren Andenkens an den Erblasser am zuträglichsten; aber für die Brauchbarkeit der Sammlung wäre es doch vorteilhafter, wenn man es damit machte, wie man es in unserer königlichen Bibliothek mit den verschiedenen Sammlungen gemacht hat, die nach und nach hinzukommen sind. Man hat sie alle hingestellt, wohin sie nach dem systematischen Plane getreu, aber in jedes einen Zettel geklebt, welcher die Nachricht enthält, zu welcher Bibliothek sie ursprünglich gehört haben. Um das Andenken an die Größe des Geschenks zu erhalten, könnte ja doch ein Verzeichnis der ganzen Ahlwardtischen Sammlung aufbewahrt werden. Übrigens ist es eine sehr gute Einrichtung, daß in jedem Schranke eine Nachweisung der Bücher liegt, die darin aufgestellt sind. Der Zutritt steht jedem täglich von 11 bis 12 und von 4 bis 5 offen.
Die Manuskripten-Kammer ließen wir unbesehen, weil man uns versicherte, daß nichts Merkwürdiges darin vorhanden sei. Desto angenehmer war mir, in einem besonderen Zimmer, eine Sammlung von lauter Schriften, die von Pommern handeln, oder sich auf diese Provinz beziehen. Eine ganze Wand ist mit gedruckten Büchern, Dissertationen, Programmen, Leichenpredigten, sogar Gelegenheitsgedichten bedeckt, und ein großer Schrank ist mit Manuskripten, größtenteils aus der Verlassenschaft des Professors von Schwarz angefüllt, der die Schwedisch-Pommerisch Geschichte und Geographie mit so großem Fleiße bearbeitet hat. Wie wehe tat es mir, auch nicht einmal ein Paar Stunden anwenden zu können, um diesen Schatz mit der Stettinischen Landschaftssammlung zu vergleichen! ? Ein wahrer Schatz der Bibliothek war ehedem eine Sammlung von Schriften und Briefen des berühmten Salvius, die den Frieden von 1648 betrafen. Der verstorbene König von Schweden, dem sie bei seiner Durchreise durch Greifswald gezeigt ward, ließ sie sich nach Stockholm schicken, und sie ist bis jetzt nicht wieder zurück gekommen.
Noch sahn wir im akademischen Gebäude die physikalische Instrumenten-Sammlung, die Modellen-Kammer und das Naturalien-Kabinet. Keine von diesen Sammlungen enthielt vorzüglich merkwürdige Dinge. Der Modellensaal hat oben unter dem Dache nicht so viel Licht als Raum. Unter den Bildnissen der Generalsuperintendenten und Prediger zeichnete sich der Vielschreiber und Verketzerer, J. F. Mayer, im Rectormantel aus. Er sieht auch in diesem Gemälde aus, als schwebte ihm sein:,,das will ich ihm sagen“, auf den Lippen. Dies waren nämlich die Worte, mit welchen er aus der Welt ging; denn als sein Arzt ihn in seiner letzten Krankheit besuchte, und nach einigen Gesprächen ihn fragte: worin wol die Glückseligkeit der Gerechten im künftigen Leben bestehen würde, setzte er sich trotz seiner Wassersucht, auf seinen Stuhl recht in Positur, und sprach „das will ich ihm sagen!“ Aber in demselben Augenblicke gab er den Geist auf.
