Rostock, Warnemünde, Warnow, Feldmarschall Fürst Blücher von Wahlstadt, Marienkirche, Blücherplatz, Hugo Grotius, Blutstraße.
Die bedeutendste Stadt Mecklenburgs, bedeutend durch ihre Größe, ihre Einwohnerzahl, ihren Verkehr, ist Rostock, etwas über 6 Meilen von Wismar entfernt. Die Stadt liegt an der schiffbaren Warnow, die sich 2 Meilen ostwärts bei Warnemünde in die Ostsee ergießt. Rostock hat gegenwärtig etwa 22,000 Einwohner. Seine 1419 von den mecklenburgischen Herzögen gestiftete Universität ist historisch berühmt, doch wenig besucht. Hier erblickte der berühmte Feldmarschall Fürst Blücher von Wahlstadt das Licht der Welt im Jahre 1742. Sein Andenken zu ehren hat dem tapferen Degen die Stadt auf dem Blüchersplatze eine eherne Statue errichten lassen mit einer Inschrift Goethe’s. Außerdem ist besonders die Marienkirche mit dem Grabmale des berühmten Hugo Grotius sehenswerth, der im Jahre 1645 hier starb, als er eben im Begriffe stand, nach Schweden zurück zu reisen.
In Rostock, geht die Sage, soll sich’s gut leben lassen, da alles zum Leben Erforderliche, wie Wein, Tabak, Fleisch und besonders überseeische Producte billig, weil steuerfrei sind. Die Rostocker gelten daher auch für ein lebenslustiges, zufriedenes, gutmüthiges Völkchen, das sich gern des Tages freut und nicht zu viele Grillen macht um das Kommende. Gutmütigkeit bei stark ausgeprägter Derbheit und einem unverkennbaren Hange zu materiellem Wohlleben ist ein charakteristischer Zug des mecklenburger Volksstammes.
Rostock ist eine alte, große Stadt, die Lübeck in vieler Hinsicht ähnelt. Sie ist reich an uralten, schön verzierten Giebelhäusern, deren es besonders in der Blutstraße mehrere interessante gibt, und gewährt durch ihre hohen Thürme besonders von der Seeseite aus einen sehr großartigen Anblick. Ein ausgezeichnetes Gebäude ist das alte, mit sieben Eingängen versehene Rathhaus am Markte.
Der Seehandel Rostocks ist sehr bedeutend. Die Stadt besitzt über 275 eigene Seeschiffe und mehrere aus früheren Jahrhunderten herstammende Gerechtsame, z. B. das Münzrecht. Außer den fünf großen Kirchen hat sie ein großherzogliches Schloss, ein Gymnasium, eine Justizkanzlei, ein Jungfrauenkloster zum heiligen Geist, ein Handelsinstitut, mehrere wissenschastliche Vereine, eine Ankerschmiede, Fabriken mancherlei Art etc. Im Jahre 1030 ward Rostock bereits zur Stadt erhoben. Später zerstörten sie Slaven und Sachsen in den erbitterten Kriegen, die beide Völkerschaften mit einander führten, bis sie Fürst Pribislav 1170 wieder aufbaute. Auch sie gehörte, wie die meisten Städte an den Ostseeküsten, zum Hansabunde. Die Universität ward mehrmals aufgehoben oder vielmehr verlegt; so 1437, wo sämmtliche Professoren nach Greifswalde übersiedelten, weil die Stadt wegen Aufruhrs vom Papste in den Bann gethan worden war. Später, 1487, ward die Universität nach Lübeck verlegt in Folge eines heftigen Streites zwischen der Stadt und den Herzögen. Erst 1492 kehrten Professoren und Lehrer nach Rostock zurück.
Ein lieblicher und darum ganz besonders von der schönen Welt Rostocks vielbesuchter Ort im Sommer ist der Hafenflecken Warnemünde, Rostocks Seehafen, mit einer Seebadeanstalt, die sich des besten Rufes erfreut.
In Rostock, geht die Sage, soll sich’s gut leben lassen, da alles zum Leben Erforderliche, wie Wein, Tabak, Fleisch und besonders überseeische Producte billig, weil steuerfrei sind. Die Rostocker gelten daher auch für ein lebenslustiges, zufriedenes, gutmüthiges Völkchen, das sich gern des Tages freut und nicht zu viele Grillen macht um das Kommende. Gutmütigkeit bei stark ausgeprägter Derbheit und einem unverkennbaren Hange zu materiellem Wohlleben ist ein charakteristischer Zug des mecklenburger Volksstammes.
Rostock ist eine alte, große Stadt, die Lübeck in vieler Hinsicht ähnelt. Sie ist reich an uralten, schön verzierten Giebelhäusern, deren es besonders in der Blutstraße mehrere interessante gibt, und gewährt durch ihre hohen Thürme besonders von der Seeseite aus einen sehr großartigen Anblick. Ein ausgezeichnetes Gebäude ist das alte, mit sieben Eingängen versehene Rathhaus am Markte.
Der Seehandel Rostocks ist sehr bedeutend. Die Stadt besitzt über 275 eigene Seeschiffe und mehrere aus früheren Jahrhunderten herstammende Gerechtsame, z. B. das Münzrecht. Außer den fünf großen Kirchen hat sie ein großherzogliches Schloss, ein Gymnasium, eine Justizkanzlei, ein Jungfrauenkloster zum heiligen Geist, ein Handelsinstitut, mehrere wissenschastliche Vereine, eine Ankerschmiede, Fabriken mancherlei Art etc. Im Jahre 1030 ward Rostock bereits zur Stadt erhoben. Später zerstörten sie Slaven und Sachsen in den erbitterten Kriegen, die beide Völkerschaften mit einander führten, bis sie Fürst Pribislav 1170 wieder aufbaute. Auch sie gehörte, wie die meisten Städte an den Ostseeküsten, zum Hansabunde. Die Universität ward mehrmals aufgehoben oder vielmehr verlegt; so 1437, wo sämmtliche Professoren nach Greifswalde übersiedelten, weil die Stadt wegen Aufruhrs vom Papste in den Bann gethan worden war. Später, 1487, ward die Universität nach Lübeck verlegt in Folge eines heftigen Streites zwischen der Stadt und den Herzögen. Erst 1492 kehrten Professoren und Lehrer nach Rostock zurück.
Ein lieblicher und darum ganz besonders von der schönen Welt Rostocks vielbesuchter Ort im Sommer ist der Hafenflecken Warnemünde, Rostocks Seehafen, mit einer Seebadeanstalt, die sich des besten Rufes erfreut.
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