Geschichte der fürstlichen Residenz-Schlösser zu Wismar, Schwerin und Gadebusch
Autor: Georg Christian Friedrich Lisch (1801-1883)
Erscheinungsjahr: 1840
Erscheinungsjahr: 1840
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Wismar
Wismar - Der Fürstenhof - neuer Hof
Exkurs
Schwerin - Das lange Haus mit dem Portal
Schwerin - Die Bildergallerie
Gadebusch
Vorwort
Die Geschichte des fürstlichen Residenz-Schlosses zu Schwerin ist stets der Gegenstand lebhafter Unterhaltungen gewesen, so wenig man auch über den Bau bisher gewußt hat. Die Befriedigung einer wissenschaftlichen Wißbegierde der Gebildeten war hinreichende Veranlassung dazu, die Geschichte dieses alten Baues zu erforschen. Dringende Aufforderung zur Bearbeitung derselben gab aber eine auf die Quellen zurückgehende Unterhaltung hoher Personen bei der Feier des denkwürdigen Regierungs-Jubiläums des hochseligen Großherzogs Friederich Franz. Seitdem ist die Geschichte dieses Schlosses unausgesetzt der Gegenstand aufmerksamer Forschung gewesen, in welche nach und nach auch die Geschichte der Schlösser zu Wismar und Gadebusch hineingezogen werden mußte, da diese drei Bauten demselben heimischen Baustyl aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angehören und zur Charakterisirung jener gebildeten Zeit nicht wenig beitragen, überhaupt aber mit ihrer Geschichte oft den Boden der vaterländischen Geschichte und Cultur bilden. Auch die Geschichte der Baukünstler dieser Zeit war zum klaren Verständniß wesentlich nothwendig.
Die Forschung hatte mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, da über den Bau aller drei Schlösser fast gar keine Acten existiren; alles Material mußte aus unzähligen, weit zerstreueten, gelegentlichen Notizen in Rechnungen, Tagebüchern, Inventarien, Briefen u. s. w. zusammengebracht werden, die nur ununterbrochene Aufmerksamkeit, oft nur ein gutes Glück in die Hände spielte. Uebersehen ist nichts, was einigermaßen Hoffnung zur Gewinnung irgend einer Nachricht gab. Strenge, oft wörtlich aus den Quellen geschöpft ist jeder Satz, fast jedes Wort, sobald es irgend eine Thatsache enthält. Die Richtigkeit aller Angaben kann sicher verbürgt werden; dagegen mußte die Mittheilung der Quellen selbst unterbleiben, da für jede Thatsache ein größeres Actenstück von gewöhnlich sonst nicht wichtigem Inhalte hätte abgedruckt werden müssen; durch dieses Verfahren würde diese Abhandlung einen übermäßigen Umfang erhalten haben, ohne dadurch an Werth zu gewinnen. Dennoch wird diese Abhandlung für die Zukunft den Werth der Quellen erhalten, da sich diese schwerlich je werden wieder zusammenbringen lassen. - Die beigegebene Lithographie des Grundrisses des schweriner Schlosses ist nach der saubern, nach dem Bau selbst angefertigten Originalzeichnung des Herrn Bau-Conducteurs Tischbein genommen.
Schwerin, im Februar 1840.
G. C. F. Lisch.
Die Geschichte des fürstlichen Residenz-Schlosses zu Schwerin ist stets der Gegenstand lebhafter Unterhaltungen gewesen, so wenig man auch über den Bau bisher gewußt hat. Die Befriedigung einer wissenschaftlichen Wißbegierde der Gebildeten war hinreichende Veranlassung dazu, die Geschichte dieses alten Baues zu erforschen. Dringende Aufforderung zur Bearbeitung derselben gab aber eine auf die Quellen zurückgehende Unterhaltung hoher Personen bei der Feier des denkwürdigen Regierungs-Jubiläums des hochseligen Großherzogs Friederich Franz. Seitdem ist die Geschichte dieses Schlosses unausgesetzt der Gegenstand aufmerksamer Forschung gewesen, in welche nach und nach auch die Geschichte der Schlösser zu Wismar und Gadebusch hineingezogen werden mußte, da diese drei Bauten demselben heimischen Baustyl aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angehören und zur Charakterisirung jener gebildeten Zeit nicht wenig beitragen, überhaupt aber mit ihrer Geschichte oft den Boden der vaterländischen Geschichte und Cultur bilden. Auch die Geschichte der Baukünstler dieser Zeit war zum klaren Verständniß wesentlich nothwendig.
Die Forschung hatte mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, da über den Bau aller drei Schlösser fast gar keine Acten existiren; alles Material mußte aus unzähligen, weit zerstreueten, gelegentlichen Notizen in Rechnungen, Tagebüchern, Inventarien, Briefen u. s. w. zusammengebracht werden, die nur ununterbrochene Aufmerksamkeit, oft nur ein gutes Glück in die Hände spielte. Uebersehen ist nichts, was einigermaßen Hoffnung zur Gewinnung irgend einer Nachricht gab. Strenge, oft wörtlich aus den Quellen geschöpft ist jeder Satz, fast jedes Wort, sobald es irgend eine Thatsache enthält. Die Richtigkeit aller Angaben kann sicher verbürgt werden; dagegen mußte die Mittheilung der Quellen selbst unterbleiben, da für jede Thatsache ein größeres Actenstück von gewöhnlich sonst nicht wichtigem Inhalte hätte abgedruckt werden müssen; durch dieses Verfahren würde diese Abhandlung einen übermäßigen Umfang erhalten haben, ohne dadurch an Werth zu gewinnen. Dennoch wird diese Abhandlung für die Zukunft den Werth der Quellen erhalten, da sich diese schwerlich je werden wieder zusammenbringen lassen. - Die beigegebene Lithographie des Grundrisses des schweriner Schlosses ist nach der saubern, nach dem Bau selbst angefertigten Originalzeichnung des Herrn Bau-Conducteurs Tischbein genommen.
Schwerin, im Februar 1840.
G. C. F. Lisch.
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