Noch sind in dem Gebäude ein anatomisches Theater, und Wohnungen für einen Professor der Philosophie, den Professor der Kräuterkunde, und für Unterbediente. Hinter demselben ist der botanische Garten. Er ist nur klein: etwa 70 Schritt lang, und ohngefähr eben so breit. Von dem Walle, auf welchen die Stadtmauer steht, ist ihm die inwendige Seite noch einverleibt. Zu Sumpf- und Wasserpflanzen ist gar kein Boden vorhanden. Das Gewächshaus ist neu erbaut, nachdem es vor drei Jahren abgebrannt war. Bei dem allen enthält er eine Menge schöner und seltener Gewächse, z. E. einen sechzehnjährigen Kampherbaum (Laurus Camphora), der ein frisches, gesundes Ansehn hatte, Chamerops humilis und Chamerops mitis (oder Rhapis flabelliformis Aiton.), Cinchona Caribea etc. Die Quassia ist, nebst vielen andern, die zu den Zierden des Gartens gehörten, durch den unglücklichen Brand vernichtet worden. Der Kampherbaum ward zum Glück noch gerettet. Hätten wir eine längere Zeit zum Aufenthalte in dem Garten widmen können, so würden wir vielleicht noch mehr Merkwürdiges aufgefunden haben. Eine Seltenheit konnten wir indessen nicht unbemerkt lassen. Dieses war der Gartenknecht, der, ohne Vorkenntnisse gehabt zu haben, die Namen aller Gewächse richtig gelernt hatte, sie ohne Fehler aussprach, sich selten einen Augenblick besann, und dabei so bescheiden war, daß er sich nie mit seiner Gelehrsamkeit geltend zu machen suchte. Daß die Heizung jetzt in den Wänden, und nicht von unten geschieht, scheint nicht die vorteilhafteste Einrichtung zu sein. Neben dem eigentlichen Treibhause ist noch ein Zimmer mit einem Gestelle, wohin die hiesigen Einwohner ihre Orangerien schicken, um sie gegen eine kleine Vergütigung durchwintern zu lassen.
Studenten sind auf der Universität nicht über sechzig. Diese kleine Anzahl macht es möglich, daß die meisten Bekanntschaft in den hiesigen Familien haben, und dies trägt dazu bei, sie vor dem rohen Tone zu bewahren, der auf zahlreichern Universitäten selbst für gesittete Jünglinge so verführerisch ist. Jedermann lobt ihre Sittsamkeit und ihren Fleiß. Wir sahn auch nicht einen einzigen in einer auffallenden Kleidung. Die Zahl der Professoren und Privatlehrer beläuft sich auf zweiundzwanzig, und den ersteren gereicht es sehr zur Ehre, daß sie fast alle ihre Haupt-Collegia öffentlich, d.h. unentgeltlich, lesen. Ein Paar würdige Männer unter denselben, die ich über den Zustand der Universität sprach, äußerten die Hoffnung, daß in Kurzem, als eine Folge der neuen akademischen Visitation, wichtige Verbesserungen würden vorgenommen werden 5).
5) Diese Hoffnung ist jetzt, da ich dies abdrucken lasse, bereits erfüllt. Folgender Auszug aus dem 16ten Stücke der Greifswalder neuesten britischen Nachrichten von 1796 wird mehreren Lesern wahrscheinlich willkommen sein. „Im Jahre 1775 ward ein neuer akademischer Receß für Greifswald publicirt. (S. Crit. Nachr. des J. 1776, St. 1.) In demselben ward eine neue Visitation der Akademie versprochen, welche aber jetzt erst erfolgt ist. Es waren dazu der jetzige Kanzler der Akademie (Hr. Generalgouverneur Graf Ruuth), der Königl. Regierungsrath Hr. Tetzlof, der damalige ritterschaftliche Landrath, jetzt Präsident, Hr. v. Thun, und der städtische Hr. Landrath Dinnies aus Stralsund bevollmächtigt. Die Commission ward mit den gewöhnlichen Feierlichkeiten von Hrn. Tetzlof den 2. April 1796 eröffnet. Hr. Prof. Muhrbeck, damaligerer Rektor, beantwortete Hrn. Tetzlof's Rede. Die Akademie reichte ihre Wünsche und Vorschläge, nebst den erforderten Berichten ein. Die Visitations-Commission nahm alle zur akademischen Verfassung gehörigen Einrichtungen in Augenschein, und berichtete davon an den König. Den 21. Jun. ward hierauf der neue Receß feierlich publicirt. Der vom 11. May 1775 wird darin, als ein feierliches Grundgesetz der Akademie, bestätigt, und erhält einige sehr vorteilhafte Veränderungen und Zusätze.“
