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Bier und Branntwein und ihre Bedeutung für die Volksgesundheit.



Autor: Rosenthal J. Dr.
Erscheinungsjahr: 1893



Inhaltsverzeichnis
    Vorwort zur zweiten Auflage
  1. 1. Einleitung
  2. 2. Die Grundsätze der Ernährungslehre
  3. 3. Gewürze und Genussmittel
  4. 4. Alkoholische Getränke
  5. 5. Wirkung des Alkohols
  6. 6. Folgen des Alkoholmissbrauchs
  7. 7. Vergleich der Wirkungen vor Bier und Branntwein
  8. 8. Mittel gegen die Trunksucht
  9. 9. Schluss


Vorwort zur zweiten Auflage,

Als im Jahre 1881 dem Reichstage eine Erhöhung der Brausteuer im Gebiete der norddeutschen Brausteuergemeinschaft wiederholt vorgelegt wurde, sah ich mich veranlasst, auf die Gefahren hinzuweisen, welche durch eine solche Maßregel der Volksgesundheit erwachsen müssen. Dieses Schriftchen lege ich hiermit in verbesserter Form der abermaligen Prüfung aller derer, welche es angeht, vor. Die Erfahrungen, die seit jener Zeit gemacht werden konnten, haben meines Erachtens die Schlüsse, welche ich aus wohlbegründeten Thatsachen der Wissenschaft gezogen habe, vollkommen bestätigt. Um so mehr halte ich es für eine patriotische Pflicht des um das Volkswohl besorgten Sachverständigen, seine warnende Stimme zu erheben, wenn von neuem Vorschläge gemacht werden, welche er für verderblich halten muss.

Die Gründe, welche gegen eine Erhöhung der Brausteuer sprechen, sind mannigfacher Art. Ich habe mich streng daran gehalten, die Frage nur vom hygienischen Standpunkt aus zu behandeln. Wenn die Folgerungen, zu denen ich gelange, zusammenfallen mit den Forderungen, welche Andere vom Standpunkt ihrer gewerblichen Interessen aus erheben, so ist das für mich vollkommen gleichgültig. Ich habe nur das eine Ziel im Auge, zu untersuchen, was der gesamten Bevölkerung gesundheitlich schaden oder nützen kann. Den berufenen Gesetzgebern liegt es ob, alle in Frage kommenden Interessen zu berücksichtigen und darnach ihre Entscheidung zu treffen. Die zur Prüfung dieser Interessen notwendigen Grundlagen zu vervollständigen, ist der einzige Zweck dieses Schriftchens.

Erlangen, im Dezember 1892.

J. Rosenthal.