von Benjamin Rosendahl Theodor Herzl - Schriftsteller und politischer Denker
Theodor Herzl
am 2. Mai vor 150 Jahren wurde Theodor Herzl, der Gründer des politischen
Zionismus geboren. Es war die Zeit des Fin de Siecle, als Österreich
noch Österreich-Ungarn war (Herzl selbst wurde in Pest am linken
Donauufer geboren), als Kaiser Willhelm II. noch in Deutschland regierte
und keiner wusste, was das nächste Jahrhundert, geschweige denn
Jahrtausend bringen würde. Jedoch nahm bereits damals schon der
Antisemitismus neue, rassentheoretische Züge an, und der
Dreyfus-Prozess machte selbst einem assimilierten Juden wie Herzl klar,
dass Juden einen eigenen Staat bräuchten.
Ab 1896 setzte Herzl alles dran, die Staatsgründung vorzubereiten,
durch die Zionistenkongresse, die er ins Leben rief, durch einen
utopischen Roman ("Altneuland") und vor allem durch den 1896
erschienen "Judenstaat". Im Jahre des ersten Zionistenkongresses 1897
schrieb er in sein Tagebuch: "Heute habe ich den Judenstaat gegründet.
Würde ich das laut sagen, wird man mich auslachen. In 5,
allerspätestens in 50 Jahren wird es jeder einsehen." Er irrte sich um
nur 1 Jahr: 1948 wurde der Staat Israel ausgerufen.
Wir ehren aber nicht nur Theodor Herzl, den politischen Denker, sondern auch
Herzl, den deutschen Schriftsteller. Wäre es nach ihm gegangen, würde
man in Israel deutsch sprechen, die Sprache, in der er sämtliche
journalistische Texte (als Reporter für die "Neue Freie Presse") und
viele wunderschöne Theaterstücke schrieb. Seine schriftstellerische
Leistung ist lange Jahre in den Hintergrund gerückt. Zu Unrecht.
Theodor Herzl: Auch an seinem 150. Geburtstag inspiriert er uns.
Lexikus gratuliert.