,,Die Sammlung von chirurgischen Instrumenten und Bandagenwird vermehrt, wozu jährlich 50 Thlr., so wie zur Anschaffung der Cadaver, und zur Vermehrung der Präparate gleichfalls 50 Thlr. ausgesät sind. Die medicinische Facultät erhält einen Adjunct, der zugleich Professor ist. Neben der schon vorhandenen Reitbahn soll noch ein Voltigierboden angelegt werden . Bei der theologischen Facultät ist ein Adjunct angestellt, der zugleich in dem eingerichteten Schulseminar Unterricht erteilt. Auch die Juristenfacultät soll künftig, wenn die beiden jetzigen Professores extraord. versorgt sind, einen Adjunct erhalten, welche, in Ansehung der Fakultätsarbeit, Sitz und Stimme hat. Auch ist verordnet, daß in Fkultätsarbeiten, wenn gleich re- und correferirt worden, dennoch über die Sache auch mündlich conferirt werde. Statt des im vorigen Receß versprochenen Laboratorii chemici ist jetzt dem Professor der Chemie, Herrn Archiater Weigel, die Summe von 300 Thlr. jährlich ausgesetzt, wovon er fürs erste auf sechs Jahre 100 Thlr. zur Anschaffung nicht sobald vergänglicher und der Akademie verbleibender Apparate, worüberr dem Concilio Rechnung abgelegt werden wird, anwenden soll; 100 Thlr. sollen zur Aschaffung vergänglicher und zur Aufbewarung der ersteren Apparate, ohne Rechnungsalegung, angewandt, und 100 Thlr. ihm für Unterricht in den Experimenten und für seine Bemühung gegeben werden. Zu dem clinischen Institute, welches unter der Aufsicht desjenigen Professors der Medien der zugleich Stadtphysicus ist, stehen soll, und wozu die Stadt Greifswald jährlich 50 Thlr. beiträgt, sind jährlich 50 Thlr. beiträgt, sind jährlich 100 Thlr. aus dem Fonds der Akademie bewilligt. Der Fonds der Bibliothek ist jährlich mit 150 Thlr. vermehrt. Der Herr Professor Möller, jetziger Bibliothekar, erhält 100 Thlr Gehaltszulage. Es wird ein Bibliothekar, der zugleich über noch ein Voltigierboden angelegt werden. Bei der theologischen Facultät ist ein Adjunct angestellt, der zugleich in dem eingerichteten Schulseminar Unterricht erteilt. Auch die Juristenfacultät soll künftig, wenn die beiden jetzigen Professores extraord. versorgt sind, einen Adjunct erhalten, welche, in Ansehung der Fakultätsarbeit, Sitz und Stimme hat. Auch ist verordnet, daß in Fkultätsarbeiten, wenn gleich re- und correferirt worden, dennoch über die Sache auch mündlich conferirt werde. Statt des im vorigen Receß versprochenen Laboratorii chemici ist jetzt dem Professor der Chemie, Herrn Archiater Weigel, die Summe von 300 Thlr. jährlich ausgesetzt, wovon er fürs erste auf sechs Jahre 100 Thlr. zur Anschaffung nicht sobald vergänglicher und der Akademie verbleibender Apparate, worüberr dem Concilio Rechnung abgelegt werden wird, anwenden soll; 100 Thlr. sollen zur Aschaffung vergänglicher und zur Aufbewarung der ersteren Apparate, ohne Rechnungsalegung, angewandt, und 100 Thlr. ihm für Unterricht in den Experimenten und für seine Bemühung gegeben werden. Zu dem clinischen Institute, welches unter der Aufsicht desjenigen Professors der Medien der zugleich Stadtphysicus ist, stehen soll, und wozu die Stadt Greifswald jährlich 50 Thlr. beiträgt, sind jährlich 50 Thlr. beiträgt, sind jährlich 100 Thlr. aus dem Fonds der Akademie bewilligt. Der Fonds der Bibliothek ist jährlich mit 150 Thlr. vermehrt. Der Herr Professor Möller, jetziger Bibliothekar, erhält 100 Thlr Gehaltszulage. Es wird ein Bibliothekar, der zugleich über Schwedische Sprache und Literarur lesen soll, imgleichen ein Professor extraord., der im deutschen Stil, Ästhetik, orientalischen Sprachen und im Lateinischen Unterricht gibt, angestellt. Jeder erhält 400 Thlr. Gehalt, 80 Thlr. Hausmiete etc.“
